Der Zweck und die Auswirkungen einer Laryngektomie

In unserem heutigen Artikel werden wir den Zweck und die Auswirkungen einer Laryngektomie genauer beleuchten. Hierbei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, bei dem der Kehlkopf vollständig entfernt wird. Diese Operation führt zu einem Anpassungsprozess, der anspruchsvoll ist und emotionale und psychologische Unterstützung erfordert.
Der Zweck und die Auswirkungen einer Laryngektomie

Letzte Aktualisierung: 04 Juni, 2021

In unserem heutigen Artikel möchten wir den Zweck und die Auswirkungen einer Laryngektomie diskutieren. Dies ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Kehlkopf vollständig entfernt wird. Wenn sich jemand einer solchen Operation unterzieht, führt dies anschließend zu großen Veränderungen im Leben der Betroffenen. Am relevantesten ist der Verlust der Rachenstimme, Veränderungen des Geruchssinns, Veränderungen der Atmung und Veränderungen des persönlichen Aussehens.

Wer sich einer Laryngektomie unterzieht, muss lebenslang eine Tracheotomie haben. Dies ist eine Öffnung in der Luftröhre mit einem eingeführten Schlauch, die den Luftdurchgang in die Lunge erleichtert. Dies impliziert, dass eine dauerhafte Pflege und Behandlung unvermeidlich ist.

Die Auswirkungen der Laryngektomie sind sehr unterschiedlich und beinhalten mehrere alltägliche Einschränkungen. Aber diese Patienten müssen nicht nur ihre Stimme neu trainieren. Darüber hinaus sehen sie sich möglicherweise auch mit Problemen beim Schlucken von Nahrungsmitteln konfrontiert.

Wer sollte sich einer Laryngektomie unterziehen?

Laryngektomie - Frau fasst sich an den Hals
Bei einer Laryngektomie entfernen die Ärzte den gesamten Kehlkopf.

Innerhalb des Kehlkopfes gibt es zwei verschiedene Kanäle: Einer führt zum Magen (Speiseröhre) und der andere zur Lunge (Kehlkopf und Luftröhre). Der Kehlkopf teilt einen gemeinsamen Raum mit der Speiseröhre, der als Pharynx bezeichnet wird. Eine Entfernung des Kehlkopfes unterbricht daher die Verbindung zwischen Mund und Lunge.

Die Entfernung des Kehlkopfes ist eine sehr schwere Operation, die Ärzte nur durchführen, wenn es keine Alternative gibt. In welchen Fällen besteht die Notwendigkeit für diesen Eingriff?

  • Der Kehlkopf hat ein schwerwiegendes Trauma erlitten. Das bedeutet, es besteht ein beträchtlicher Schaden, der aus einer Schusswunde oder einem anderen derartigen Faktor resultiert.
  • Der Patient hat Kehlkopfkrebs.
  • Es liegt eine Strahlennekrose vor. Mit anderen Worten, eine schwere Schädigung dieses Bereichs durch Strahlentherapie.

Wie erfolgt dieser Eingriff?

Eine Laryngektomie erfordert eine Vollnarkose. Der Chirurg macht Schnitte im Hals und entfernt durch diese anschließend den Kehlkopf. In einigen Fällen kann der Fachmann auch einen Teil des Pharynx und/oder der Lymphknoten entfernen.

Nach dem Entfernen des Kehlkopfes macht der Arzt ein Loch in die Vorderseite der Luftröhre. Dies wird als “Stoma” bezeichnet und hat etwa den Durchmesser eines 5 Cent Stückes. Dann wird ein Schlauch oder eine Kanüle eingeführt, um die Lunge mit der Außenwelt zu verbinden.

Abschließend vernäht der Chirurg die Naht mit chirurgischen Stichen. Normalerweise werden zudem Drainageschläuche im Hals eingebracht, um Flüssigkeiten und Blut von der Operationsstelle zu entfernen. Nach Abschluss des Eingriffs wird der Patient dann in einen Aufwachraum gebracht.

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Manchmal führen Ärzte während einer Laryngektomie auch eine tracheoösophageale Punktion (TEP) durch. Dies ist ein kleines Loch in der Luftröhre und der Speiseröhre. Sie platzieren ein Ventil so, dass das Loch offen bleibt. Ziel ist es, Lebensmittel aus der Luftröhre fernzuhalten, ohne den Luftdurchgang zu blockieren.

Die möglichen Risiken einer Laryngektomie

Jede Operation ist mit Risiken verbunden. Zu den häufigsten gehören Blutungen, Infektionen, allergische Reaktionen auf Medikamente, Atemprobleme und Herzprobleme. Bei einer Laryngektomie treten zudem insbesondere noch weitere Risiken auf. Zum Beispiel die folgenden:

  • Hämatome oder Blutansammlungen aufgrund einer Ruptur der Schilddrüsenarterien.
  • Die Entstehung von Fisteln. Das heißt, abnorme Kanäle oder Verbindungen zwischen dem Pharynx und der Haut.
  • Anastomosenstenose. Ein Zustand, bei dem die Öffnung des Stomas zu klein wird.
  • Leckage. Tritt zwischen der Tracheotomieprothese und der tracheoösophagealen Perforation (TEP) auf.
  • Schädigung der Luftröhre oder der Speiseröhre
  • Schwierigkeiten beim Sprechen
  • Schwierigkeiten beim Schlucken von Lebensmitteln

Was du vor einer Laryngektomie berücksichtigen solltest

Vor einer Laryngektomie muss der behandelnde Arzt eine Reihe von Tests und Untersuchungen durchführen. Normalerweise gehören dazu auch Blutuntersuchungen und manchmal auch bildgebende Verfahren. Darüber hinaus wird der Arzt auch eine vollständige körperliche Untersuchung durchführen.

Der Patient sollte einen Schlucktherapeuten und einen Logopäden konsultieren. Auf diese Weise kannst du dich auf die Auswirkungen einer Laryngektomie vorbereiten. Des Weiteren solltest du dich von einem Ernährungsberater beraten lassen. Wenn du Raucher bist, solltest du mit dem Rauchen aufhören und dir dabei die entsprechende Unterstützung holen, um dieses Vorhaben umzusetzen.

Außerdem musst du deinen Arzt über alle Medikamente informieren, die du einnimmst. Darüber hinaus solltest du deinem Arzt sagen, wenn du regelmäßig Alkohol konsumierst. Natürlich musst du auch darüber Auskunft geben, wenn du schwanger bist oder die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht.

Zusätzlich zu den oben genannten möchten wir noch die folgenden Informationen ergänzen:

  • Wenn du Medikamente einnimmst, die die Blutgerinnung behindern, musst du diese eine Woche vor der Operation absetzen. Dies natürlich in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt.
  • Der Patient sollte vor der Operation 12 Stunden lang nichts essen oder trinken.
  • Wenn der Patient einen Bart oder Schnurrbart hat, muss er diesen abrasieren.
  • Darüber hinaus solltest du natürlich auch alle weiteren Anweisungen deines Arztes genau befolgen.

Die Implikationen einer Laryngektomie

Laryngektomie - Frau nach einer OP

Nach der Laryngektomie wird der Patient höchstwahrscheinlich mehrere Tage auf der Intensivstation verbringen. Die Versorgung mit Nahrung erfolgt durch einen Schlauch, der von der Nase zum Magen führt. Darüber hinaus wird der Patient über das Stoma mit Sauerstoff versorgt und erhält Schmerzmittel.

Wenn sich der Zustand stabilisiert hat, wirst du in ein normales Krankenzimmer verlegt, wo du etwa 10 Tage bleiben wirst. Während dieser Zeit lernst du wieder zu sprechen und zu essen. Außerdem bekommst du Unterstützung dabei, dich an die neue Art des Atmens zu gewöhnen.

Nach dem Krankenhausaufenthalt musst du den Rehabilitationsprozess fortsetzen. Dies schließt die beiden grundlegenden Aspekte ein, die wir nachfolgend skizzieren werden.

Stoma-Versorgung

Eine der bedeutendsten Implikationen einer Laryngektomie ist die Pflege des Stomas. Denn hier besteht das Risiko, dass Viren und Bakterien eindringen und eine Infektion auslösen können. Daher ist es sehr wichtig, die richtige Pflege des Stomas zu erlernen. Die Ränder des Stomas sollten mit einer Gaze und Wasser und milder Seife gereinigt werden.

Im Inneren des Stomas bilden sich Krusten und Schleim. Diese müssen entfernt werden, damit die Luft richtig in die Lunge strömen kann. Manchmal reicht es aus, heftig zu husten, um diese Ansammlungen zu entfernen. Wenn dies jedoch nicht möglich ist, müssen diese Verkrustungen manuell entfernt werden. Der operierte Patient muss daher erlernen, wie er oder sie dies selbstständig durchführen kann.

Darüber hinaus ist es erforderlich, einen Luftbefeuchter zu Hause zu haben, da dies eine Verkrustung des Stomas verhindert. Manchmal wird auch die Verwendung einer speziellen Maske erforderlich, welche den Patienten mit befeuchteter Luft versorgt. Allerdings ist diese Maske in der Regel nur für einen bestimmten Zeitraum erforderlich.

Implikationen einer Laryngektomie: Sprachliche Rehabilitation

Eine weitere extrem wichtige Implikationen ist die, dass sich der Klang der Stimme merklich ändert. Die Luft zirkuliert nicht mehr auf die gleiche Weise und dies führt zu großen Änderungen in der Art und Weise, wie Geräusche abgegeben werden. Daher ist es sehr wichtig, dass der Patient neue Kommunikationswege entwickelt und das Sprechen neu erlernt.

Grundsätzlich kann nonverbale Kommunikation über Gesten oder Gebärdensprache verwendet werden. Einige der Alternativen zur Sprachwiederherstellung sind die folgenden:

  • Ösophageale Sprache. Hierbei wird Luft aus dem Mund in der oberen Speiseröhre und im Hals gesammelt. Obwohl diese Technik schwer zu erlernen ist, kann sie Sprache erzeugen.
  • Elektrolaryngeale Sprache. Hierfür wird ein externes Gerät zur Spracherzeugung angebracht. Obwohl sich die Sprach roboterhaft anhört, ist das Gerät einfach zu bedienen und löst das Problem kurz- oder langfristig.
  • TEP-Sprache. Hierbei wird eine Stimmprothese an das TEP-Ventil (das aus der tracheoösophagealen Punktion) angebracht. Diese wird über das Stoma gelegt und ermöglicht das Sprechen.

Die Folgen einer Laryngektomie

Jede Laryngektomie hat schwerwiegende Auswirkungen, die das Leben des Betroffenen nachhaltig und schwerwiegend verändern. Wenn du die Anweisungen deines Arztes befolgst und viel Ausdauer hast, kannst du nach einiger Zeit dennoch wieder ein fast normales tägliches Leben führen. Es ist möglich, auf eine Weise zu atmen, zu sprechen und wieder zu essen, die keine größeren Beschwerden verursacht.

Das größte Risiko ist die Blockade des Stomas, da dies die Atmung unterbricht. Mit der richtigen Ausbildung kann dies verhindert werden. Ein Mensch, der eine Laryngektomie durchlaufen hat, benötigt psychologische Unterstützung, da sich der Betroffene vielen psychosozialen Veränderungen stellen muss.

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