Dobutamin: Anwendung und Wirkung

13 Dezember, 2019
Dobutamin ist ein Arzneistoff, der in Notfällen zur Behandlung einer akuten Herzinsuffizienz, eines kariogenen Schocks oder bei Problemen während einer Herzchirurgie zum Einsatz kommt. Erfahre heute Wissenswertes über dieses Medikament. 

Dobutamin ist ein synthetisches Katecholamin mit positiv inotroper Wirkung auf den Herzmuskel, das in der Behandlung einer akuten Herzinsuffizienz oder eines kariogenen Schocks intravenös verabreicht wird.

Auch wenn Dobutamin eine ähnliche Struktur wie Dopamin und andere Katecholamine aufweist, ist dieses Arzneimittel eine synthetisch analoge Zusammensetzung zu Isoprenalin oder Isopreterenol mit unterschiedlichen pharmakologischen Eigenschaften, wie beispielsweise der bereits erwähnten Inotropie, Chronotropie und Gefäßerweiterung.

Im Unterschied zu Dopamin beeinträchtigt dieses Arzneimittel die dopaminergen Rezeptoren nicht. Doch die Harnproduktion kann sich erhöhen, da die Herzleistung zunimmt.

Was bedeuten die Ausdrücke Inotropie und Chronotropie?

Dobutamin bei Herzkrankheiten

Das Kreislaufsystem übt verschiedene grundlegende Funktionen aus, um das korrekte Funktionieren des Organismus zu garantieren. Dazu gehören beispielsweise folgende:

  • Transport und Verteilung grundlegender Substanzen zu den Körpergeweben
  • Beseitigung von Stoffwechselendprodukten
  • Sauerstofft- und Nährstoffstransport in unterschiedlichen physiologischen Zuständen
  • Regulierung der Körpertemperatur
  • Humorale Kommunikation

Es ist wichtig, gewisse Eigenschaften des Herzens zu verstehen, um den Wirkmechanismus von Dobutamin erklären zu können:

  • Automatismus: Das Herz schlägt automatisch.
  • Inotropie: Das Herz zieht sich bei bestimmten Stimuli zusammen. Das sympathische Nervensystem hat eine positiv inotrope Wirkung und erhöht deshalb die Kontraktilität des Herzens.
  • Chronotropie: Darunter versteht man die Einwirkung auf die Aktionspotentialfrequenz im Sinusknoten und somit auf den Herzrhythmus. Die Chronotropie bestimmt also die Herzschlagfrequenz, wobei das sympathische Nervensystem die Frequenz erhöht und das parasympathische diese verringert.
  • Bathmotropie: Diese Bezeichnung bezieht sich auf die Beeinflussung der Reizschwelle und somit auf die Erregbarkeit des Herzens.
  • Dromotropie: So bezeichnet man die Beeinflussung der Erregungsleitung des Herzens. Das sympathische Nervensystem wirkt positiv dromotop und erhöht deshalb die Erregungsleitung. Die negative Dromotropie des parasympathischen Nervensystems bedeutet die Verlangsamung der Erregungsleitung.
  • Lusitropie: So bezeichnet man die Möglichkeit, den Herzmuskel schnell und vollständig durch bestimmte Stimuli zu entspannen.

Wann kommt Dobutamin zum Einsatz?

Wann kommt Dobutamin zum Einsatz?

Dobutamin ist ein Arzneistoff, der bei einer akuten Herzinsuffizienz oder einem kardiogenen Schock zum Einsatz kommt. Das Herzversagen kann beispielsweise auch während einer Herzchirurgie auftreten. Das Medikament hilft in diesen Fällen durch seine inotropen Eigenschaften.

Der Arzneistoff Dobutamin wird auch zur Behandlung von Patienten verwendet, die an einer dekompensierten Herzinsuffizienz leiden, um die Herzleistung zu verbessern. Normalerweise kommt er dann zum Einsatz, wenn der Patient auf parenterale (künstliche) Ernährung angewiesen ist, um die inotrope Wirkung mit einer kurzfristigen Behandlung zu unterstützen, da die Kontraktilität des Herzmuskels defizient ist.

Andererseits ist es auch wichtig zu erwähnen, dass Dobutamin nicht in der Behandlung einer ischämischen Kardiopathie zur Anwendung kommt, da dadurch die Herzfrequenz stark erhöht wirdwas wiederum die Sauerstoffnachfrage des Herzmuskels erhöht.

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Wie wirkt Dobutamin auf den Organismus?

Dieser Wirkstoff interagiert mit den Beta-1-Adrenozeptoren, indem er diese aktiviert. Außerdem wirkt er auch stimulierend auf Beta-2- und Alpha-1-Rezeptoren, jedoch weniger stark. Auf diese Weise verbessern sich die Kontraktilität des Myokards und das systolische Volumen. In der Folge werden verschiedene geringgradige chronotrope Wirkungen ausgelöst, welche die Herzleistung verbessern.

Diese Wirkungen haben weitere Effekte auf hämodynamischer Ebene. So reduzieren sich beispielsweise der systemische Gefäßwiderstand und der ventrikuläre Füllungsdruck. Außerdem erhöht sich normalerweise der Blutdruck durch das erhöhte systolische Volumen, auch wenn sich der diastolische Blutdruck normalerweise nicht verändert.

Wie bereits anfangs beschrieben, übt Dobutamin im Unterschied zu Dopamin keine Wirkung auf die Dopaminrezeptoren aus. Dieser Arzneistoff provoziert auch nicht die Freisetzung von Norepinephrin an den sympathischen Nervenendungen.

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Nebenwirkungen, die bei der Behandlung mit Dobutamin auftreten können

Nebenwirkungen, die bei der Behandlung mit Dobutamin auftreten können

Wie fast alle Medikamente kann auch Dobutamin verschiedene Nebenwirkungen zur Folge haben. Wir verstehen darunter all jene unerwünschten Konsequenzen, die durch dieses Medikament entstehen können:

  • Ventrikuläre Dysrhythmie
  • Bluthochdruck
  • Erhöhte systolische Herzfrequenz
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Angina
  • Atembeschwerden

Abschließende Bemerkung

Dobutamin ist ein Arzneistoff, der für die Behandlung einer Herzinsuffizienz zur Anwendung kommt, da er die Kontraktilität des Herzens und den Herzrhythmus beschleunigen kann. Dadurch können jedoch auch eine Reihe von unerwünschten Nebeneffekten entstehen, die der Arzt während der Behandlung mit diesem Medikament berücksichtigen muss.

Solltest du Zweifel oder Fragen über das Arzneimittel Dobutamin haben, lasse dich von deinem Arzt oder Apotheker gut beraten. Du musst den Arzt auch über andere Medikamente informieren, die du einnimmst, um Wechselwirkungen und Komplikationen zu verhindern.

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