Wann muss ich einen Hörtest machen?

Es ist ratsam, rechtzeitig einen Hörtest durchführen zu lassen, und je nach Ergebnis eine entsprechende Behandlung einzuleiten, um die Lebensqualität zu erhalten.
Wann muss ich einen Hörtest machen?

Letzte Aktualisierung: 01. Juli 2021

Ein Hörverlust bedeutet eine Einschränkung der Lebensqualität. Es ist daher ratsam, rechtzeitig einen Hörtest durchführen zu lassen, und je nach Ergebnis eine entsprechende Behandlung einzuleiten. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, um diesen Hörtest zu machen?

Übermäßige Lärmbelastung und das Älterwerden sind Faktoren, die zu einem Hörverlust führen können. Besonders häufig kommt es dazu zwischen dem 65. und 75. Lebensjahr, allerdings kann der Hörverlust auch früher auftreten. Die frühzeitige Erkennung mit diagnostischen Methoden wie einem Hörtest kann auf jeden Fall eine Verschlechterung der Lebensqualität verhindern.

Wie eine Revision zeigt, die im Deutschen Ärzteblatt International veröffentlicht wurde, wirkt sich eine unbehandelte Schwerhörigkeit im Alter tendenziell negativ auf das körperliche, geistige und soziale Wohlbefinden der Schwerhörigen aus. Es ist daher ratsam, auf die Warnzeichen zu achten und bei Unregelmäßigkeiten einen Spezialisten aufzusuchen.

Wann sollte ich einen Hörtest machen?

Wann sollte ich einen Hörtest machen?

Aus einem in den European Archives of Oto-Rhino-Laryngology veröffentlichten Artikel geht hervor, dass weltweit rund 360 Millionen Menschen an einer Hörschädigung leiden. Davon sind 328 Millionen Erwachsene. Die Prävalenz in Deutschland wird auf 16 bis 25 % geschätzt, abhängig vom Alter und anderen Faktoren. Daher wird eine frühzeitige Diagnostik, unter anderem ein Hörtest, immer wichtiger. Welche Symptome sollten Alarm auslösen?

Die klinischen Erscheinungsformen der Presbyakusis (der medizinische Begriff für Altersschwerhörigkeit) sind vielfältig. Bei einer Person mit gesundem Gehör wandern die Schallwellen durch das Ohr und versetzen das Trommelfell in Schwingung. Sie erreichen so das Innenohr, wobei die Nervenzellen die Informationen an das Gehirn weiterleiten. Dort angekommen, übersetzt das Gehirn sie in die Töne, die wir hören.

Wenn jedoch ein Bereich geschädigt ist, zum Beispiel das Innenohr oder das Gehirnareal, das für die Verarbeitung zuständig ist, kommt es zu einem Hörverlust (Schwerhörigkeit). Im Allgemeinen können mehrere der nachfolgend aufgeführten Symptome auftreten:

  • Unfähigkeit, hohe Töne zu hören.
  • Schwierigkeiten, Wörter zu verstehen, besonders in einer Menschenmenge oder bei Hintergrundgeräuschen.
  • Übertriebene Lautstärke beim Radiohören oder Fernsehen.
  • Betroffene nehmen die Sprache und andere Geräusche nur gedämpft wahr.
  • Andere müssen langsam und laut sprechen, um die Aussagen verstehen zu können.
  • Schwierigkeiten beim Hören von Naturgeräuschen, wie Regen oder Vogelgezwitscher.

Das Vorhandensein dieser Schwierigkeiten sollte Anlass für eine ärztliche Beratung sein. Je länger die Diagnose verzögert wird, desto schwerwiegender wird das Problem. Deshalb ist es am besten, bei Verdacht zu handeln.

Wann sollte ich einen Hörtest machen?

Online-Hörtest – ein erster Schritt zur Diagnose

Im Frühstadium bleibt ein Hörverlust meist unbemerkt. Es gibt zwar Symptome, aber in vielen Fällen werden diese nicht ausreichend beachtet. Es ist jedoch eine gute Idee, wachsam zu sein und Zugang zu Tests zu haben, die es leichter machen, einen Gehörverlust zu erkennen. Ein erster Schritt kann ein Online-Hörtest sein, der es ermöglicht, Höreinschränkungen zu erkennen, ohne das Haus verlassen zu müssen.

Nachdem der Test durchgeführt wurde, sollten die Ergebnisse natürlich mit einem Experten auf diesem Gebiet besprochen werden, entweder mit einem Audiologen oder einem Hörgeräteakustiker. Letzterer ist für die Anpassung von Hörgeräten zuständig, falls eines erforderlich ist. Wir haben noch einige Empfehlungen für den Online-Hörtest:

  • Suche dir einen ruhigen Ort abseits von Lärmquellen.
  • Schließe einen Kopfhörer an den Computer an. Lautsprecher funktionieren ebenfalls, werden aber nicht empfohlen, da sie weniger genau sind.
  • Stelle die Lautstärke des Geräts auf 50 % ein.
  • Höre aufmerksam und entspannt zu.

Der Test

Der Test besteht aus zwei Teilen. Zunächst musst du dir verschiedene Töne in unterschiedlichen Tonhöhen anhören. Damit wird ermittelt, wie gut du verschiedene Frequenzen hörst. Während des Tests stellst du die Lautstärke so ein, dass du die Töne hören kannst.

Danach, im zweiten Teil, beantwortest du eine Reihe von Fragen, um festzustellen, wie gut dein Gehör in schwierigen Hörsituationen funktioniert. Am Ende erhältst du die Ergebnisse und einige Empfehlungen, falls du Hörprobleme hast.

Hast du Anzeichen für einen Gehörverlust erkannt? Dann ist es an der Zeit, ein Beratungsgespräch mit dem Hörgeräteakustiker zu vereinbaren. Frühzeitiges Handeln ist der Schlüssel, um zu verhindern, dass das Problem fortschreitet und deine Lebensqualität beeinträchtigt.

Literaturverzeichnis

  • Löhler J, Cebulla M, Shehata-Dieler W, Volkenstein S, Völter C, Walther LE. Hearing Impairment in Old Age. Dtsch Arztebl Int. 2019 Apr 26;116(17):301-310. doi: 10.3238/arztebl.2019.0301. PMID: 31196393; PMCID: PMC6584833.
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  • Kießling, J., Kollmeier, B., & Baumann, U. (2017). 1.1 Anatomie, Physiologie und Funktionsprüfungen des Gehörs. In Versorgung mit Hörgeräten und Hörimplantaten. Georg Thieme Verlag. https://doi.org/10.1055/b-0037-147518
  • Lustig, Lawrence R. Plötzlicher Hörverlust. 2020. MSD Manuals. Verfügbar in https://www.msdmanuals.com/de/heim/hals-,-nasen-und-ohrenerkrankungen/schwerh%C3%B6rigkeit-und-taubheit/pl%C3%B6tzlicher-h%C3%B6rverlust
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