Beschreibung und Merkmale von Pityriasis versicolor

4 März, 2021
Viele Krankheitsbilder können die normale Pigmentierung der Haut verändern und Pityriasis versicolor ist eine von ihnen. Es ist eine Pilzinfektion, die bei jungen Menschen auf der ganzen Welt recht häufig vorkommt.

Die Haut ist die erste Abwehrlinie gegen pathogene Mikroorganismen und deshalb sind Pilzinfektionen wie Pityriasis versicolor einer der häufigsten Gründe für einen Hausarztbesuch.

Zunächst ist zu beachten, dass eine große Anzahl von Mikroorganismen die Hautoberfläche besiedelt und diese Teil der normalen Mikrobiota sind. Unter normalen Bedingungen sind sie harmlos, können aber unter bestimmten Umständen Infektionen verursachen.

Was genau ist Pityriasis versicolor?

Diese Pilzinfektion der Haut, auch bekannt als Tinea versicolor oder Kleienpilzflechte, wird durch einen Pilz der Gattung Malassezia verursacht. Einigen Studien zufolge kann der häufigste ätiologische Erreger je nach geografischer Lage variieren. In gemäßigten Ländern ist M. globosa meist der Auslöser, in tropischen Ländern M. furfur.

Die Erkrankung betrifft Menschen aus allen Bevölkerungsschichten gleichermaßen und ist weltweit verbreitet. Allerdings tritt die Infektion häufiger in Ländern mit feuchtwarmem Klima auf. Das liegt daran, dass diese Bedingungen die Ansiedlung dieser Pilzart auf der Haut begünstigen.

Am häufigsten sind junge Menschen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr betroffen. Der Erreger besiedelt die Haut, ohne Schaden anzurichten; er kann sich jedoch unter bestimmten Bedingungen auch vermehren und zu einer Infektion führen.

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Pityriasis versicolor
Hautflecken durch Tinea versicolor können in jedem Alter auftreten, sind aber häufiger zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.

Auslöser

Wie bereits erwähnt, wird die Infektion durch einen Pilz der Gattung Malassezia verursacht, der auf der Haut häufig vorkommt. Tatsächlich wurde Malassezia furfur bei einigen Personen in 95 % der Bereiche mit einer Vielzahl an Talgdrüsen festgestellt.

Der Pilz siedelt sich in diesen Bereichen an, weil er Fette zur Ernährung benötigt. Daher führen einige Faktoren, die die Fettzusammensetzung der Haut verändern können, zu einer Vermehrung des Mikroorganismus. Auf diese Weise kann die Anzahl der Stämme des Pilzes zunehmen.

Folgende Umstände können also das Auftreten von Pityriasis Versicolor begünstigen:

  • Ein feucht-heißes Klima
  • Übermäßiges Schwitzen und das Tragen enger Kleidung
  • Schwangerschaft
  • Fettige Haut
  • Verwendung von Kortikosteroiden

Darüber hinaus können auch ein geschwächtes Immunsystem sowie die Einnahme von Antibiotika die Erkrankung begünstigen. Beide dieser Gegebenheiten beeinträchtigen die Kontrollmechanismen, mit denen der menschliche Körper die Vermehrung von Krankheitserregern verhindert.

Symptome von Pityriasis versicolor

Das Hauptmerkmal dieser Infektion ist das Auftreten von ovalförmigen, schuppigen Hautflecken. Diese können heller oder dunkler sein als das umgebende Gewebe. Sie sind entweder braun, bräunlich oder weiß.

Diese Flecken können überall am Körper auftreten, am häufigsten entstehend sie jedoch auf dem Rücken, dem Hals, der Brust und dem oberen Drittel der Arme. Sie können auch in Hautfalten auftreten und leicht mit Schuppenflechte verwechselt werden.

Neben den Flecken ist die Infektion normalerweise asymptomatisch, obwohl es unter bestimmten Umständen – zum Beispiel beim Schwitzen – zu Juckreiz kommen kann. Pityriasis versicolor ist weder schmerzhaft noch ansteckend, verursacht aber dennoch großes psychisches Unbehagen bei den Betroffenen.

Diagnose

Die Diagnose erhält man eigentlich ganz einfach. Dermatologen können eine genaue Diagnose stellen, indem sie sich die Hautflecken ansehen. Allerdings könnte diese Erkrankung mit anderen Hautkrankheiten verwechselt werden – zum Beispiel mit seborrhoischer Dermatitis.

Es gibt verschiedene Tests, um eine Differenzialdiagnose zu stellen, wobei der häufigste die direkte Beobachtung unter dem Mikroskop ist. Dazu nimmt man eine Probe der Hautschuppen der Läsionen, versetzt sie mit Kaliumhydroxid und untersucht sie unter dem Mikroskop.

In bestimmten Fällen kann die Anfertigung eine Kultur der Probe notwendig sein, um zwischen den Malassezia-Typen unterscheiden zu können.

Pilzkultur im Labor - Pityriasis versicolor

Behandlungsmöglichkeiten bei Pityriasis versicolor

Wie bereits erwähnt, handelt es sich um eine Pilzinfektion, weshalb meistens Antimykotika zur Behandlung genutzt werden. Medizinischen Quellen zufolge sind auch Shampoos und Cremes in den meisten Fällen wirksam. Daher sollten sich Ärzte eine systemische Behandlung für Patienten aufheben, bei denen die Krankheit häufiger auftritt und der übliche Therapieansatz versagt.

Bei der lokalen Behandlung hat sich die Verwendung von Cremes, Gelen oder Shampoo mit Ketoconazol oder Ciclopirox als wirksam erwiesen. Zusätzlich kann die Verwendung von 2,5%igem Selensulfid-Shampoo von Vorteil sein. Die Hautflecken verschwinden in den meisten Fällen innerhalb von 1 bis 2 Wochen.

Eine systemische Behandlung sollte nur in den Fällen eingesetzt werden, in denen die lokale Behandlung nicht wirksam ist. In einem solchen Fall können etwa Fluconazol, Ketoconazol oder Itraconazol über einen bestimmten Zeitraum oral eingenommen werden.

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Wie kann man Pityriasis versicolor vorbeugen?

Obwohl sie durch einen Pilz verursacht wird, der auf der Haut lebt, gibt es mehrere Maßnahmen, die ergriffen werden können, um das Auftreten dieser Krankheit zu verhindern. Meistens wird eine gründliche Körperhygiene empfohlen, sowie die Reduzierung von Fett auf der Haut.

Letztlich ist zu beachten, dass Pityriasis versicolor wiederkehrend sein kann. Daher wird die Einnahme von Antimykotika in den warmen Monaten mit vorheriger ärztlicher Genehmigung empfohlen, wenn man zuvor schon einmal daran erkrankt ist.

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