Welt-Hepatitis-Tag: Diese Krankheit ist vermeidbar

26 September, 2020
Der Welt-Hepatitis-Tag ist ein Informationstag, der mehr Bewusstsein für diese vermeidbare Erkrankung erzeugen will. Es gibt sogar gleich zwei Termine, an denen er stattfindet. Erfahre heute mehr über die verschiedenen Arten dieser Erkrankung und wie du sie vermeiden kannst.

Es gibt jedes Jahr zwei verschiedene Termine, an denen der Welt-Hepatitis-Tag stattfindet: der 19. Mai und der 28. Juli. Beide sind gleichermaßen als solche akzeptiert. An welchem dieser beiden Termine der Welt-Hepatitis-Tag letztendlich stattfindet, hängt von der Region ab, in der du lebst.

Es ist sehr wichtig zu wissen, dass Hepatitis eine weltweit sehr verbreitete Erkrankung ist. Allerdings ist nicht jede Form der Hepatitis gleich und es gibt verschiedene Arten mit unterschiedlichen Schweregraden.

Jedes Jahr sterben schätzungsweise 1,4 Millionen Menschen an den Folgen einer akuten oder chronischen Hepatitis. Daher handelt es sich um eine der weltweit tödlichsten Infektionskrankheiten (nach Tuberkulose). Außerdem ist sie eine der in jeder Hinsicht am weitesten verbreiteten Krankheiten, die sogar AIDS übertrifft.

Am Welt-Hepatitis-Tag ist es besonders wichtig, darauf hinzuweisen, dass es sich um eine vermeidbare Erkrankung handelt. Aufgrund der Verfügbarkeit verschiedener Impfstoffe kann die Anzahl der Fälle stark reduziert und auf die Ausrottung dieser Krankheit hingearbeitet werden.

Welt-Hepatitis-Tag: Es gibt zwei Termine, an denen dieser Tag stattfindet

Neben dem 19. Mai gibt es noch einen weiteren Tag, an dem der Welt-Hepatitis-Tag stattfindet, den 28. Juli. Dieser zweite Termin wurde der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf die Initiative von Patientengruppen, die eine internationale Allianz bildeten, vorgeschlagen.

Daher widmete die WHO dem Thema Hepatitis einen eigenen Tag, der von der World Hepatitis Alliance (WHA) ausgerichtet wird. Der Fokus liegt hierbei besonders auf der Virushepatitis, bei der unter anderem die Typen A, B, C, D und E bekannt sind.

Der 28. Juli ist der Geburtstag von Baruch Blumberg, dem Wissenschaftler, der Hepatitis B entdeckte. Die internationale Allianz hat sich darauf geeinigt, beide Tage beizubehalten und fordert die öffentlichen Gesundheitsinstitutionen dazu auf, in diesen beiden Monaten gezielte Maßnahmen zur Sensibilisierung für diese Erkrankung durchzuführen.

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Hepatitis ist eine Entzündung des Lebergewebes. Am relevantesten sind jene Arten, die durch spezifische Viren hervorgerufen werden, welche eine Affinität für Hepatozyten – Leberzellen – haben. Es gibt fünf verschiedene Viren:

  • A: Das Virus vom Typ A wird auf fäkal-oralem Weg übertragen. Eine infizierte Person kann dieses Virus durch mangelnde Hygiene auf einen anderen Menschen übertragen. Daher handelt es sich um einen hochinfektiösen Krankheitserreger, insbesondere in Bereichen mit mangelnder Hygiene. Hepatitis A ist eine akute Erkrankung, aber sie wird nicht chronisch. Außerdem ähneln die Symptome der einer Gastroenteritis.
  • B: Dieses Virus stellt eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar. Es wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Daher kann eine Mutter dieses Virus während der Schwangerschaft auch an ihr Baby weitergeben. Die am meisten betroffenen Gebiete sind Afrika, der Mittlere Osten, Indien und das Amazonasgebiet. Bei einem gewissen Prozentsatz der Patienten entwickelt sich daraus eine chronische Hepatitis, die im späteren Stadium zu einer Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann. Allerdings gibt es eine Impfung, die vor dieser Infektion schützen kann, welche glücklicherweise in vielen Ländern obligatorisch ist.
  • C: Der Übertragungsweg dieses Virus ist in der überwiegenden Zahl der Fälle das menschliche Blut. Besonders gefährdet sind im Allgemeinen Beschäftigte in Gesundheitsberufen ohne ausreichenden Schutz und Drogenabhängige, die mit anderen ihre Spritzen teilen. Außerdem leiden die meisten Patienten an einer chronischen Form. Darüber hinaus entwickelt sich in wesentlich mehr Fällen als bei Hepatitis B eine Leberzirrhose und Leberkrebs. Obwohl es keinen Impfstoff gibt, konnten einige Patienten dank neuer Behandlungsmethoden geheilt werden.

Weitere Formen von Hepatitis

  • D: Hepatitis D ist ein Deltavirus. Das bedeutet, dass es nur die Patienten infizieren kann, die bereits an einer Hepatitis B erkrankt sind. Daher ist die Prävention gegen dieses Virus logischerweise die Hepatitis-B-Impfung.
  • E: Hierbei handelt es sich um das letzte Hepatitis-Virus, das Wissenschaftler bisher entdeckt haben. Offensichtlich erfolgt die Übertragung durch kontaminiertes Trinkwasser oder verunreinigte Lebensmittel. Allerdings ist dies eine eher seltene Form, die hauptsächlich in Asien auftritt.
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Hepatitis C wird durch Blut übertragen. Die schwerwiegendste Konsequenz dieser Erkrankung ist Leberkrebs.

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Prävention durch den Welt-Hepatitis-Tag

Da es sich um Infektionen handelt, gegen die es zahlreiche Präventionsmöglichkeiten gibt, konzentrieren sich die Kampagnen am Welt-Hepatitis-Tag auch genau auf diesen Aspekt. In der Tat bilden die Impfung und Hygienemaßnamen die Säulen der Präventionsinformationen.

Darüber hinaus stellt die Impfung gegen Hepatitis B einen riesigen Schritt zur Sicherung der öffentlichen Gesundheit dar. Wenn mehr Menschen Zugang zu diesen Impfstoffen erhalten und sie diese Impfzyklen ordnungsgemäß abschließen, wird die Patientenzahl sinken. Gleiches gilt auch für die Zahl der Kinder, die von ihren Müttern infiziert werden.

In Bezug auf Hygiene gibt es zwei Aspekte: die persönliche Hygiene und die öffentliche Gesundheit. Wenn es gelingt, die Bedingungen für die Müll- und Abfallentsorgung in Großstädten und Städten zu verbessern, trägt das dazu bei, die Ausbreitung von Hepatitis A und E zu einzudämmen.

Darüber hinaus kann diese Erkrankung auch durch sexuellen Kontakt übertragen werden. Aus diesem Grund besteht ein Teil der Prävention darin, sexuell übertragbare Krankheiten durch die Nutzung von Kondomen zu verhindern.

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  • European Association For The Study Of The Liver. “EASL 2017 Clinical Practice Guidelines on the management of hepatitis B virus infection.” Journal of hepatology 67.2 (2017): 370-398.
  • European Association for The Study of The Liver. “EASL recommendations on treatment of hepatitis C 2016.” Journal of hepatology 66.1 (2017): 153.
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