Wichtig für alle Eltern: Sekundäres Ertrinken bei Kindern

Sekundäres Ertrinken kann auch erst Stunden oder sogar Tage nach dem Vorfall auftreten. Ein sofortiger Arztbesuch ist erforderlich, um das Problem so schnell wie möglich zu behandeln.

Leider kommt es insbesondere im Sommer immer wieder zu Ertrinkungsunfällen im Meer oder in Schwimmbädern. Auch wenn diese sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen vorkommen können, sind Kinder ganz besonders gefährdet.

Deshalb ist es sehr wichtig, diese immer zu beobachten und Risikosituationen zu vermeiden. Trotzdem kommt es immer wieder zum Ertrinken kleiner Kinder. 

Auch sekundäres Ertrinken kann zum Tode führen, leider ist dies nicht sehr bekannt. Ertrinken kann man nämlich nicht nur im Wasser, auch außerhalb besteht nach dem Abtauchen Gefahr und dies sollte auf jeden Fall berücksichtigt werden.

Auch wenn ein Kind oder eine erwachsene Person nach einem Ertrinkungsunfall gerettet wird und danach alles wieder normal zu sein scheint, kann es nach mehreren Stunden oder Tagen zu großer Müdigkeit kommen, der Betroffene kann einschlafen und nie wieder aufwachen. Dies wird als sekundäres oder zweites Ertrinken bezeichnet.

In unserem heutigen Beitrag erfährst du mehr darüber, damit du deine Kinder und auch andere und dich selbst vor sekundärem Ertrinken schützen kannst.

Sekundäres Ertrinken: der schleichende Tod

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Zuerst möchten wir dir über einen Vorfall berichten, der in verschiedenen Medien, wie beispielsweise der Huffingtonpost, kommentiert wurde. Lindsay Kujawa ist eine bekannte Bloggerin, die aufgrund ihrer Artikel mit Rezepten, Bastelarbeiten und persönlichen Gedanken einer Mutter sehr beliebt ist. Während einer Feier erlitt ihr Sohn einen Ertrinkungsunfall, bei dem er mehrere Sekunden unter Wasser war, glücklicherweise jedoch erfolgreich reanimiert werde konnte.

Obwohl alles normal zu verlaufen schien, informierte Lindsay ihre Kinderärztin über den Vorfall und hinterließ eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Sie erhielt überraschend schnell Antwort mit dem Hinweis, dass sie ihr Kind sofort in eine Ambulanz zur Untersuchung bringen sollte.

Als Lindsay ihren Sohn holte, wurde sie sich bewusst, dass dieser nur schlafen wollte. Er war sehr müde und zog ein Bein etwas nach. Etwas war nicht in Ordnung, das war offensichtlich. Nach mehreren Untersuchungen im Krankenhaus war die Diagnose eindeutig. 

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Die Lungen des Kindes waren aufgrund der Chemikalien im Wasser, welches der Kleine eingeatmet hatte, gereizt und entzündet. Der Sauerstoffvorrat viel rapide ab und das Kind war nahe daran zu ersticken.

Die Ärzte konnten ihn durch die richtige Behandlung und Pflege nach mehreren Tagen retten. Er hatte großes Glück, dass seine Mutter die Kinderärztin informiert hatte und diese sofort reagierte. Auch die Ärzte leiteten sofort die richtige Behandlung ein. Doch nicht immer hat das sekundäre oder zweite Ertrinken ein glückliches Ende.

Viele Kinder sterben daran. Das sekundäre Ertrinken kann nämlich bis zu 3 Tage nach dem eigentlichen Vorfall auftreten, ohne davor klare Symptome zu verursachen. Deshalb handelt es sich um ein sehr ernsthaftes Problem, das zu einer Tragödie führen kann.

Wissenswertes über sekundäres und trockenes Ertrinken

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  • Trockenes Ertrinken liegt dann vor, wenn der Organismus und das Gehirn „spüren“, dass sie Wasser schlucken werden. Dann kann es zu einem Krampf im Kehlkopf kommen, um diesen zum Schutz zu schließen. So kann zwar kein Wasser eindringen, aber auch keine Luft. Es kommt folglich zu einem Sauerstoffmangel.
  • Von sekundärem Ertrinken spricht man, wenn Wasser eingeatmet wird und in den Lungen verbleibt. Auch wenn das Kind reanimiert wird, kann das Wasser in den Lungen bleiben und zu einem Lungenödem führen.

Anfangs stellt dies noch kein Problem dar, doch nach ein paar Stunden oder Tagen kann es zum Tod führen.

  • Dabei muss auch beachtet werden, dass das Wasser im Schwimmbecken Chemikalien enthält. Wenn diese in die Lunge geraten, kann es zu Reizungen und Entzündungen kommen.
  • Chlor reizt die Bronchien sehr stark.
  • Nach einem Ertrinkungsunfall kann das Kind dazu gebracht werden, dass es das Wasser ausstößt, um es normal zu reanimieren, doch trotzdem kann Wasser in der Lunge zurückbleiben. 

Nach wenigen Stunden entzünden sich die Bronchien und ein Ödem entsteht. Die Folge davon ist der Sauerstoffmangel im Blut.

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Empfehlungen

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  • Wenn ein Kind einen Ertrinkungsunfall erleidet, ist es sehr wichtig, es in die Ambulanz zu bringen und untersuchen zu lassen.
  • Lass deine Kinder am Strand oder im Schwimmbad keine Sekunde aus den Augen!
  • Es ist auch wichtig, dass Kinder so klein wie möglich bereits schwimmen lernen.
  • Doch auch wenn sie bereits schwimmen können, können Unfälle passieren. Bei plötzlichem Schwindel oder wenn jemand hängen bleibt, kann es beispielsweise zu unfreiwilligem Einatmen von Wasser kommen. Du solltest deshalb deine Kinder ständig beobachten.

Genieße die Sommer- und Badezeit und informiere dich so gut wie möglich über mögliche Risiken und Handlungsmöglichkeiten. Es lohnt sich!

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