Bleichmittelvergiftung: Symptome und Vorbeugung

Hier erfährst du die häufigsten Symptome einer Bleichmittelvergiftung. Außerdem sagen wir dir, was zu tun ist, wenn du den Verdacht hast, dass du oder jemand anderes Bleichmittel eingenommen hat.
Bleichmittelvergiftung: Symptome und Vorbeugung

Letzte Aktualisierung: 03. Mai 2022

Die Symptome einer Bleichmittelvergiftung hängen davon ab, wie du mit der Substanz in Berührung gekommen bist, d.h. ob sie eingeatmet, geschluckt oder in die Augen gespritzt wurde. Je nachdem kann es zu Brennen und Rötungen der Haut oder Schleimhäute, Übelkeit, Husten, Halsschmerzen und sogar Herzrhythmusstörungen kommen.

Bleiche wird häufig für die Reinigung im Haushalt verwendet. Allerdings solltest du dies stets nur mit Vorsicht tun, da ihr Hauptbestandteil Natriumhypochlorit ist.

In diesem Artikel erläutern wir die häufigsten Symptome einer Bleichmittelvergiftung und sagen dir, wie du dich verhalten solltest, wenn du oder jemand in deinem Haushalt sie versehentlich einatmet oder verschluckt. Außerdem erfährst du, wie man dieses Produkt richtig verwendet, um Unfälle im Haushalt zu vermeiden.

Was ist Bleichmittel und wofür wird es verwendet?

Bleichmittel oder Natriumhypochlorit ist eine wässrige Lösung, die aus dieser chemischen Substanz hergestellt wird. Diese Chemikalie kann in Reinigungs- und Waschmitteln, Bleichmitteln und Wasserreinigern enthalten sein.

Die Konzentrationen in Haushaltsprodukten variieren zwischen 3 % und 6 %. Die in Schwimmbädern verwendeten Bleichmittel können jedoch bis zu 10 % erreichen.

Wäschebleiche ist bei der Haushaltsreinigung nützlich, wenn sie an den Orten eingesetzt wird, an denen sich die meisten Bakterien ansammeln, von Küche und Bad bis zu den Schlafzimmern und dem Keller. Darüber hinaus kommt sie auch zur Desinfektion von Labormaterialien (die nicht aus Metall bestehen oder kein organisches Material enthalten) sowie von verschiedenen Oberflächen oder Fomiten in Sanitärräumen zum Einsatz.

Aufgrund ihrer Eigenschaften eignet sie sich zur Beseitigung von Mikroben, Pilzen und anderen Mikroorganismen, wodurch eine Desinfektion erreicht und das Risiko der Ansteckung oder Verbreitung von Krankheiten minimiert wird.

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Die Symptome einer Bleichmittelvergiftung

Trotz all dieser Reinigungsvorteile kann Bleiche bei falscher oder unsachgemäßer Anwendung gefährlich sein. Das gilt nicht nur für die Person, die damit umgeht, sondern auch für Kinder und sogar Haustiere im Haus.

Es ist erwähnenswert, dass ein unsachgemäßer Gebrauch von Bleichmitteln im Haushalt auch durch die Vermischung von Natriumhypochlorit mit anderen Stoffen, wie Salzsäure oder Ammoniak, entstehen kann. Dies ist einer der häufigsten Fehler, die bei der Reinigung mit Bleichmitteln gemacht werden.

Die Symptome einer Bleichmittelvergiftung variieren je nach Art des Kontakts, der exponierten Körperstelle, der Konzentration der Substanz und der Dauer der Exposition.

Bleichmittelvergiftung - Person bei der Reinigung
Bleichmittel kommt in der ganzen Welt zum Einsatz. Man kann es in Supermärkten und kleinen Geschäften kaufen.

Bleichmittelvergiftung: Hautkontakt

In Haushaltsprodukten liegt der Natriumhypochloritgehalt bei 5 %, manchmal sogar darunter. Selbst in diesen wässrigen Lösungen kann Bleiche die Haut empfindlicher Menschen reizen und Brennen oder Rötungen verursachen.

In höheren Konzentrationen verhält sich Hypochlorit allerdings wie eine alkalische Lauge, die ätzend wirkt. Infolgedessen kommt es zu Brennen und Blasenbildung an der betroffenen Stelle.

Dennoch kommen interessanterweise 0,05%ige Bleichbäder zur Behandlung von Neurodermitis zum Einsatz. Dies scheint entzündungshemmende Wirkungen zu haben. Außerdem trägt diese Behandlung zur Besserung der Symptome bei, da sich die Konzentration von Bakterien wie Staphylococcus aureus verringern lässt, ohne auf Kortikosteroide oder topische Antibiotika zurückgreifen zu müssen. Allerdings darf diese Behandlung nur unter ärztlicher Aufsicht und mit medizinischem Bleichmittel erfolgen.

Bleichmittelvergiftung: Augenkontakt

In den Augen und anderen Schleimhäuten wirkt Natriumhypochlorit in Verbindung mit Proteinen und Fetten chemisch direkt auf das Gewebe. Es kann zu Verbrennungen, Brennen und starken Schmerzempfindungen kommen. In weniger schweren Fällen können jedoch auch Rötungen, Entzündungen und Tränen auftreten.

Einatmen

Wie bereits erwähnt, führt die Mischung von Bleichmitteln mit anderen Produkten, ob im Haushalt oder in der Industrie, zu einer Reaktion, bei der Chlordämpfe freigesetzt werden.

Das Einatmen dieser Dämpfe kann verschiedene Reaktionen auslösen:

  • Ein Teil pro Million (1 ppm) kann bei empfindlichen Personen Reizungen der Nasen-, Augen- und Rachenschleimhaut sowie eine laufende Nase, Husten, Würgereiz, Tränenfluss und Trockenheit verursachen.
  • Bei 30 ppm kann es selbst bei kurzer Exposition zu Brustschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, verändertem Atemrhythmus, Husten und Kopfschmerzen führen.
  • Bei 40 ppm oder mehr können Glottisödeme, Pleuraschmerzen, obstruktive Bronchitis und Atembeschwerden auftreten.
  • In den schwersten Fällen kommt es zu Hypoxämie und Lungenödemen.

Verschlucken

Im Falle eines versehentlichen oder absichtlichen Verschluckens hängen die Symptome einer Bleichmittelvergiftung auch von der Konzentration und der aufgenommenen Menge ab. Bei 5 % Haushaltsprodukten treten die folgenden Anzeichen auf:

  • Magenschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Geschwüre an den Schleimhäuten
  • Niedriger Blutdruck
  • Verbrennungen in der Speiseröhre, im Mund oder im Rachen

Obwohl in einem Bericht aus dem Jahre 2018 von durchschnittlich 45.000 jährlichen Fällen von Bleichmittelvergiftungen in den USA die Rede ist, wird nur etwa ein Todesfall alle vier Jahre gemeldet.

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Was tun bei einer Bleichmittelvergiftung?

Nach einer versehentlichen Einnahme von Bleichmittel sollte die betreffende Person zunächst einmal Ruhe bewahren und eine Arztpraxis aufsuchen. Auf keinen Fall sollte Erbrechen herbeigeführt werden, da dies die Schleimhäute weiter reizen könnte.

Darüber hinaus raten wir ebenfalls von der Verwendung einer nasogastralen Sonde ab. Auch von der Durchführung einer Darmspülung, der Einnahme von Aktivkohle oder gar dem Versuch, das Bleichmittel mit Laugen oder Säuren zu neutralisieren, solltest du ebenfalls Abstand nehmen. Wenn du etwas tun möchtest, dann kannst du deinen Mund mit Wasser ausspülen oder die Person mit der Bleichmittelvergiftung dazu auffordern.

Wenn keine Schluckbeschwerden auftreten, kannst du zudem ganz langsam Wasser trinken, um die Konzentration des Produkts zu verdünnen. Alternativ kannst du auch Milch in kleinen Schlucken trinken.

Allerdings ist dieses Vorgehen keinesfalls ratsam, wenn mehr als eine Stunde nach der Einnahme vergangen ist und die Person nicht schlucken kann. Gleiches gilt, wenn Schluckversuche Hustenanfälle auslösen.

Bei Menschen ohne Verdauungssymptome kann ein Magenschutz empfohlen werden. Diejenigen, die Symptome aufweisen, sollten sich einigen medizinischen Tests unterziehen und die Behandlung mehrere Tage lang fortsetzen.

Wenn du Hypochlorit nicht eingenommen hast, sondern deine Haut damit in Berührung gekommen ist, solltest du alle Kleidungsstücke ausziehen und die betroffene Stelle mit reichlich Wasser abwaschen. Auch wenn deine Augen betroffen sind, kannst du die Schleimhäute vorsichtig und mit reichlich sauberem Wasser spülen.

Bleichmittelvergiftung - Tropf
Wenn der Verdacht besteht, dass ein Kind Bleichmittel verschluckt hat, sollte man es unverzüglich in die Notaufnahme eines Krankenhauses bringen.

Alle Vergiftungsfälle mit Bleichmittel erfordern sofortige medizinische Hilfe.

Wie kann man eine Bleichmittelvergiftung verhindern?

Obwohl wir dir heute sehr viele potenzielle Gefahren bei der Verwendung von Bleichmittel aufgezeigt haben, bedeutet das nicht, dass du es nicht mehr verwenden solltest. Dennoch solltest du einige wichtige Maßnahmen ergreifen, um eine Bleichmittelvergiftung zu verhindern.

Zu diesen Maßnahmen gehören die folgenden:

  • Öffne die Fenster, bevor du mit dem Putzen beginnst, damit der Raum gelüftet wird.
  • Trage eine Maske oder einen Mundschutz, um die Gefahr des Einatmens zu verringern.
  • Trage Schutzkleidung. Hosen und Hemden mit langen Ärmeln sind am besten geeignet, um Hautkontakt zu vermeiden.
  • Trage dicke Arbeitshandschuhe.

Vermische unter keinen Umständen Bleichmittel mit anderen Reinigungsmitteln. Und zu guter Letzt solltest du diese und andere Substanzen immer außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahren.

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