Das Schlafmuster kann auf degenerative Krankheiten hinweisen

Aus einer neueren Studie geht hervor, dass ein gestörtes Schlafmuster auf mögliche degenerative Krankheiten hinweisen kann.

Das Schlafmuster beziehungsweise verschiedene Schlafstörungen können auf degenerative Krankheiten hinweisen. Dabei spielt die REM-Phase eine besonders wichtige Rolle.

In unserem heutigen Artikel geht es um die Ergebnisse verschiedener Studien, aus denen hervorgeht, was das Schlafmuster über mögliche degenerative Krankheiten verraten kann.

Schlafstörungen

Schlafwandler Schlafmuster

Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Problem, an dem nicht nur Patienten mit neurodegenerativen Krankheiten (wie Parkinson, Demenz oder Alzheimer) leiden.

Wenn der normale Schlaf-Wach-Rhythmus gestört ist, können in der Folge mentale, emotionale oder physische Beschwerden auftreten.

Die häufigsten Schlafstörungen sind:

  • Schlafapnoe (kurze unfreiwillige Atemaussetzer)
  • Bettnässen (vor allem bei Kindern)
  • Schlaflosigkeit (Probleme bein Ein- oder Durchschlafen)
  • Restless Legs Syndrom (Unruhe in den Beinen verhindert den Schlaf)
  • Schlaflähmung oder Schlafparalyse (man wird in der Nacht wach, ist jedoch bewegungsunfähig)
  • Nachtangst (plötzliches Aufwachen mit großem Angstgefühl)
  • Schlafwandeln oder Somnambulismus (Betroffene verlassen das Bett im Schlaf und führen zum Teil Aktivitäten durch)
  • Narkolepsie (wenn der Betroffene egal wo und wann, ohne es zu wollen, einschläft)

Folgende Schlafstörungen treten seltener auf:

  • Idiopathische Hypersomnie (trotz gutem Nachtschlaf schlafen die Betroffenen tagsüber unfreiwillig ein)
  • Krankhafte Hypersomnie oder Schlafsucht (übermäßiges Schlafbedürfnis mit episodischen Einschlafattacken)
  • Idiopathische Schlafstörung (neurologisch gestörter Schlafzyklus, Betroffene haben Probleme beim Aufwachen oder bei der Schlafregulierung)

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REM-Phase und neureodegenerative Erkrankungen

Schlafender Mann Schlafmuster

Laut einer Studie der neurologischen Abteilung der Klinik von Barcelona (Spanien), können die Verhaltensweisen während der REM-Phase bestimmte Erkrankungen erklären oder anzeigen, so zum Beispiel Parkinson oder Demenz.

Patienten, die während der REM-Phase an Albträumen leiden, in denen sie angegriffen oder verfolgt werden, und sich durch Hiebe, Fußtritte, Schreie oder Weinen ausdrücken, können später an neurodegenerativen Krankheiten leiden, da häufig ein Dopaminmangel im Gehirn vorliegt.

In der genannten Klinik können sich betroffene Personen untersuchen lassen und sich über mögliche Folgen informieren.

Die Analysen werden ambulant durchgeführt. Dabei werden verschiedene Verhaltensweisen während der REM-Phase untersucht und das Risiko für eine Krankheit bestimmt.

Die Schlafstörungen könnten Hinweise geben, die wichtig sind, um Narkolepsie, Schlaflosigkeit, Herz-Kreislauf- oder degenerative Krankheiten zu vermeiden. Auch Atemwegsprobleme, wie Apnoe oder Schnarchen werden mit diesen Untersuchungen festgestellt.

Was hat das Schlafmuster mit neurologischen Erkrankungen zu tun?

Frau leidet unter Schlaflosigkeit Schlafmuster

Die Abteilung für Neumologie im Universitätskrankenhaus von Ciudad Real (Spanien) verfügt über eine Abteilung für nächtliche Atemstörungen. Dort gibt es auch Kongresse über Schlafmedizin, wo Themen wie die Beziehung von Epilepsie und Schlafstörungen behandelt werden.

Denn nicht immer ist es einfach einen epileptischen Anfall von einer Schlafstörung zu unterscheiden.

Auch bei anderen Krankheiten spielt die Schlafqualität eine wichtige Rolle: Das Risiko für Parkinson (die zweithäufigste neurodegenerative Krankheit) ist zum Beispiel bei Patienten mit Schlaflosigkeit, Angstzuständen oder Depressionen größer.

  • 80% der Parkinsonpatienten leiden an Hypersomnie.
  • 40% der Patienten leiden an Verhaltensstörungen während der REM-Phase.
  • Bei 20% wird das Restless Legs Syndrom diagnostiziert.

Patienten mit Schlafstörungen leiden also statistisch gesehen häufiger an neurodegenerativen Krankheiten, welche die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Schlafstörungen könnten ein anfängliches Symptom dieser Krankheiten sein, auch deshalb ist es wichtig, diese zu analysieren und und gegebenenfalls die richtige Behandlung einzuleiten.

Bestimmte Schlafstörungen werden auch mit geistigen Krankheiten wie Schizophrenie, Depression oder Bipolarität assoziiert. Auch Angstzustände und posttraumatischer Stress stehen in enger Verbindungen mit Schlafproblemen.

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Schlafstörungen und Alzheimer

Aus einer anderen Studie geht hervor, dass es einen Zusammenhang zwischen der höheren Lebenserwartung und der größeren Anzahl an Patienten mit Demenz im Allgemeinen und Alzheimer im Besonderen besteht.

Es gibt eine direkte Beziehung zwischen Alter, Alzheimer und Schlafstörungen, wobei auch genetische Faktoren eine Rolle spielen.

Schlafmuster bei einem Alzheimer-Patienten:

  • Übermäßige Bewegungen beim Aufwachen.
  • Kürzerer orthodoxer Schlaf (non-REM-Schlaf) und kürzere REM-Phase (schnelle Augenbewegungen).
  • Schläfrigkeit während des Tages.

Die Hauptursache dafür sind geschädigte Nervenzellen, die für einen gesunden Schlaf notwendig sind. Die betroffenen Patienten weisen Störungen im Hypotalamus auf, darüber hinaus ist auch die innere biologische Uhr gestört.

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