Auswirkungen von Rauchen auf die psychische Gesundheit

21 April, 2020
Tabakkonsum wirkt sich nicht nur negativ auf die körperliche Gesundheit aus. Oft wird dadurch auch die Entstehung oder die Verschlimmerung von psychischen Störungen begünstigt. Erfahre weitere Gründe, warum du dir das Rauchen abgewöhnen solltest.

Es ist kein Geheimnis, dass die Auswirkungen von Rauchen negativ für unser Wohlbefinden sind. Aufgrund des hohen Gehalts an giftigen Inhaltsstoffen sind Raucher vielen Krankheiten ausgesetzt. Aber wusstest du schon, dass sich Rauchen auf die psychische Gesundheit auswirkt?

Neben den Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit kann Rauchen die Entstehung oder Verschlimmerung verschiedener psychischer Störungen begünstigen. Auch wenn viele glauben, dass es sich dabei um eine wirksame Methode handelt, um Stress und Unruhe zu lindern, ist Rauchen alles andere als vorteilhaft.

Warum verbessert sich deine psychische Gesundheit, wenn du mit dem Rauchen aufhörst?

Mit dem Rauchen aufhören

Eine weit verbreitete Annahme unter Rauchern ist, dass Zigaretten die Symptome von Stress und Unruhe lindern. Aufgrund der Entspannung, die sie beim Rauchen empfinden, sind viele davon überzeugt. In Wirklichkeit ruft diese schlechte Angewohnheit jedoch genau das Gegenteil hervor.

Die giftigen Inhaltsstoffe von Zigaretten lösen Veränderungen der chemischen Prozesse im Gehirn hervor. Nikotin sorgt sofort für ein Gefühl von Entspannung. Deswegen glauben Raucher, dass dadurch ihre Unruhe gelindert wird. Dieser Zustand ist jedoch nur vorübergehend und bereits nach kurzer Zeit kommt es zu Entzugserscheinungen und Gelüsten.

Der unmittelbare Griff zur Zigarette scheint der effektivste Weg zu sein, um diese Reaktionen zu kontrollieren. Allerdings lässt sich dadurch weder die Unruhe und noch die zugrunde liegende Ursache behandeln. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wurde die Unruhe sogar erst durch das Rauchen ausgelöst.

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Rauchen und Depressionen

Auch zwischen Depressionen und Rauchen gibt es einen direkten Zusammenhang. Menschen, die unter dieser Krankheit leiden, fällt es schwerer, mit dem Rauchen aufzuhören. Der Grund dafür ist das Glücksgefühl, das durch das Nikotin ausgelöst wird. Es ist jedoch unklar, ob Rauchen Depressionen hervorruft oder ob Depressionen die Menschen zum Rauchen ermutigt.

In jedem Fall schädigen die Inhaltsstoffe von Tabak die Gehirnmechanismen, die für die Herstellung von Dopamin, dem wichtigsten Hormon für das Wohlbefinden, nötig sind. Auch wenn es zunächst so scheint, als ob Nikotin diese stimulieren würde, wird die Freisetzung dadurch auf lange Sicht blockiert.

Tipps, um mit dem Rauchen aufzuhören

Unser körperliches und psychisches Wohlbefinden verbessern sich deutlich, wenn man sich dazu entscheidet, mit dem Rauchen aufzuhören. Außerdem sind viele der Vorteile bereits in den ersten Wochen spürbar. Es ist jedoch nicht immer einfach, damit aufzuhören. Die folgenden Tipps können jedoch dabei helfen:

Erstelle einen Plan, um mit dem Rauchen aufzuhören

Die Willenskraft ist eine grundlegende Voraussetzung, um das Laster des Rauchens abzulegen. Wichtig sind auch spezifische Strategien, um dieses Ziel zu erreichen. Am besten lässt du dir von einem Experten helfen.

Darüber hinaus ist auch der richtige Augenblick sehr wichtig, um erfolgreich mit dem Rauchen Schluss zu machen. Wenn du gerade Sorgen hast, eine Krise oder wichtige Veränderungen durchlebst, ist dieses Unterfangen schwieriger. 

Folgende Maßnahmen können dir dabei jedoch helfen:

  • Verändere deine Gewohnheiten, ernähre dich gesund und bewege dich regelmäßig.
  • Verzichte auf Situationen, die dich zum Rauchen anregen (Feste, Bars usw.).
  • Entspannungsübungen, wie Meditation, Aromatherapie oder therapeutische Massagen können dich unterstützen.
  • Aktivitäten, die große Konzentration erfordern, lenken dich vom Rauchen ab.
  • Vergiss nicht, dass du viel Geld sparen kannst. Setze dir zum Ziel, damit etwas zu tun, das du schon lange wolltest.

Gesünder essen

Gesunde Ernährung, um mit dem Rauchen aufzuhören

Eine ausgewogene und ganzheitliche Ernährung kann sehr nützlich sein, wenn man sich das Rauchen abgewöhnen will. Auch wenn es sich dabei nicht um die einzige Maßnahme gegen Entzugserscheinungen handelt, kann die Ernährung einen positiven Effekt haben. Lebensmittel mit einem hohen Nährwert helfen, die Auswirkungen von Tabak auf das körperliche und psychische Wohlbefinden zu reduzieren.

Aus diesem Grund wird empfohlen, fünf bis sechs Mal pro Tag zu essen und die folgenden Lebensmittel zu kombinieren:

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Mehr Wasser trinken

Einige Getränke verstärken den Genuss des Rauchens sogar. Handelsübliche Erfrischungsgetränke, Alkohol, Tee und Kaffee scheinen die Lust auf Zigaretten zu steigern. Aus diesem Grund solltest du diese Getränke weitgehend meiden und dafür mehr Wasser trinken. Es empfehlen sich zwei Liter Wasser täglich. Du kannst mit Kräutertees oder frischen Fruchtsäften abwechseln.

Professionelle Hilfe undr Unterstützung von der Familie

Frau beim Psychologen

Einzel- oder Gruppentherapie kann Rauchern bei der Entwöhnung helfen. Mithilfe von Gesprächstherapien können Verhaltensweisen geändert werden, die diese Angewohnheit fördern. Psychologen empfehlen außerdem Methoden wie die kognitive Verhaltenstherapie.

Diese ist besonders effektiv, wenn die Raucher zudem Symptome zeigen, die auf ein psychisches Problem hinweisen. Darüber hinaus ist auch die familiäre Unterstützung wichtig, vor allem wenn andere Familienmitglieder ebenfalls rauchen.

Du willst mit dem Rauchen aufhören? Dann halte dich an unsere Tipps. Wenn sie nicht funktionieren, solltest du einen Experten nach weiteren Alternativen fragen. Vielleicht kommt dann eine Nikotinersatztherapie in Frage.

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