Magnesium und seine wundervollen Wirkungen im Körper

· 23 Oktober, 2015
Wir wissen alle, wie wichtig Calcium für die Knochen ist. Damit diese das Calcium allerdings verarbeiten können und der Elektrolythaushalt des Körpers nicht aus dem Gleichgewicht gerät, benötigen wir Magnesium

Der Körper benötigt Magnesium, um in den Zellen Energie zu erzeugen, um Proteine und Fette zu synthetisieren und um die Muskelaktivität zu regulieren. Auch das Nervensystem kann ohne Magnesium nicht funktionieren. Obwohl dieser Mineralstoff so wichtig ist, nimmt ein Großteil der Bevölkerung zu wenig Magnesium zu sich.

Der Magnesiummangel resultiert in erster Linie aus unserer ungesunden Ernährung, die große Mengen raffinierter Getreideprodukte aber nur wenig grünes Gemüse beinhaltet. Aber auch magnesiumarme Böden, auf denen Landwirtschaft betrieben wird, und der Einsatz bestimmter Düngemittel tragen dazu bei, dass unsere Nahrung recht wenig Magnesium enthält.

Wozu brauchen wir Magnesium?

Magnesium ist unverzichtbar für die Funktion hunderter Enzyme in unserem Organismus, besonders derer, die mit der Bereitstellung, der Speicherung, dem Transport und dem Verbrauch von Energie zu tun haben. Folgende Prozesse können ohne Magnesium nicht richtig ablaufen:

  • Zum Wachstum, zur Entwicklung und zur Teilung von Zellen benötigt der Körper Baustoffe, Proteine, die er ohne Magnesium nicht herstellen kann.
  • Die Leitung von Impulsen entlang der Nerven, die unseren gesamten Organismus durchziehen, erfolgt nur mit Magnesium. Auch die Übertragung von Signalen zwischen Nervenzellen ist abhängig von diesem Mineralstoff.
  • Muskeln brauchen Magnesium. Da auch die Durchblutung der Gewebe, die Aufrechterhaltung der Gefäßspannung und damit des Blutdruckes durch Muskeln bewältigt wird, sind auch diese von Magnesium abhängig.
  • Neben Calcium und Vitamin D spielt Magnesium eine große Rolle bei der Gesunderhaltung der Knochen.
  • Die Freisetzung von Serotonin, einem Neurotransmitter, der unsere Stimmung beeinflusst, wird über Magnesium gesteuert. Deshalb kann ein Magnesiummangel zu einer Depression führen.

Anders gesagt, der Versuch, ohne Magnesium zu leben, wird etwa so erfolgreich sein wie der, ein Auto zu starten, dessen Tank leer ist.

Magnesium

Der Zusammenhang zwischen Calcium und Magnesium

Unserer Ernährung mangelt es viel eher an Magnesium als an Calcium. Letzterem widmen wir mehr oder weniger große Aufmerksamkeit, obwohl wir auf die Zufuhr beider Mineralstoffe angewiesen sind, um unsere Knochen gesund und kräftig zu erhalten.

Wenige Menschen wissen, dass das Calcium seinen „kleinen Bruder“ Magnesium braucht, um so wirken zu können, wie es soll. So kann ein Überschuss an Calcium sogar die Aufnahme von Magnesium behindern, was schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben kann.

Beide Mineralstoffe müssen zusammen wirken und der Calcium-Einstrom in eine Zelle hängt von der Magnesiumkonzentration ab. Fehlt Magnesium, strömt zu viel Calcium in die Zelle ein, was je nach Zelltyp ganz unterschiedliche Folgen haben kann. Wir spüren diese als Krämpfe, Migräne, Angst etc.

Auch im Blut ist Magnesium der Gegenspieler des Calciums und ein ausgeglichener Elektrolythaushalt ist beispielsweise für eine gesunde Nierenfunktion Voraussetzung. Gerät dieser aus dem Gleichgewicht, bilden sich schnell Nierensteine.

Deshalb muss man mit der Einnahme von Calcium-Präparaten, die kein Magnesium enthalten, vorsichtig sein! Die Folgen eines unausgeglichenen Elektrolythaushalts sind weitreichend und schwer zu überblicken! Wenn du Fragen zur Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln hast, konsultiere einen Arzt.

Magnesium

Warum kommt es so häufig zu einem Magnesiummangel?

Wie wir bereits erwähnt haben, enthält unsere Nahrung oft zu geringe Mengen Magnesium. Aber warum ist das eigentlich so?

Stark prozessierte Lebensmittel

Verarbeitungsverfahren in der Nahrungsmittelindustrie führen zu einer Reduktion des Magnesiumgehaltes unserer Lebensmittel. Wird beispielsweise Weizen zu hellem Mehl verarbeitet, sinkt dessen Magnesiumgehalt um 90%. Die Herstellung von Zucker erfolgt ähnlich und geht ebenso mit einer enormen Reduktion des Magnesiumgehaltes einher.

Wenn wir Gemüse kochen oder einfrieren, verliert es an Magnesium.

Lebensmittelzusatzstoffe wie Natriumglutamat (vor allem in chinesischen Gerichten enthalten) und Aspartam beeinflussen den Elektrolythaushalt nachteilig.

Verdauungsstörungen und Mittel gegen Sodbrennen

Vor allem dann, wenn unsere Diät auf stark prozessierten Lebensmitteln basiert, sind Verdauungsstörungen sehr häufig. Leidest du regelmäßig an Sodbrennen, an einer Übersäuerung des Magens? In diesen Fällen wird schnell zu Säurehemmern gegriffen. Es ist noch nicht ganz klar, wie diese Medikamente zu einem Magnesiummangel führen, aber die Tatsache, dass sie es tun, ist bewiesen.

Landwirtschaftliche Praktiken

Eingangs haben wir schon darauf hingewiesen, dass die Landwirtschaft in unseren Breiten häufig auf magnesiumarmen Böden betrieben wird. Die Diskussion der Ursachen dieser Gegebenheit würde an dieser Stelle zu weit führen, ihre Folgen allerdings sind offensichtlich: Die hier angebauten Pflanzen können nicht genügend Magnesium aufnehmen. Der Verzehr dieser Pflanzen liefert uns wiederum kaum Magnesium.

Einnahme von Medikamenten

Viele, häufig verschriebene Arzneimittel wirken gewollt oder ungewollt auf den Elektrolythaushalt. Zu ihnen zählen harntreibende Mittel, Insulin, Cortison, einige Antibiotika und auch die Anti-Baby-Pille. Sie führen zu einer verringerten Aufnahme oder erhöhten Ausscheidung von Magnesium.

Auswirkungen des Magnesiummangels

Die folgende Liste stellt nur einige der Erkrankungen und Störungen zusammen, die durch einen Magnesiummangel ausgelöst werden können. Wird die Magnesiumversorgung des Organismus verbessert, gehen die Symptome in der Regel zurück.

Angst und Panikattacken

Magnesium beeinflusst den Blutspiegel der Stresshormone und die Funktion des Gehirns.

Depression

Es gibt Experten, die den starken Anstieg von Depressionserkrankungen auf den häufigen Magnesiummangel in der Bevölkerung zurückführen.

Schlaflosigkeit

Magnesium beeinflusst die Produktion von Melatonin, einem Hormon, das unseren Schlaf-Wach-Rhythmus steuert.

Nervöse Störungen

Da Magnesium an der Leitung von Signalen entlang der Nerven beteiligt ist, kann ein Magnesiummangel Migräne hervorrufen. Eine gestörte Signalleitung in Kombination mit einem Magnesiumdefizit in der Muskulatur führt zudem zu Krämpfen und Koliken.

Herzerkrankungen

Ein Mangel an Magnesium gehört zu den häufigsten Ursachen für Herzerkrankungen. Wird bei Herzrhythmusstörungen und anderen Herzproblemen ein Magnesiumdefizit festgestellt, wird der Mineralstoff zur Therapie eingesetzt.

Bluthochdruck

Wie wir bereits erwähnt haben, wird die Gefäßspannung und damit der Blutdruck über Magnesium reguliert.

Diabetes

Um Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren, bedarf es neben Insulin auch Magnesium. Ein Magnesiummangel wirkt sich deshalb ähnlich aus wie eine Insulinresistenz, die Ursache für eine Diabetes Typ 2.

Asthma

Die Weite unsere Atemwege wird durch die Kontraktion der entsprechenden Muskulatur reguliert. Bei einem unausgeglichenen Elektrolythaushalt ergeben sich daher Atemstörungen.

Verstopfung

Magnesium hilft, die Bewegung der Darmmuskulatur zu koordinieren. Manchmal hört man deshalb auch, dass Magnesiummilch gegen Darmprobleme hilft.

Osteoporose

Mangelt es an Magnesium, hilft auch Calcium nicht gegen Osteoporose.

Magnesium

Welche Nahrungsmittel sind reich an Magnesium?

Es gibt einige Nahrungsmittel, die besonders viel Magnesium enthalten. Die Daten, die in der folgenden Liste genannt werden, beziehen sich auf 100 g Lebensmittel. Zu den Zahlen:

  • Mandeln: 270 mg
  • Gekochte Bohnen: 37 mg
  • Erdnüsse: 175 mg
  • Grünkohl: 57 mg
  • Weizenkeime: 336 mg
  • Seetang/Algen: 760 mg
  • Lappentang/Rotalgen: 220 mg
  • Melasse: 258 mg
  • Weizenkleie: 490 mg
  • Tofu: 111 mg

Wie wir sehen können, steckt vor allem in Vollkornzerealien und Algen viel Magnesium. Auch Meersalz enthält den Mineralstoff.

Wie sollten Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden?

Wenn wir Magnesium zu uns nehmen, muss dabei die tägliche Calciumzufuhr berücksichtigt werden. Die gesunde Proportion liegt bei 1:1 bis 1:2, wobei dem Calcium der größere Teil zukommt. Wir sollten nicht mehr als doppelt so viel Calcium wie Magnesium zu uns nehmen. Oft wird heute jedoch mehr als zehnmal so viel Calcium wie Magnesium konsumiert.

Die empfohlene Tagesdosis an Calcium liegt bei 800 bis 1400 mg. Wenn wir also 1000 mg konsumieren, dann brauchen wir auch 500 bis 800 mg Magnesium.

Magnesium ist in verschiedener Form erhältlich. Epsom Salz beispielsweise enthält viel Magnesium, das durch die Haut aufgenommen werden kann. Ein Bad in Epsom Salz hilft daher, deinen Elektrolythaushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Auch Kapseln gibt es, bei denen dann ganz genau erkennbar ist, welche Dosis man einnimmt. Damit ist es nicht schwer, das Gleichgewicht zwischen Calcium und Magnesium zu halten.

Nimmst du zu viel Magnesium zu dir, verursacht das Durchfall. Deshalb ist der Konsum der Tagesdosis über mehrere Einnahmen zu verteilen.

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zur Regulation des Elektrolythaushalts muss von einem Ernährungsexperten oder einem Arzt überwacht werden. Jeder Körper hat seinen eigenen Bedarf und reagiert anders.

Wichtigste Quelle: „Women’s body, women’s wisdom“ von Christiane Northrup.