Fehler, die Eltern am ersten Schultag machen

· 24 November, 2018
Der erste Schultag ist ein besonderes Erlebnis, welches für Eltern und Kinder sehr emotional sein kann. Bereitet euch darauf vor!

Am ersten Schultag und in der Zeit davor gibt es einiges zu beachten, damit dein Kind ohne Tränen den Übergang vom Vorschulkind zum Schulkind schafft und der neuen Situation mit dem nötigen Ernst und ohne Angst gegenübersteht.

Erfahre, welchen Fehlern du vorbeugen solltest.

Der erste Schultag als neuer Lebensabschnitt

Mit dem ersten Schultag wird dein Kind zum Schulkind und somit selbstständiger und ein kleines Stück „erwachsener“.

Vielen Eltern und auch Kindern fällt es schwer, diesen neuen Lebensabschnitt zu beschreiten, weswegen wir dir heute zeigen möchten, wie du dich und dein Kind darauf vorbereiten kannst.

Es ist wichtig, deinem Kind die Angst zu nehmen und gleichfalls auch überzogene Erwartungen zu dämpfen, um Enttäuschungen und Frustration entgegenzuwirken.

Der erste Schultag ist meist ein Fest, aber auch das, was danach kommt, muss gemeistert werden!

Kind freut sich auf den ersten Schultag Erkläre, was dein Kind erwartet

Dein Kind hat vielleicht ganz andere Vorstellungen von „Schule“ als du glaubst. Sprich daher vor dem ersten Schultag mit deinem Kind darüber, was es heißt, zur Schule zu gehen.

Sprecht auch negative Aspekte an: Stillsitzen, störende Kinder, unbeliebte Lehrer, schwerer Lehrstoff, frühes Aufstehen,…

Beziehe dein Kind von Anfang an in die Planung mit ein: wenn du Lehrmaterialen kaufst oder Ausrüstung für den Schulalltag besorgst. Erzähle aus deiner eigenen Schulzeit und bringe es mit Erstklässlern zusammen, die erzählen können, wie es wirklich ist.

Schulstress kann zu Bettnässen führen:

Bettnässen bei älteren Kindern

Verberge deine negativen Emotionen

Der erste Schultag bedeutet nicht nur für dein Kind eine Trennung, auch für dich. Du wirst das Gefühl haben, dein Kind wird zu schnell erwachsen, die unbeschwerte Zeit sei vorbei und der „Ernst des Lebens“ habe begonnen.

Auch für Eltern kann der erste Schultag belastend sein!

Falls dich solche Emotionen betreffen, pass auf, dass dein Kind davon nichts mitbekommt, denn es wäre dadurch irritiert oder schlimmstenfalls ebenso negativ oder traurig gestimmt, wenn es mit Schulranzen und Schultüte den Weg zur Schule antritt.

Verwirre und belaste dein Kind nicht mit deinen eigenen Emotionen!

Kind am ersten SchultagKein Trennungsschmerz!

Das Kind zum ersten Mal alleine im Klassenraum zurückzulassen kann Trennungsschmerz hervorrufen – bei dir und bei deinem Kind.

Ziehe die Trennung nicht in die Länge, sei sachlich und verabschiede dein Kind so, wie du dich immer von ihm verabschiedet hast, wenn es morgens zum Kindergarten ist oder du aus dem Haus musst. Ein Kuss, eine flüchtige Umarmung, mehr nicht.

Lasse nicht zu, dass einer von euch sich an den andere klammert, denn das macht es nicht leichter. Je kürzer und unspektakulärer die Verabschiedung ausfällt, desto normaler und entspannter empfindet es dein Kind.

Ausnahmen sind o.k., zum Beispiel vor dem ersten Schultag.

Darf das Kind im Elternbett schlafen?

weinendes Kind am ersten SchultagDrehe dich nicht um!

Es kann sein, dass dein Kind nach dir rufen wird oder du hörst, wie es beginnt zu weinen. Natürlich wird dein Herz zerreißen und du möchtest umdrehen, zurück zu deinem Kind, zurück in den Klassenraum, um dein Kind zu trösten.

Tue das nicht! Dein Kind ist nun Schulkind und seine Mutter ist in Zukunft nicht da, wenn es in der Schule Kummer hat.

Es muss lernen, in der schulischen Umgebung allein klar zu kommen. Mache dir und ihm dies vom ersten Schultag an klar. Drehe dich nicht um, zeige keine Reaktion. Dein Kind schafft das ohne dich!

Spioniere nicht hinterher

Sei nicht eine von diesen Helikopter-Eltern, die „zufällig“ an der Schule oder am Schulhof vorbeilaufen, um „zufällig“ nach ihrem Kind zu sehen, weil sie „zufällig“ in der Gegend sind!

Die Schule ist das Territorium deines Kindes und du hast dort nichts verloren, wenn dein Kind auf dem Pausenhof spielt oder im Unterricht sitzt.

Solches Verhalten von Eltern macht Kindern und Lehrern das Leben schwer. Stell dir vor, deine Mutter wäre „zufällig“ in der Schule oder auf dem Pausenhof erschienen! Hättest du das gewollt oder wäre es dir peinlich gewesen und du hättest dich kontrolliert gefühlt?

Rituale helfen

Fällt es deinem Kind schwer, nach dem ersten Schultag weiter zur Schule zu gehen, können Rituale helfen.

Das gemeinsame Packen des Schulranzens, das gemeinsame Richten des Pausenbrotes, eine Verabschiedungszeremonie an der Haustür,… lasst euch euer persönliches Ritual einfallen, welches deinem Kind hilft, den neuen Schulalltag zu akzeptieren und zu meistern.

  • Scholz, G. (2006). Was ist eigentlich ein Schüler? Pädagogische Ansätze für eine ethnologische Bildungsforschung. In Kinder, Kindheiten, Konstruktionen: Erziehungswissenschaftliche Perspektiven und sozialpädagogische Verortungen. https://doi.org/10.1007/978-3-531-90483-2_12
  • Stecher, L. (2005). Schule als Familienproblem? Wie Eltern und Kinder die Grundschule sehen. In Kinderleben - Aufwachsen zwischen Familie, Freunden und Institutionen.