Mein Kind hat Angst vor Tieren: Was kann ich tun?

7 Februar, 2020
Für viele Kinder ist die Erfahrung, mit einem Haustier aufzuwachsen, eine bleibende, unersetzliche Erinnerung. Doch andere haben Angst vor Tieren und benötigen Hilfe, um diese zu verlieren und die Vielfältigkeit der Natur genießen zu können. 

Nicht alle Kinder reagieren auf dieselbe Weise, wenn sie einen Hund oder ein anderes Haustier sehen. Manche nähern sich furchtlos und möchten das Tier streicheln, andere jedoch bevorzugen es, sich zu entfernen, denn sie haben Angst vor Tieren. 

Es gibt dafür meist keinen spezifischen Grund. Häufig spielt allerdings eine vorangehende schlechte Erfahrung eine wichtige Rolle. Darüber hinaus lernen auch viele Kinder von ihren Eltern, dass unbekannte Tiere gefährlich sein können. Das ist zwar richtig, und Vorsicht ist immer geboten, dennoch sollte sie sich nicht zu Angst entwickeln.

Manche Kinder fühlen sich einfach bedroht von einem Tier, dessen Blick vielleicht nicht unbedingt freundlich ist.

“Es gibt aktive und abenteuerlustige Kinder, andere wiederum sind ruhiger und neuen Erfahrungen gegenüber verschlossener. Sie fühlen sich in neuen und unbekannten Situationen gestresst”, erklärt die Ärztin Tracy Dennis der Abteilung für Psychologie an der Hunter Universität in New York.

Es ist richtig, dass Angst ein Verteidigungsmechanismus ist, der Kinder in einem sicheren Bereich zurückhält. Doch vielmehr als Angst, solltest du deinem Kind beibringen, dass Vorsicht und Respekt wichtig sind. Das bedeutet jedoch nicht, dass Angst das Kind davon abhalten sollte, sehr bereichernde Erfahrungen mit Tieren erleben zu können.

Wie kann man die Angst vor Tieren verlieren?

Du findest nachfolgend verschiedene Empfehlungen, um deinem Kind zu helfen, die Angst vor Tieren zu überwinden.

Versuche, die Angst vor Tieren zu verstehen

Familie mit Kindern ohne Angst vor Tieren
Sprich mit deinen Kindern über ihre Ängste, um eine Strategie zu entwickeln, mit der du ihnen helfen kannst. 

Angst ist irrational, deshalb kannst du deine Kinder nicht zwingen, keine Angst vor Tieren zu haben. Damit wirst du nichts erreichen. Doch es gibt andere Strategien, mit denen du ihnen helfen kannst.

Versuche, die Gründe herauszufinden, warum deine Kinder sich vor Tieren fürchtenDies hilft dir, deinen Nachwuchs besser zu verstehen und effiziente Strategien zu entwickeln, um deinen Kindern zu helfen, ihre Angst zu überwinden.

Wenn dein Kind zum Beispiel Angst vor großen Hunden hat, solltest du es nicht zwingen, sich einem Schäferhund zu nähern. Du kannst es jedoch mit einem kleinen, ruhigen Hund versuchen: Nähere dich selbst und muntere dann dein Kind dazu auf, dir zu folgen. Es sieht so dein Vorbild und fühlt sich gleichzeitig geschützt, da du bei ihm bist.

Zeige deinem Kind, wie es sich einem Tier ohne Gefahr nähern kann

Kinder sind oft aufgeregt oder tollpatschig, wenn sie sich einem Tier nähern, das in der Folge erschrickt und unvorhergesehene Reaktionen zeigen kann. Dann hat das Kind noch mehr Angst, denn es hat nicht mit dem aggressivem Verhalten des Tieres gerechnet.

Am besten begleitest du dein Kind bei jedem Schritt und wählst vorsichtig die Worte, die du dabei aussprichst. Du solltest keine Sätze äußern, welche die Angst deines Kindes nur zusätzlich schüren, wie etwa: “Pass auf, damit es dich nicht beißt”, oder “Nähere dich dem Tier nicht zu sehr, es könnte gefährlich sein”. Positive Verstärkung ist wie so oft weitaus nützlicher. Du kannst dein Kind zum Beispiel mit folgendem Satz ermuntern: “Nähere dich sanft und sei nett mit dem Tier.”

Bringe deinem Kind bei, dass es den Tierhalter immer um Erlaubnis fragen muss, bevor es sich einem Tier nähert. Wenn es sich um einen Hund handelt, kann das Kind dann die Fellnase an seinen Händen schnüffeln lassen, bevor es seinen Rücken streichelt. Hunde und Katzen fühlen sich wohler, wenn sie eine unbekannte Person beschnüffelt haben.

Versuche, das Tier abzulenken, indem du sein Gesicht streichelst. Danach kannst dein Kind dazu einladen, den Hund seitlich sanft zu berühren. Es sollte jedoch wissen, dass Hunde es nicht mögen, am Schwanz gezogen zu werden. Den Kopf des Tiers zu berühren, kann dem Kind mehr Angst einflößen, der Rücken eignet sich jedoch eher für ein paar Streicheleinheiten.

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Vermeide, dich mit deinem Kind einem Welpen zu nähern

Familie hat keine Angst vor Hunden
Welpen sind unruhiger und ihr Verhalten ist oft unvorhersehbar. Deshalb ist ein gut erzogener erwachsener Hund besser, um erste Annäherungsversuche zu wagen. 

Jungtiere sind meist unruhiger und ihr Verhalten ist in vielen Fällen schwierig abzuschätzen. Sie möchten spielen und können dabei auch beißen, kratzen oder auf die Person springen. Das ist für einen Hund ein Ausdruck von Vertrauen, Freude und Zuneigung, doch dem Kind kann das Angst machen, da es dieses Verhalten als “feindlich” interpretiert.

Lerne die Sprache der Tiere

Haustiere haben ihre eigene Art, sich mit ihren Besitzern zu verständigen. Wenn du ihre Sprache lernst und sie auch deinem Kind beibringst, ist dies sehr nützlich, um eine harmonische Beziehung aufzubauen.

Linda Cas, Autorin des Buches Canine and Feline Behavior and Training: A Complete Guide to Unterstanding our Tow Best Friends” gibt folgendes Beispiel über Hunde: “Ein offenes Maul, mit zurückgezogenen Lippen, heraushängender Zunge und einem entspannten Gesicht ist eine Einladung zur Kommunikation.”

Zeige deinem Kind, wie es sich verhalten kann, um seine Angst vor Tieren zu überwinden

Zeige deinem Kind, wie es sich verhalten kann, um seine Angst vor Tieren zu überwinden
Die Angst kann manchmal darauf zurückzuführen sein, dass dein Kind nicht weiß, wie es sich einem Haustier gegenüber verhalten soll. Zeige ihm, wie es sich verhalten kann, denn du wirst ihm so helfen, seine Angst vor Tieren zu verlieren.

Wie Welpen sind auch Kinder unvorhersehbar. Ihre Angst kann nach einer ersten erfolgreichen Annäherung in Aufregung ausarten. Übertriebene Emotionen und Verhaltensweisen können das Tier jedoch erschrecken oder stören. Erkläre deinem Kind, dass es das Tier nicht stoßen, an den Haaren oder am Schwanz ziehen darf.

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Bring kein Haustier mit nach Hause, wenn dein Kind Angst vor Tieren hat

Viele Eltern glauben, dass ihr Kind mit der Zeit die Angst vor Tieren verlieren wird, wenn es selbst ein Haustier hat. Es ist möglich, dass sich beide aneinander gewöhnen, doch es kann anfangs über eine lange Zeit zu unnötigen Spannungen und Angstsituationen kommen. Es macht auch keinen Sinn, ein Haustier in ein Zimmer zu sperren, bis das Kind die Angst verliert! Das Tier könnte aggressiv und unsozial werden.

Gib deinem Kind Zeit und warte, bis es für ein Haustier bereit ist, bevor du eines mit nach Hause bringst!