Waschmittel selber machen: ökologisch und billig

· 20 Oktober, 2018
Wenn du dein Waschmittel nicht von den großen Konzernen kaufst und es stattdessen selbst herstellst, tust du Gutes für die Umwelt und sparst Geld.

Waschmittel besteht aus nur wenigen wichtigen Zutaten. Und diese kannst du alle einzeln kaufen und auch einzeln dosieren. Es ist nicht schwer, dem Geheimnis der Großkonzerne auf die Spur zu kommen! Lerne mit uns, wie du Waschmittel selber machen kannst.

Warum du Waschmittel selber machen solltest

Wenn du dein Waschmittel selber machen kannst, weißt du genau, welche Stoffe als Rückstände nach dem Waschen auf der Haut bleiben. Manche der Stoffe, die in handelsüblichen Waschmitteln verwendet werden, können Allergien auslösen, z.B.:

Diese und viele weitere Stoffe brauchst du überhaupt nicht, um deine Wäsche sauber zu bekommen! Wir erklären dir, welche Zutaten für ein Waschmittel nötig sind, wo du sie kaufen kannst und was sie bewirken, wenn du sie mit deiner Schmutzwäsche in die Waschmaschine füllst.

Folgende Zutaten brauchst du:

Tenside

Tenside sind die eigentlichen waschaktiven Substanzen, die dafür sorgen, dass zum Beispiel Fette aus deiner Kleidung herausgelöst, im Wasser gebunden und damit abtransportiert werden. Ein ganz einfaches Tensid ist zum Beispiel Seife.

Als Tensid für deinen „Waschbaukasten“ kannst du auch Seife verwenden. Es gibt dazu bereits Seifenflocken im Handel, aber noch billiger ist es, wenn du ganz einfach Kernseife mit der Küchenraspel in kleine, leicht lösliche Seifenflocken raspelst.

Seife kannst du selbst herstellen

Wie wäre es mit Rosmarinseife als Geschenk?

Wasserenthärter

Je nach Region ist das Wasser, das aus der Leitung kommt, sehr hart. Je härter das Wasser, desto geringer die Waschwirkung des Tensids.

Du kennst das sicher vom Haarewaschen im Urlaub: manchmal brauchst du viel Shampoo, manchmal reicht auch schon eine winzige Menge.

Als Wasserenthärter eignet sich Zitronensäure, die du als weißes Pulver im Drogeriemarkt bekommst. Verwende bitte keinen Essig, da Essig die Dichtungen deiner Waschmaschine angreifen kann. Zitronensäure ist geruchslos.

Essig ist nicht immer harmlos:

Diese Dinge bitte niemals mit Essig reinigen!

Waschverstärker

Je höher der pH-Wert der Waschlauge, desto besser wirken die Tenside und desto sauberer wird die Wäsche. Dazu kannst du Waschsoda verwenden. Verwechsele es bitte nicht mit dem völlig nutzlosen Backpulver, welches im englischen Sprachgebrauch „Soda“ genannt wird.

Waschsoda ist ein weißes, geruchsloses Pulver, welches du auch im Drogeriemarkt bekommst. Es muss gut verschlossen aufbewahrt werden, da es leicht klumpt. Suche dir also einen luftdichten Behälter dafür!

Bleichmittel

Ein Bleichmittel ist nur dann nötig, wenn du Flecken hast, bei denen du befürchtest, dass sie ohne Bleiche nicht verschwinden. In herkömmlichen Waschmitteln, insbesondere in Vollwaschmitteln, ist immer Bleichmittel enthalten, du brauchst es nur, wenn du wirklich schlimme Flecken siehst.

Als Bleichmittel kannst du Wasserstoffperoxid verwenden. Das bekommst du flüssig in der Apotheke in verschiedenen Konzentrationen. Je höher die Konzentration, desto weniger brauchst du davon. Alternativ kannst du auch „milde Bleiche“ oder „Oxy“ Produkte in Pulverform in der Drogerie kaufen.

Duftstoffe

Die Wäsche soll nach dem Waschen nicht nur sauber sein, sondern auch sauber riechen. Statt synthetischer Duftstoffe kannst du natürliche Düfte verwenden, wenn dir der Duft wichtig ist.

Folgende natürliche Duftstoffe könntest du nehmen:

  • Rosenwasser
  • Ätherische Öle

Füge Rosenwasser oder ein paar Tropfen ätherisches Öl in das Weichspülerfach, damit der Duft im letzten Spülgang auf die Wäsche gelangt und nicht mehr ausgespült werden kann.

Nötig ist das nicht, aber wir sind es durch die Industrie gewohnt, dass frische Wäsche duftet…

Anleitung

Da du jetzt weißt, welche Zutaten nötig sind, musst du nur noch wissen, wie du daraus dein persönliches Waschmittel machst. Als Grundrezept solltest du ein Waschpulver herstellen, welches du dann nach Bedarf mit anderen der genannten Zutaten ergänzt:

  • 2 Teile Tensid (Seifenraspel)
  • 3 Teile Waschverstärker (Waschsoda)

Also etwa 200g Seife mit 300g Waschsoda. Beides kannst du gut vermischt in einem Schraubglas aufbewahren. Pro Waschgang genügen zwei gehäufte Esslöffel der Mischung. Die weiteren Zutaten hängen von deinen persönlichen Gegebenheiten ab:

Frage bei deinem zuständigen Wasserwerk, wie hart das Leitungswasser ist. Bei hartem Wasser fügst du zu jedem Waschgang noch etwa einen Esslöffel Zitronensäure als Wasserenthärter hinzu. Ist dein Leitungswasser weich, brauchst du das nicht.

Erkennst du auf deiner Schmutzwäsche Flecken organischen Ursprungs (Obst, Gemüse, Gras, Blut, …) brauchst du das Bleichmittel. Dosiere nach Packungsaufschrift, je nach Konzentration des Wasserstoffperoxids variiert das. Das Bleichmittel kannst du weglassen, wenn du keine sichtbaren Flecken findest.

Flüssigwaschmittel

Möchtest du lieber mit flüssigem Waschmittel waschen, ist die Herstellung etwas aufwändiger:

  • Fülle Seifenraspel und Waschsoda in Verhältnis 2:3 in einen Topf
  • Also beispielsweise 20g Seifenraspel und 30g Waschsoda
  • Fülle mit etwa 2l Wasser auf
  • Koche die Mischung, bis alles aufgelöst ist (Achtung, Schaum!)
  • Lasse die Lösung abkühlen, bis sie fast fest ist
  • Koche dann nochmals auf und lasse nochmals abkühlen

Die dicke Flüssigkeit kann nun verwendet werden. Auch hier gilt: Wasserenthärter, Bleichmittel und Duftstoffe nur bei Bedarf direkt an der Waschmaschine dosieren. 

Probiere es aus, Waschmittel selber machen ist gar nicht schwierig.