Werde Knochenmarkspender!

· 14 Februar, 2017
Der Knochenmarkspender läuft keine Gefahr, denn seine Zellen regenerieren sich komplett, so wie das auch beim Empfänger der Fall ist, wenn alles gut läuft.

Immer mehr Patienten erkranken an bösartigen Blutkrankheiten, alleine in Deutschland um die 11000 jährlich. Zu diesen Krankheiten zählen Leukämie, aplastische Anämie, Lymphome sowie Immunschwächen, die mit einer Blutstammzelltransplantation oder Knochenmarktransplantation behandelt werden können. Deshalb ist es so wichtig, Knochenmarkspender zu sein!

Für etwa ein Drittel der Patienten können Geschwister-Spender ermittelt werden, doch die Übereinstimmung der HLA-Gewebemerkmale ist bereits bei anderen Familienmitgliedern weitaus geringer.

Deshalb ist es wichtig, nicht nur verwandte, sondern auch andere Knochenmarkspender zur Verfügung zu haben, die in diesen Fällen helfen können.

Glücklicherweise gibt es viele Freiwillige, schätzungsweise bereits mehr als 22 Millionen Personen in 48 Ländern. 

Was ist das Knochenmark?

Das Knochenmark ist ein schwammartiges Gewebe, das sich im Inneren bestimmter Knochen des Körpers befindet und die Aufgabe hat, Blutzellen zu produzieren.

Es enthält auch Stammzellen, die eine sehr wichtige Rolle für andere Körpergewebe spielen.

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Wie wird die Knochenmarkspende durchgeführt?

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Für die klassische Knochenmarkspende ist eine Vollnarkose erforderlich, um aus dem Beckenknochen ungefähr 1 – 1,5 Liter Knochenmark entnehmen zu können. In diesem Fall spricht man von einer Knochenmarktransplantation.

Inzwischen gibt es jedoch ein spezielles Verfahren für die Entnahme der Blutstammzellen, das sich Stammzellapherese nennt.

Diese Methode dauert 3 – 4 Stunden und kann ambulant in einem spezialisierten Krankenhaus durchgeführt werden. Hier spricht man von einer Blutstammzellentransplantation.

Das Verfahren ist für den Spender ungefährlich, denn das Knochenmark hat die Fähigkeit, sich zur Gänze zu regenerieren. 

Wenn die Transplantation erfolgreich ist, hat auch der Patient die Möglichkeit, das Knochenmark zu regenerieren und damit die eigenen Zellen zu ersetzen.

Welche Risiken hat eine Spende?

Bevor eine Knochenmarkspende durchgeführt wird, wird der Spender über alle möglichen Risiken aufgeklärt und gründlich untersucht. Nur wenn alle Ergebnisse positiv sind, wird der Spender als solcher akzeptiert.

Bei einer konventionellen Knochenmarktransplantation besteht wie bei jeder Vollnarkose ein Risiko. Darüber hinaus kann es durch die kleinen Einstiche im Beckenbereich zu Schmerzen kommen, die jedoch normalerweise in wenigen Tagen wieder verschwinden.

Moderner und inzwischen üblich ist jedoch die periphere Blutstammzellspende, bei der der Spender mit dem Wachstumsfaktor G-CSF behandelt wird, um den Übergang der Blutstammzellen ins Blut zu ermöglichen.

Dabei kann es zu grippeähnlichen Beschwerden kommen, die jedoch nach der Behandlung wieder abklingen.

Wer kann Knochenmark spenden?

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Spender zu werden ist relativ einfach. Dafür musst du nur bestimmte Anforderungen erfüllen.

Voraussetzungen sind beispielsweise:

  • Gute Gesundheit.
  • Alter zwischen 18 und 55 Jahren.
  • Mindestgewicht von 50 kg.
  • Ausfüllen eines Informatiosblattes, mit wichtigen Daten, die für die Spende notwendig sind.
  • Keine über das Blut übertragbaren Krankheiten.
  • Keine Operationen, Tätowierungen, Piercings oder invasive Untersuchungen im vergangenen Jahr.
  • Kein Fieber, Durchfall oder Brechreiz in den letzten 10 Tagen.
  • Kein Drogenkonsum.

Was bedeutet es Knochenmarkspender zu sein?

Die Spende von Knochenmark bzw. Blutstammzellen ist in allen Ländern der Welt freiwillig und uneigennützig. 

Dabei werden internationale Solidaritätsprinzipien angewendet, jeder Spender kann mit seiner Aktion jeder Person auf der Welt, mit der er kompatibel ist, helfen.

Wie bereits erwähnt, werden alleine in Deutschland jedes Jahr durchschnittlich 11000 Fälle an bösartigen Blutkrankheiten diagnostiziert, wobei drei von 4 Patienten kein kompatibles Familienmitglied haben. 

Wer sich dafür entscheidet, Spender zu werden, kann möglicherweise vielen anderen Menschen die einzige Möglichkeit geben, ihre Krankheit zu heilen.

Es handelt sich um eine persönliche Entscheidung, die vielen Hoffnung geben kann, die an Leukämie oder anderen Blutkrankheiten leiden.

Wird die Knochenmarkspende bezahlt?

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Der Spender erhält für seine Großzügigkeit keine finanzielle Entschädigung, da es sich um eine solidarische, selbstlose Aktion handelt.

Spezialisierte Einrichtungen und Stiftungen fördern die Spendenaktionen und übernehmen gewisse Kosten, um den Prozess zu ermöglichen.

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Kann man sich aus der Spenderdatei streichen lassen?

Da die persönlichen und physischen Umstände einer Person sich ständig verändern, haben die Spender die Freiheit, sich aus dem Register zu streichen, wenn sie dies wünschen.

Es empfiehlt sich jedoch immer, alle Möglichkeiten vor der Einschreibung zu erwähnen, da man sich erwartet, dass der Spender seine Meinung nicht verändert, wenn das Leben eines anderen Menschen auf dem Spiel steht. 

Bist du daran interessiert, dich in eine Spenderdatei eintragen zu lassen?

Informiere dich in einer dafür vorgesehenen Einrichtung genauer über alle Möglichkeiten. In Deutschland ist dafür der ZKRD (Zentrales Knochenmarkspender-Register Deutschland) zuständig.

Vergiss nicht, dass du damit Menschenleben retten oder dies zumindest versuchen kannst.