Wie Emotionen Schmerzen bereiten

· 8 November, 2016
Unverarbeitete Emotionen können zu körperlichen Beschwerden führen

Emotionen, so meint man, bewegen nur unser Herz und unsere Seele. Doch viele Schmerzen und andere körperlichen Beschwerden werden von unseren unterdrückten oder unverarbeiteten Emotionen verursacht.

So helfen Medikamente zwar, die Symptome zu bekämpfen, solange die Ursache unserer Emotionen sich nicht ändert, hilft das allein jedoch nicht.

Emotionen beeinflussen die Gesundheit

Das Sprichwort „in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ hat auch im umgekehrten Sinne seine Richtigkeit.

Denn wer mit seinen Emotionen im Reinen ist, wem nichts auf der Seele liegt und wer mit sich und seinen Gefühlen zufrieden ist, erfreut sich meist auch besserer Gesundheit als Menschen, die sich von ihren (unverarbeiteten) Emotionen buchstäblich niederschlagen lassen.

Man kann wirklich sagen, dass eine gesunde Seele zu einem gesunden Körper führt. Studien an der Universität in Wisconsin haben bestätigt, was viele schon längst vermutet haben: glückliche Menschen werden seltener krank. Und: Je optimistischer ein Mensch, desto schneller wird er wieder gesund!

Es gibt also einen direkten Zusammenhang zwischen Psyche und Immunsystem!

herbst und emotionenEmotionen beeinflussen das Immunsystem

Direkt hinter unserer Stirn befindet sich im Gehirn der Bereich des präfrontalen Kortex. Diese Region registriert unsere Emotionen, insbesondere solche, die positiv sind.

Lachen, Glück, Begeisterung und andere positive Stimmungen beeinflussen vom Gehirn aus unser Immunsystem, denn bei positiven Emotionen werden dann Hormone ausgeschüttet, die schmerzlindernd wirken und Stress abbauen.

Bei einem Bluttest wurde während der Studie auch nachgewiesen: Wer von positiven Emotionen begleitet eine Impfung erhält, bildet deutlich mehr Antikörper als Menschen, die dieselbe Impfung in einer negativen seelischen Verfassung verabreicht bekamen.

Das bedeutet: Wer glücklich, gut gelaunt und positiv durchs Leben geht, hat mehr Antikörper und wird dadurch seltener krank.

Freunde halten gesund

In einer anderen Studie fand man heraus: Je besser und enger die Menschen mit anderen befreundet sind, desto gesünder sind auch sie!

Auch gute Freunde beeinflussen die Stimmung und sorgen damit ebenfalls für ein stärkeres Immunsystem.

Dadurch erkranken solche Menschen seltener und wenn, dann werden sie auch schneller wieder gesund. Außerdem sorgen enge Freundschaften auch für eine gesündere Psyche – und diese wiederum hat ebenfalls positive Auswirkungen auf das Immunsystem…

Wichtig dabei ist zu beachten, dass nicht die Zahl der Freunde dabei ausschlaggebend ist, sondern die Intensität der Freundschaft.

Solche Freunde, auf die man sich im Ernstfall voll und ganz verlassen kann, denen man vertraut und die für einen in Notsituationen da sind, das sind solche Freunde, die für die Gesundheit förderlich sind.

mann mit kopfschmerz und emotionenAuch Schmerzen sind nicht „emotionslos“!

Wie stark der eine oder andere einen Schmerz empfindet ist auch sehr unterschiedlich.

Soziales Umfeld, psychische Stabilität und Vorgeschichte der Patienten haben einen großen Einfluss auf das Schmerzempfinden.

So können manche Schmerzen von manchen als „unerträglich schlimm“ wahrgenommen werden, andere empfinden einfach nur ein „leichtes Ziehen“. Je mehr dem Schmerz Beachtung gezeigt wird, desto stärker wird er.

Betroffene können schlecht akzeptieren, dass sie psychische und nicht medizinische Hilfe brauchen. Daher wird nach Ursachen gesucht, um den Auslösern für chronische Schmerzen einen anderen „Beigeschmack“ zu geben.

Um sich selbst erklären zu können: „Ich bin nicht selbst schuld, ich kann auch nichts ändern“ wird nach einem medizinischen Grund, einem Namen für die Beschwerden gesucht.

Person mit Angst und negativen EmotionenBeispiel Rückenschmerzen und Emotionen

Statistisch gesehen ist in 85% aller Fälle von Rückenschmerzen keine konkrete medizinische Ursache zu finden. Verursacht werden solche Probleme dann „nur“ von Stress, psychischen Problemen und nervlicher Überlastung.

Verschwindet der Stress und die Patienten haben wieder etwas Zeit zum Entspannen, verschwinden meist auch die Rückenschmerzen.

80% aller Menschen, die an chronischen Rückenschmerzen leiden, leiden auch an Depression oder depressiven Verstimmungen! Allen gemeinsam ist: Rein medizinisch gesehen ist der Rücken kerngesund!

Durch Überängstlichkeit, Schonhaltung oder vorsichtige Bewegungen verschlimmert sich der Zustand immer mehr. Sport, Bewegung und Entspannung helfen dann mehr als jedes Medikament. Denn nur wenn man im Kopf entspannt ist, kann das Gehirn auch an die Rückenmuskeln das „befreiende“ Signal zu Entspannung senden.

Wer nicht gelernt hat, Stress richtig zu verarbeiten, löst sich nicht aus der unbewussten Verkrampfung und Verspannung. Dadurch entstehen unter anderem Fehlhaltungen, Schonhaltung – und weitere Verspannungen. Und die so über einen längeren Zeitraum angespannten Muskeln reagieren dann mit Schmerz, das nimmt man unter anderem als Rückenschmerzen wahr.