Bescheidenheit macht aus einer gewöhnlichen Person einen außergewöhnlichen Menschen

· 20 Mai, 2016
Man sollte nicht vergessen, dass manchmal weniger mehr bedeutet und wir lernen müssen, Prioritäten zu setzen. Einfache Gedanken sind keinesfalls mit Einfalt gleichzusetzen, sondern mit Bescheidenheit und Objektivität.

Bescheidenheit ist die Sprache, die im Herzen entsteht und keine Kunstgriffe oder Tricks benötigt. Es geht alleine um den Willen, sich selbst und andere zu respektieren, ein Leben zu führen, in dem auch kleine Dinge gewertet und geschätzt werden.

Meist sind wir im Alltag nicht an Einfachkeit und Bescheidenheit gewöhnt. Unser Streben gilt „wichtigeren“ Dingen, schwer erreichbaren Träumen und Gewohnheiten, die weit entfernt von grundlegenden Bedürfnissen sind, die Bescheidenheit definieren.

Doch viele von uns gelangen irgendwann zu einem Punkt, an dem sich die Lebensansichten verändern.

Oft möchte man dann wieder zurück zur Essenz, zum Ursprung, zu den wichtigen Personen und Dingen im Leben. Wir beginnen, die Einfachkeit des Herzens zu schätzen und fühlen uns dabei glücklich.

Wir laden dich heute ein, mit uns darüber nachzudenken.

Bescheidenheit ist oft schwierig

Bescheidenheit hat nichts damit zu tun, ob jemand eine gute oder schlechte Person ist. Wir alle wissen, was Edelmut und respektvolles Handeln anderen gegenüber bedeutet, was Würde und Gegenseitigkeit ausmachen.

Doch die Bescheidenheit ist etwas komplexer, dabei sind verschiedene psychologische Aspekte im Spiel, die es sich lohnt, sich etwas genauer anzuschauen.

Paar lebt in Bescheidenheit

Einfachkeit des Denkens

  • Die Einfachkeit des Denkens hat nichts mit Einfalt zu tun. Ganz im Gegenteil, handelt es sich dabei um die Fähigkeit, Dinge so zu sehen, wie sie tatsächlich sind, ganz objektiv.
  • Manche sehen die Realität und die Verhaltensweisen anderer gemäß ihrer eigenen Glaubenseinstellung. Sie wagen es, andere zu richten und abzustempeln. Doch Menschen, die fähig sind, einfach und bescheiden zu denken, sehen die Dinge so wie sie sind und akzeptieren diese, auch wenn sie nicht gefallen.
  • Wer die Dinge frei und objektiv betrachten kann, ist auch fähig, richtig und überzeugt zu handeln. Diese Tugend ist sehr gesund, deshalb sollte man sie immer berücksichtigen.

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Die Tugend, von niemandem abzuhängen

Als Erstes ist es wichtig, den Begriff Bindung zu verstehen. Kinder benötigen beispielsweise eine enge Verbundenheit zu ihren Eltern, um sich geliebt und sicher zu fühlen.

  • In einer Beziehung ist die Bindung zum Partner ebenfalls sehr wichtig. Wir sprechen hier jedoch von einer gesunden Bindung, nie von einer abhängigen oder toxischen Beziehung, in der einer der Partner die Kontrolle über alles ausübt.
  • Einfache Personen haben die Fähgikeit, sich nicht an Dinge zu binden oder davon abzuhängen. Sie haben nicht die Notwendigkeit, mehr zu besitzen, als das, was bereits in ihrer Umgebung zur Verfügung steht. Sie benötigen es nicht, von jemandem abhängig zu werden und so ihre Freiheit, Essenz oder Identität zu verlieren.

Einklang mit sich selbst, um die Umgebung und Mitmenschen zu genießen

Sich selbst zu kennen, seine eigenen Ängste, die die Persönlichkeit definieren, sich über Tugenden und Grenzen bewusst zu sein, ist der beste Weg, sich selbst zu akzeptieren.

  • Nicht jeder kann dieses Bewusstsein erreichen. Die Selbstakzeptanz ist der erste Schritt für positive und bereichernde Beziehungen zu anderen.
  • Wer sich selbst akzeptiert, akzeptiert auch andere und erwartet nicht, das Fremde die eigene Leere füllen, das Selbstwertgefühl verbessern oder bei Angst für Freude sorgen.
  • Bescheidene Personen erwarten sich nichts von niemandem, sie wissen, dass alles von ihnen selbst ausgehen muss. So können sie anderen das Beste ihrer selbst anbieten und klassische Enttäuschungen, die wir oft erleiden, verhindern.

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Frau mit Bescheidenheit

Der Weg in Richtung Einfachkeit

Wie bereits erwähnt, erwacht der Wunsch nach Einfachkeit und Bescheidenheit bei vielen irgendwann im Leben.

  • Weil wir überlastet sind durch den Leistungsdruck und den beschleunigten Rhythmus in der heutigen Gesellschaft und uns deshalb von den wirklich wichtigen Dingen entfernen: Wohlbefinden, Ruhe, Gelassenheit, Freunde, Familie und auch von uns selbst.
  • Etwas so Einfaches, wie daran zu denken, dass weniger mehr ist, kann uns bereits helfen, wirklich wichtige Dinge im Leben, die uns glücklich machen, zu bevorzugen.
  • Einfache Aktivitäten, die authentische Gefüle und ein reines Herz ermöglichen: eine geliebte Person streicheln, Kinderlachen, ein Gespräch mit Freunden, ein Spaziergang am Strand, jemandem einen Gefallen tun, ohne sich davon etwas zu erwarten…

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Ganz sicher hast du auch eine „einfache, ganz besondere Seele“ in deinem Freundeskreis, die dein Leben bereichert. Verliere sie nicht, denn sie gibt dir Licht in der schwierigen modernen Gesellschaft, die manchmal viel zu komplex ist, sie ist das beste Beispiel und kann dich inspirieren.

Diese ganz besonderen, bescheidenen Menschen erleuchten unseren Weg und schenken uns emotionale Schätze und Bescheidenheit. Es lohnt sich, ihnen nachzueifern.