Bewusst leben: Tipps, wie dir das gelingen kann!

Wenn du ein gutes Bewusstsein darüber hast, wer du bist und was dich umgibt, kann es dir gelingen, Harmonie zu finden. In unserem heutigen Artikel erfährst du, wie es dir gelingen kann, bewusster und im Hier und Jetzt zu leben.
Bewusst leben: Tipps, wie dir das gelingen kann!

Letzte Aktualisierung: 13. Juli 2021

In unserer heutigen Welt, in der zahlreiche Medien und Ablenkungsquellen dazu einladen, uns auf andere und nicht auf uns selbst zu konzentrieren, wird es immer schwieriger, ein bewusstes Leben zu führen. Es scheint, dass unser inneres Selbst immer mehr an Attraktivität verliert und wir infolgedessen weniger bewusst leben.

Aber warum sollten wir daran interessiert sein, bewusster zu leben? Und warum ist es so wichtig, unsere eigenen Erfahrungen zu erforschen?

Dabei geht es nicht nur um eine Verbindung mit dem Selbst, sondern darum, sich des gegenwärtigen Augenblicks und der Umstände, in denen wir leben, voll und ganz bewusst zu sein.

Verschiedene Ansätze zur Beantwortung dieser Fragen ist Teil dessen, womit wir uns in unserem heutigen Artikel befassen werden. Wir werfen einen Blick darauf, was “bewusst leben” eigentlich bedeutet, was uns daran hindert und was wir tun können, um bewusster zu leben.

Was bedeutet es, bewusst zu leben?

Bewusst zu leben bedeutet zu wissen, wer du bist, welchen Platz du in der Welt und in Bezug auf die anderen Menschen um dich herum einnimmst.  Es geht darum, dich an die eigene Verantwortung, deine Qualitäten und deine Tugenden zu erinnern und auch darum, deine negativen Seiten zu erkennen.

Dies bringt uns zurück zum Daseins-Konzept des deutschen Philosophen Martin Heidegger. Dasein bedeutet „in der Welt sein“, dynamisch in ihr verortet zu sein, zu erfahren und zu leben. Kurz gesagt, es ist eine Beziehung zum eigenen Sein.

Gleichzeitig hat das bewusste Leben, in Anlehnung an den großen spanischen Denker José Ortega y Gasset, mit uns und unseren Umständen zu tun und mit dem, was wir mit der Welt, in der wir leben, tun.

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Was hindert uns daran, bewusst in der Gegenwart zu leben?

Neben den Ablenkungen des Alltags, der Überarbeitung und anderen Aktivitäten beeinflussen uns bestimmte Einstellungen; sie sind ein Zeichen dafür, dass wir nicht bewusst im gegenwärtigen Moment leben.

Einige davon sind beispielsweise die folgenden:

  • Ärger: Dies ist eine negative Emotion, die mit einer bitteren Erinnerung verbunden ist, von der wir glauben, dass wir sie unverdientermaßen erhalten haben. Dies kann beispielsweise auf eine Beleidigung oder Verletzung zurückzuführen sein und hat mit Wut und Traurigkeit zu tun.
  • Furcht und Angst: Wir haben Angst vor Gefahr, vor dem Sterben, Angst, krank zu werden, davor, dass unseren Kindern etwas Schlimmes passiert. Wenn wir der Angst zum Opfer fallen, hören wir auf, das Leben in vollen Zügen zu leben. Sowohl Angst als auch Furcht erzeugen Gefühle der Beklemmung, der Unsicherheit und der Ungewissheit über die Zukunft.
  • Übersteigertes Selbstwertgefühl: Ein gewisses Maß an Selbstwertgefühl ist positiv, aber zu viel davon ist alles andere als hilfreich. Denn ein übersteigertes Ego hindert uns daran, uns mit der Welt und den Menschen zu verbinden.
  • Ausweichen: Sich dessen bewusst zu sein, was wir sind, bedeutet, unsere Realität zu akzeptieren. In der Vergangenheit zu leben, in scheinbar angenehmeren Momenten oder sich eine idealisierte Zukunft vorzustellen, mag vorübergehend eine Erleichterung schaffen, aber es ist nicht die Lösung.
  • Ablenkung: Ein erfülltes Leben ist nur möglich, wenn du auf dich selbst, deine Umstände und deinen gegenwärtigen Moment achtest.
  • Langeweile: Wenn du dich von dem, was du tust und was vor dir liegt, gelangweilt fühlst, liegt das daran, dass du dir vielleicht wünschst, stattdessen etwas anderes zu tun. Wenn du aber permanente Langeweile verspürst, ist dies ein schlechtes Zeichen.
Langeweile hindert uns daran, das zu genießen, was um uns herum passiert
Langeweile kann uns aus dem gegenwärtigen Moment herausholen und hindert uns daran, das zu genießen, was um uns herum passiert.

Tipps, um bewusst zu leben

Obwohl wir davon ausgehen, dass es notwendig ist, achtsam in der Gegenwart zu leben, wissen nicht alle von uns, wie wir uns mehr auf das Hier und Jetzt konzentrieren können. Wir müssen unseren Geist trainieren, um jede Erfahrung zu erleben. Wir müssen das neu lernen, was wir verlernt haben.

1. Meditation

Meditation ist der Beginn eines bewussten Lebens. Wenn wir meditieren, tun wir nichts anderes, als hier zu sein, im gegenwärtigen Moment, und im Augenblick zu leben.

Es ist erwiesen, dass Meditation positive biopsychosoziale Wirkungen in verschiedenen Bereichen des menschlichen Lebens hat, sowohl in Bezug auf emotionale Zustände als auch auf kognitive Prozesse und die allgemeine Gesundheit. Sie beeinflusst sogar die Symptome von chronischen Krankheiten.

Wenn du dir die Meditation zu einer Gewohnheit machst, hilft dir dies, bewusst zu leben und damit aufzuhören, mit Sorge an das zu denken, was kommen wird, oder verärgert darüber zu sein, was bereits geschehen ist.

2. Yoga und Bewegung

Yoga ist nicht nur eine Reihe von Dehnübungen zum Wohle des Körpers. Diese philosophische Lehre arbeitet vor allem an der Verbindung zwischen unserem Geist und Körper.

Tatsächlich erwähnen mehrere Studien, dass körperliche Aktivität und Yoga Stress abbauen und eine bessere Lebensqualität fördern, und zwar in Bezug auf körperliche, emotionale, intellektuelle, soziale und spirituelle Aspekte.

3. Lege Urteile und Erwartungen ab

Wenn wir Erwartungen haben, führt dies dazu, dass wir nicht akzeptieren können. Ebenso erschöpft uns die Annahme, dass die Dinge anders sein sollten. Folglich hindert uns dies daran, zu sehen, was um uns herum ist.

Natürlich können wir uns zum Positiven verändern und versuchen, uns zu verbessern. Akzeptanz bedeutet nicht, dass du mit allem einverstanden sein und dich damit abfinden musst, wie es ist. Es bedeutet vielmehr, die Haltung der Verleugnung und den ewigen Kampf gegen die Welt hinter dir zu lassen.

Gleichzeitig entfernen uns die Urteile, die wir über uns selbst fällen, oder die Angst vor den Urteilen anderer von unserer Realität und schaffen eine verzerrte Vorstellung von dem, was wir erwarten oder was andere von uns erwarten.

4. Vermeide negative Emotionen

Eine Haltung des Vertrauens in die Gegenwart fördert ein bewusstes Leben. Aber Vertrauen in die Gegenwart zu haben bedeutet auch, Angst, Furcht und Sorgen loszulassen.

Das Gleiche gilt auch für Wut, Ärger und Groll. Sie ketten uns an negative Momente und hindern uns daran zu sehen, dass es noch etwas anderes gibt.

5. Übe dich in Akzeptanz und Dankbarkeit

Unser Leben mag nicht perfekt erscheinen, aber niemand hat gesagt, dass es das sein muss. Es gibt Momente oder Ereignisse, die wir als unangenehm empfinden.

Und doch, für jedes Detail, das wir nicht mögen, gibt es ein anderes, das es ausgleicht. Wenn wir Ersteres bemerken und Letzteres nicht, liegt das daran, dass wir uns zu sehr auf das Negative konzentrieren.

Wir können nicht einfach einen freudigen Moment nach dem anderen erleben. Aber wir können auch nicht in ständiger Traurigkeit leben. Der französische Schriftsteller Albert Camus hat einmal gesagt, dass man weder dauerhaft glücklich noch dauerhaft unglücklich sein kann.

Gleichzeitig sehen wir, wenn wir dankbar sind, was wir haben und vergessen, was uns fehlt. Unbd genau das ist die Essenz eines bewussten Lebens.

Wenn wir meditieren öffnet dies unseren Geist
Es gibt nicht die eine Art zu meditieren. Jeder sollte diejenige finden, die am besten zu seinem Lebensstil passt.

6. Achtsamkeit

Achtsamkeit bedeutet mit der Realität des gegenwärtigen Moments in Kontakt zu sein, im vollen Bewusstsein dessen, was man tut, ohne an etwas anderes zu denken oder es sich zu wünschen. Ein bewusstes Leben und Achtsamkeit sind so untrennbar wie die zwei Seiten einer Medaille.

Mehrere Studien zeigen, dass Achtsamkeit bei der Behandlung von Stress und anderen psychischen Problemen wirksam ist, so dass sie bereits in mehreren Psychotherapieprogrammen aufgenommen wurde.

Achtsamkeit zu entwickeln ist etwas, das man durch Übung erreichen kann. Du musst alles vermeiden, was deinen Geist von dem ablenkt, was du gerade tust. Bemühe dich darum, deine Konzentration auf eine einzige Aufgabe aufrechtzuerhalten.

Verschiedene Aktivitäten helfen dabei, die schwierige, aber notwendige Kunst der Achtsamkeit und des bewussten Lebens zu erlernen. Dazu gehören unter anderem die folgenden:

  • Das Hören sanfter Musik
  • Lesen
  • Zeichnen oder Malen
  • Schach spielen
  • In der Natur spazieren gehen

Die Vorteile eines bewussten Lebens in der Gegenwart

Wenn wir uns nicht erlauben, das Leben, das wir leben, zu erfahren, werden wir nicht das Wissen erlangen, das jede Erfahrung mit sich bringt. Das Lernen wird vergebens sein und wir werden dazu verurteilt sein, dieselben Fehler zu wiederholen.

Wenn wir bewusst durchs Leben gehen, sind wir offener dafür, von unserer Umgebung und von uns selbst zu lernen. Außerdem werden wir besser mit Leid und Stress umgehen können.

Bewusst in der Gegenwart leben zu können, liegt für jedermann zum Greifen nahe. Unsere zukünftige Existenz wird davon abhängen; viel mehr als von den anderen Dingen, die wir nicht kontrollieren können.

Wir können uns von unnötigem Leiden befreien. Alles, was wir tun müssen, ist, unsere Schutzmauer, hinter die wir uns geflüchtet haben, hinter uns zu lassen, die Lautstärke des Lärms, der von außen kommt, zu verringern, unsere Augen für das zu öffnen, was wir in uns haben, und es zu wagen, wirklich zu leben.

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