Kindliche Resilienz in der Corona-Krise

21 Mai, 2020
Über die Resilienz von Kindern gibt es zahlreiche theoretische Abhandlungen, doch in der derzeitigen Corona-Pandemie erlangt sie ganz besondere Bedeutung. 

Die kindliche Resilienz während der Corona-Pandemie ist ein sehr interessantes und wichtiges Thema, dessen Studium sich auf jeden Fall lohnt. Sobald sich die Lage wieder normalisiert verfügen wir möglicherweise über neue Studien, die es uns ermöglichen, dieses Phänomen besser zu verstehen.

Bevor wir näher auf dieses Thema eingehen, ist es wichtig, den Ausdruck Resilienz zu verstehen. Lies weiter, du wirst Interessantes erfahren!

Was bedeutet Resilienz?

In der Physik und Werkstoffkunde bedeutet Resilienz die Fähigkeit eines Materials, sich verformen zu lassen und danach in die ursprüngliche Form zurückzufinden. Auch wenn externe Faktoren den Zustand des Werkstoffes verändern, nimmt er nach der Verformung wieder seine ursprüngliche Form an. Der deutsche Ausdruck dafür ist Widerstandsfähigkeit. 

Dieser Ausdruck wurde in die Psychologie eingeführt, um damit Personen zu beschreiben, die trotz schwieriger Situationen Stärke zeigen und die Krise gut bewältigen. Wir sprechen also von seelischer Widerstandsfähigkeit.

Die Resilienz kann auf individueller oder kollektiver Ebene stattfinden. Im letztgenannten Fall ist eine ganze Gruppe oder Gesellschaft resilient. Zahlreiche Studien und Veröffentlichungen weisen auf die Wichtigkeit der Resilienz in Krisenzeiten hin. Auch in der derzeitigen Corona-Krise ist diese seelische Widerstandsfähigkeit grundlegend.

kindliche Resilienz

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Was bedeutet es, resilient zu sein?

Resilienz zeigt sich an verschiedenen Eigenschaften, zu denen unter anderem folgende gehören:

  • Sinn für Humor
  • ausgeprägtes Selbstwertgefühl
  • hohe Frustrationstoleranz
  • Fähigkeit, Empathie zu entwickeln
  • Flexibilität, das heißt wie gut sich eine Person an Stresssituationen anpassen kann.

Verschiedene Experten betonen, dass wir gleichzeitig mit der Förderung der Resilienzfähigkeit auch die Verantwortung nicht aus den Augen verlieren dürfen. Dies ist sowohl für jede Einzelperson als auch für Gemeinschaften und Institutionen sehr wichtig.

Die kindliche Resilienz während der Corona-Pandemie

Die Asociación Española de Pediatría (dt. Spanische Gesellschaft für Pädiatrie) hebt in ihrem Leitfaden für das Wachstum und die Entwicklung von Kindern in der pädiatrischen Praxis hervor, dass Resilienz grundlegend ist. Diese Fähigkeit ermöglicht es Kindern und auch der Familie, sich in schwierigen Situationen zu schützen, zu helfen und Krisenzeiten zu überwinden. 

Die kindliche Resilienz kann auf die Frage antworten, warum manche Kinder schwierige Situationen bewältigen, fast ohne sich darüber bewusst zu sein. Dies steht im Kontrast zu jenen, die diese Fähigkeit nicht haben.

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Kindliche Resilienz: Kann man diese Fähigkeit lernen?

Seit vielen Jahren versuchen zahlreiche Experten herauszufinden, welche Kriterien nötig sind, um eine Person als resilient bezeichnen zu können. 

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, diese Fähigkeit bereits von klein auf zu fördern. Kinder können damit „seelische Antikörper“ entwickeln, die sie stark machen und ihnen in schwierigen Situationen, wie zum Beispiel der derzeitigen Corona-Krise, helfen.

Zusammenfassende Worte über kindliche Resilienz

  • Es ist grundlegend, sich nicht von den Sternen verzaubern zu lassen. Natürlich ist Resilienz eine sehr wertvolle Fähigkeit, doch sie darf nicht als Allheilmittel oder Lösung für jedes Problem betrachtet werden.
  • In Krisenzeiten haben Menschen Angst und Zweifel und machen sich Sorgen wegen der Ungewissheit. Die Resilienz jeder Person und vor allem von Kindern kann einen wichtigen und wertvollen Unterschied machen. 
  • Die Möglichkeit, eine optimistische Einstellung anzunehmen, ohne jedoch die Realität zu verleugnen, ist außerordentlich hilfreich. Wir müssen versuchen, uns auf die helle Seite des Mondes oder auf das halbvolle Wasserglas zu konzentrieren.
  • Fernández Pérez, M. (2020). Sociedad de Psiquiatría Infantil de la Asociación Española de Pediatría.
  • de Pediatría, S. A., & Subcomisiones, C. (2017). Guía para el seguimiento del desarrollo infantil en la practica pediatrica. Arch Argent Pediatr2.