Warum entstehen Nierensteine?

3 September, 2014
Nierensteine können auch vererbbar sein. Um das Entstehen zu verhindern, empfiehlt es sich, reichlich zu trinken (zischen 6 und 8 Gläsern täglich) und auf Alkohol und Koffein zu verzichten.

Nierensteine oder Nephrolithiasis sind harte Ablagerungen, die sich durch die im Urin vorhandenen Kristalle bilden. Oft verhindern natürliche und chemische Stoffe im Urin das Entstehen von Nierensteinen. Wenn es jedoch zur Bildung von Steinen kommt, ist es gut die Symptome, Ursachen und Auswirkungen zu kennen und auch über mögliche Heilmittel Bescheid zu wissen. Wenn Nierensteine nicht rechtzeitig behandelt werden, können nämlich irreversible Schäden entstehen.

Es gibt verschiedene Arten von Nierensteinen. Deshalb muss eine Analyse durchgeführt werden, um diese korrekt zu behandeln. Mit einer gesunden Lebensweise können Sie verhindern, dass neue Steine erscheinen.

Ursachen von Nierensteinen

Ungefähr 5% der Frauen und 10% der Männer leiden in den Vereinten Staaten im Laufe ihres Lebens an Nierensteinen. Diese schmerzhafte Krankheit bedeutet einen jährlichen Verlust von 2 Milllionen USD.

Wenn im Urin bestimmte Stoffe vorkommen, können diese Nierensteine bilden, das kann Wochen oder Monate dauern. Bei Personen, die nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen ist das Risiko höher. Auch wenn die tägliche Urinmenge weniger als 1 Liter beträgt, ist die Gefahr Nierensteine zu entwickeln größer.

Nierensteine können zwar ausgeschieden werden, ohne Schäden zu hinerlassen, sie sind jedoch oft sehr schmerzhaft und können sich erneut bilden, wenn keine entsprechende Behandlung erfolgt. Wenn viel Zeit zwischen der Bildung der Steine und der Behandlung verstreicht, kann es zu Nierenschädigungen oder anderen Komplikationen führen.

Dr. Glenn Preminger, Direktor der Division of Urologic Surgery der Duke University bestätigt folgendes: „Es bestehen keine Zweifel, dass Nierensteine mit Übergwicht zusammenhängen.“ Dr. Preminger hat auch als Coautor verschiedene Studien  im Journal of Urology veröffentlicht.

Symptome

Es ist sehr gewöhnlich, dass bei Nierensteinen keine Symptome verspürt werden bis diese in die Harnleiter gelangen, in denen Urin zur Blase transportiert wird. Diese können sich bei Nierensteinen blockieren und den Weg des Urins in die Nieren verhindern.

Es gibt verschiedene Symptome, die auftauchen können. Am häufigsten treten Darmbeschwerden auf, die ab und zu und plötzlich vorkommen und auf die gleiche Weise wieder verschwinden. Entweder kommen Schmerzen auf einer Seite des Rückens oder im Bauchbereich vor. Letztere können sich bis zu den Hoden oder in die Leistengegend ausbreiten.

Andere mögliche Symptome:

  • Brechreiz
  • Blut im Urin
  • Übelkeit
  • ungewöhnliche Farbe des Urins
  • Fieber

Auswirkungen

Es kann zu Komplikationen kommen, wenn Nierensteine nicht behandelt werden, da diese den korrekten Fluss des Urins verhindern. Dazu gehören u.a. Nierenschäden und wiederkehrende Infektionen.

Mögliche Komplikationen:

  • Infektion der Harnwege
  • Einseitige, akute obstruktive Uropathie
  • Nierenschäden mit Narben
  • Erneute Bildung von Nierensteinen
  • Verlust oder Verminderung der Nierenfunktion

Verschiedene Arten von Nierensteinen

Es gibt verschiedene Arten von Nierensteinen, die unterschiedliche Behandlungsmethoden erfordern:

  • Cystinsteine: Diese können sich sowohl bei Männern als auch bei Frauen mit einer vererbten Cystinurie bilden. Diese Art von Nierensteinen kommt sehr selten vor.
  • Kalziumsteine: Diese Art kommt am häufigsten vor, am meisten sind davon Männer zwischen 20 und 30 Jahren betroffen. Sie entstehen wenn sich Kalzium mit anderen Stoffen wie z.B. Phosphaten, Carbonat oder Oxalat (am häufigsten vorkommende Substanz) verbindet. Oxalat kommt in verschiedenen Nahrungsmitteln vor, z.B. im Spinat oder Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin C. Außerdem können Krankheiten des Dünndarms die Erscheinung von Kalziumsteinen fördern.
  • Harnsäuresteine: Diese kommen bei Männern häufiger vor als bei Frauen, sie können bei Chemotherapie oder Gicht auftreten.
  • Struvitsteine (Magnesiumammoniumphosphat): Diese Art von Steinen treten bei Frauen mit Harnwegsinfektionen auf, sie können so groß werden, dass die Verbindung zwischen Blase, Niere und Harnleitern blockiert wird.
  • Auch andere Substanzen können Steine bilden, so z.B. die Medikamente Indinavir, Aciclovir und Triamteren.

Behandlung

Die Behandlung von Nierensteinen kann mit einer speziellen Kost beginnen. Nachdem der Arzt verschiedene Untersuchungen durchgeführt hat, um festzustellen, um welche Art es sich handelt, kann mit einer speziellen Diät begonnen werden, um die Steine zu verkleinern und zu entfernen. Ein Diätspezialist kann über die empfohlene Kost informieren. Es ist höchst wahrscheinlich, dass die Menge an Kalium, Salz, Flüssigkeit, Proteinen, Oxalat  und Kalzium verändert wird.

Eine Möglichkeit, Nierensteine zu vermeiden oder auszuscheiden ist, täglich 6 – 8 Gläser Wasser zu trinken, damit der Organismus viel Urin produziert. Dies kann jedoch große Schmerzen verursachen, eventuell benötigen Sie Schmerzmittel. Wenn der Schmerz unerträglich wird, muss der Betroffene ins Krankenhaus eingeliefert werden, um intravenös Flüssigkeit zuzuführen. 

Die weitere Behandlung hängt von der Art der Steine und den Symptomen ab. Wenn die Steine nur klein sind, werden sie oft von selbst ausgeschieden. Wenn dies der Fall ist, wird empfohlen die Urinprobe mit den Steinen ärztlich untersuchen zu Lassen, um zukünftige Beschwerden zu vermeiden.

Je nach Art der Nierensteine gibt es verschiedene Medikamente, die vom Arzt verschrieben werden können, um die Bildung neuer Steine zu verhindern und alte auszuscheiden. Einige davon sind:

  • Diuretika
  • thiazides Diuretikum oder Entwässerungspillen
  • Antibiotika, die bei Struvitsteinen helfen
  • Natriumcitrat und Natron
  • Allopurinol zur Behandlung von Harnsäuresteinen
  • Phosphatlösungen

Für einen chirurgischen Eingriff sollten folgende Umstände gegeben sein:

Der Durchmesser des Steins muss größer als 8 mm sein.

Der Stein muss ein Hindernis für den Urinfluss darstellen und gleichzeitig einen Nierenschaden oder eine Infektion verursachen.

Der Stein muss ständig wachsen.

Der Schmerz muss kontinuierlich und unerträglich sein.

Es gibt die Möglichkeit eines nicht invasiven chirurgischen Eingriffs, der auch keine ernsthaften Komplikationen bewirken kann:

  • Perkutane Nephrostomie:  Diese Methode wird verwendet, wenn es sich um sehr große Nierensteine handelt, die sich nahe der Niere oder in der Niere befinden. Der Stein wird durch ein Endoskop entfernt, das durch einen kleinen Schnitt in die Niere eingeführt wird.
  • Ureteroskop: Dieses kann verwendet werden, wenn sich die Steine in den unteren Harnwegen befindet.
  • Extrakorporale Lithotripsie: Hier werden Stosswellen verwendet, um kleine Steine zu entfernen. Diese müssen sich im Harnleiter oder in der Nähe der Niere befinden, damit die Methode verwendet werden kann. Mit Stoss- oder Schallwellen werden die Steine zerstört und durch den Urin ausgeschieden.
  • Ein offener chirurgischer Eingriff oder Nephrolithotomie ist manchmal notwendig. Diese Methode wird jedoch nur verwendet, wenn keine der vorher genannten angewendet werden kann oder funktioniert.

Empfehlungen, um Nierensteine zu verhindern

Wenn Sie diese einfachen aber wirksamen Ratschläge befolgen, können Sie Nierensteine verhindern. Wenn Sie bereits darunter leiden, sollten Sie Maßnahmen treffen, um zukünftige Komplikationen oder Neubildungen zu verhindern.

  • Nierensteine können veranlagt sein. Wenn sie öfters auftreten, wird empfohlen viel Flüssigkeit zu trinken. Wie bereits erwähnt, sollten sie zwischen 6 und 8 Gläsern täglich trinken, damit der Organismus aureichend Urin erzeugt. Manche empfehlen soger bis zu 12 Gläsern Wasser.
  • Was die empfohlene Flüssigkeit betrifft sollten Sie nicht vergessen, dass manche Getränke dem Körper Wasser entziehen, so z.B. Getränke mit Coffein und Alkohol. Diese Getränke sollten vermieden werden.
  • Es ist wichtig zu wissen, um welche Art von Stein es sich handelt, um die entsprechenden Medikamente einzunehmen. Einige Arzneimittel können Stoffe im Urin, die Steine produzieren, verringern.
  • Stellen sie Ihre Ernährung um und verzichten Sie auf Nahrungsmittel, die Nierensteine fördern, insbesondere wenn Sie häufiger an Steinen leiden. Zu diesen Nahrungsmitteln zählen z.B. Käse und Milch.
  • Wenn es sich um Oxalatsteine handelt, sollten Sie auf kohlensäurehaltige Getränke, Erdnüsse und Schokolade verzichten.
  • Wenn Sie an Cystinsteinen leiden, sollten Sie Fisch meiden.
  • Personen, die an Harnsäuresteinen leiden, sollten auf Fleisch, Sardellen und Hühnchen verzichten.
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