Acitretin: Indikationen und Anwendungen

Acitretin wird zur Behandlung bei Problemen mit verhornter oder schuppiger Haut verwendet. Erfahre mehr über seine Anwendungen und Nebenwirkungen!
Acitretin: Indikationen und Anwendungen

Letzte Aktualisierung: 22. September 2020

Acitretin ist ein Medikament, das zur Gruppe der Retinoide oder Vitamin-A-Derivate gehört. Es wird zur Behandlung von Hautproblemen verwendet, bei denen die Haut verhornt ist und schuppig aussehen kann.

Dieses Medikament hemmt das übermäßige Wachstum der Zellen und die Verhornung der Haut. Bei der Verhornung verdicken sich die Hautzellen, indem sich Proteine auf ihnen ablagern.

Wozu wird Acitretin verwendet?

Acitretin wird zur Behandlung von schweren, häufig auftretenden Hauterkrankungen eingesetzt. Eine solche weit verbreitete Krankheit ist die Schuppenflechte (Psoriasis).

Dieses Arzneimittel kommt auch bei der Behandlung von Ichthyose zur Verwendung, einer Hauterkrankung, bei der sich Keratin in den Zellen ablagert und diese verhornt, so wie die Nägel und die Haare.

Dieses Medikament sollte immer von einem Arzt, vorzugsweise einem Dermatologen, verschrieben werden. Insbesondere Dermatologen haben mehr Erfahrung in der Behandlung mit systemischen Retinoiden.

Wie nimmt man es ein?

Es empfiehlt sich, dieses Arzneimittel zusammen mit Nahrungsmitteln oder Milch einzunehmen. Die Dosis ist für jeden Patienten unterschiedlich. Die vom Arzt verschriebenen Vorgaben müssen befolgt werden.

Für Erwachsene und ältere Menschen beträgt die übliche Anfangsdosis 25 mg oder 30 mg einmal täglich. Es ist jedoch möglich, dass der Arzt nach 2 bis 4 Wochen die Dosis in Abhängigkeit von der Wirkung auf den Patienten ändert.

Die maximale Dosis beträgt jedoch 75 mg täglich und die maximale Behandlungsdauer drei Monate. Allerdings kann man sie verlängern, wenn es der Experte für notwendig erachtet.

Falls du deine tägliche Dosis vergisst, solltest du sie nicht nachholen. Nimm sie aber so bald wie möglich ein, es sei denn, es fehlt nicht viel bis zur nächsten, dann lass es bleiben. Du darfst die Behandlung nicht eigenständig unterbrechen, konsultiere davor immer deinen Arzt.

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Nebenwirkungen

Einnahme von Acitretin

Wie alle Medikamente kann auch Acitretin Nebenwirkungen hervorrufen. Normalerweise sind sie von der Dosis abhängig. Je höher die Tagesdosis, desto größer ist das Risiko von Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen treten zu Beginn der Behandlung auf und sind reversibel, wenn man die Dosis ändert oder unterbricht.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören trockene Haut, trockene Schleimhäute und trockene Lippen. Darüber hinaus können andere unerwünschte Wirkungen auftreten, wie zum Beispiel:

  • Veränderungen des Haarwachstums und der Textur
  • Entzündung der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches
  • Blasen auf der Haut und Risse
  • Veränderungen der Haut- und Haarfarbe
  • Sehstörungen, wie trockene Augen, verschwommenes Sehen, schwache Nachtsicht. Möglicherweise vertragen Betroffene keine Kontaktlinsen.

In anderen Fällen kommt es zusätzlich zu trockenen Schleimhäuten in der Nase und zu trockener, sich abschälender Haut. Die Schuppenbildung kann vor allem an den Handflächen und Fußsohlen auftreten.

Bei einem geringen Prozentsatz der Patienten treten Nebenwirkungen wie Nasenbluten oder das Erscheinen von Schuppen und Verdünnung der gesunden Haut mit erhöhter Empfindlichkeit auf.

Wenn die Langzeitbehandlung mit Acitretin abgeschlossen ist, kann es zu Knochenveränderungen wie Verdünnung der Knochen oder Abnahme der Knochendichte (Osteoporose) kommen.

Wann darf Acitretin nicht verwendet werden?

Acitretin darf man in den folgenden Situationen nicht verwenden:

  • Frauen, die schwanger sind oder die während der Behandlung oder in den nächsten 3 Jahren schwanger werden können
  • Patienten mit Leber-, Nieren- oder Herzinsuffizienz
  • Allergie gegen Acitretin oder Retinol-Derivate
  • Patienten nach einer Behandlung mit Tetracyclinen

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Es ist wichtig zu wissen und zu beachten, dass Acitretin hochgradig teratogen ist. Das heißt, dass es bei einer schwangeren Frau, die mit diesem Medikament behandelt wird, zu Fehlbildungen beim Fötus führen kann. Typische Missbildungen durch Acitretin sind:

  • Schädigung des Zentralnervensystems
  • Probleme mit Herz und Blutgefäßen
  • Missbildungen beim Schädel, Gesicht und Skelett
  • Probleme in der Thymusdrüse

Der Anteil an Missbildungen ist hoch, auch wenn es nur für eine kurze Zeit während der Schwangerschaft eingenommen wird. Es kommt auch vor, wenn die Schwangerschaft innerhalb von 3 Jahren nach Ende der Behandlung erfolgt.

Schlussfolgerung

Acitretin sollte man bei Frauen immer nur unter ärztlicher Aufsicht und mit besonderer Vorsicht anwenden. Du darfst dieses Medikament nicht einnehmen, wenn du schwanger bist oder planst, innerhalb der nächsten 3 Jahre schwanger zu werden. Es handelt sich um ein Medikament, das erhebliche Missbildungen beim Fötus verursacht.

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