Verbreitete Mythen über Sporternährung

Die Substanzen, die eine Steigerung des Testosteronspiegels versprechen, scheinen diese Wirkung beim Menschen nicht zu haben, wie Studien zeigen. Kennst du noch andere Mythen über Sporternährung? In diesem Artikel verraten wir dir die Wahrheit über sie!
Verbreitete Mythen über Sporternährung
Saúl Sánchez Arias

Geschrieben und geprüft von dem Ernährungsberater Saúl Sánchez Arias.

Letzte Aktualisierung: 04. August 2022

Mythen über Sporternährung sind allgegenwärtig. In vielen Fällen gefährden sie die Gesundheit eines/r Sportlers/in oder versprechen einfach Wirkungen, die nicht möglich sind.

In anderen Fällen können wissenschaftliche Fortschritte die Mythen um alte Überzeugungen zerstören, um sie an aktuelle Trends anzupassen.

Was solltest du also wissen?

Im Folgenden gehen wir auf einige dieser Mythen über Sporternährung näher ein. Lies einfach weiter!

Häufige Mythen über Sporternährung

Sporternährung war schon immer von Mythen umgeben. Aus diesem Grund haben sich in den letzten Jahren viele Forscher/innen darauf konzentriert, mehr über sie herauszufinden. Heute können wir sogar sagen, welche Überzeugungen auf Lügen beruhen.

Die richtige Zufuhr von Kohlenhydraten

Mythen über Sporternährung - Kohlenhdrate
Die Forschung hat herausgefunden, dass es nicht notwendig ist, deine Ernährung stark zu variieren, um deinen Körper dazu zu bringen, die Glykogenspeicher zu sättigen.

Die Zufuhr von Kohlenhydraten kann bei vielen Sportarten sinnvoll sein. Bis vor ein paar Jahren hat man dies jedoch anders gehandhabt. Traditionell erforderte das Aufladen von Kohlenhydraten bzw. das Überladen eine vollständige Entleerung der Depots für eine spätere Überaufnahme dieses Nährstoffs.

Aktuelle Studien zeigen, dass diese Methode falsch ist. Es ist nicht notwendig, deine Essgewohnheiten stark zu verändern, um deinen Körper dazu zu bringen, die Glykogenspeicher zu sättigen. Es reicht aus, wenn du die Trainingsmenge reduzierst und deine Ruhezeiten in den Tagen vor dem Training verbesserst.

Diese Entdeckung hilft bei der Kohlenhydrataufnahme, ohne ein Ungleichgewicht bei der Kalorienzufuhr zu riskieren oder die Funktionsweise der Muskeln zu beeinträchtigen.

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Mythen über Sporternährung: Nahrungsergänzungsmittel

Es gibt viele Substanzen auf dem Markt, die behaupten, dass sie die sportliche Leistung steigern können. Aber nur wenige von ihnen sind tatsächlich dazu in der Lage, dies zu tun. Was für alle gilt, ist, dass die Industrie sie auf eine Weise vermarktet, die Verwirrung stiftet.

Ein sehr deutliches Beispiel sind die Substanzen, die versprechen, die Fettverbrennung zu steigern. Obwohl eine angemessene Dosis Vitamin C die Oxidation von Nahrungsergänzungsmitteln beim Sport verbessern kann, führen einigen Studien zufolge nur wenige Substanzen tatsächlich zu einer Gewichtsabnahme.

Von den wenigen Substanzen, die zur Verbesserung deiner Körperzusammensetzung beitragen können, sind Koffein, Kreatin und Hydroxymethylbutyrat (HMB) zu nennen. Allerdings sind auch sie keine Wundermittel und du solltest die Einnahme dieser Substanzen durch regelmäßiges Training und eine gesunde Ernährung ergänzen.

Der besondere Fall der Testosteron-Booster

Mythen über Sporternährung - Kreatin Nahrungsergänzung
Es gibt keine Beweise für die angebliche Wirkung natürlicher Nahrungsergänzungsmittel, die den Testosteronspiegel erhöhen.

Einer der größten Mythen über Sporternährung behauptet, dass die Einnahme bestimmter natürlicher Substanzen den Testosteronspiegel erhöhen kann. Substanzen wie Ingwer, Tribulus Terrestris (Erd-Burzeldorn), Asparaginsäure usw. versprechen angeblich, den Spiegel dieses Hormons auf natürliche Weise zu erhöhen und dadurch die sportliche Leistung und die Muskelfunktion zu verbessern.

Die Realität ist, dass keine Studie am Menschen diese Behauptung stützt. Die meisten Studien, die Fachleute durchführen, beziehen sich auf Tiere, und in vielen Fällen erhöht sich nach der Einnahme nur die Spermienproduktion.

Bei Menschen kommen alle Studien, die Fachleute durchgeführt haben, zu dem Schluss, dass einige Substanzen den Sexualtrieb verbessern können, wenn die Person einen niedrigen Testosteronspiegel hat. Einen Zusammenhang mit der Proteinsynthese, der Zunahme der Muskelmasse oder der Muskelfunktion haben die Fachleute jedoch nicht gefunden.

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Mythen über Sporternährung: Der richtige Zeitpunkt zum Trinken ist, wenn du Durst verspürst

Dehydrierung beginnt, bevor du Durst verspürst. Besonders in warmen oder feuchten Klimazonen kann sich der Verlust von Wasser und Mineralsalzen negativ auf deine Leistung und Gesundheit auswirken.

Deshalb ist es eine gute Idee, 20 Minuten nach Trainingsbeginn ständig kleine Mengen Wasser zu trinken. In der wissenschaftlichen Literatur wird darauf hingewiesen, wie wichtig die richtige Flüssigkeitszufuhr ist, um einen Leistungsabfall beim Sport zu vermeiden.

Was du über Sporternährung wissen solltest

Mythen über Sporternährung gibt es überall; sie versprechen eine Verbesserung der sportlichen Leistung. Der Schlüssel zum Erfolg liegt jedoch in der richtigen Planung deines Trainings und einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung.

Wenn du deinen Konsum von verarbeiteten Lebensmitteln reduzierst und mehr Obst und Gemüse isst, dich gut ausruhst und ausreichend Flüssigkeit zu dir nimmst, kannst du unerwünschte Leistungseinbrüche verhindern.

Lasse dich nicht vom Marketing verführen, das dich dazu verleiten könnte, zu viele Nahrungsergänzungsmittel zu konsumieren, deren Wirkung von der Wissenschaft nicht bestätigt wird.

Außerdem ist es wichtig, dass du dich bei der Wahl eines Nahrungsergänzungsmittels für Marken entscheidest, die garantieren können, dass ihre Produkte keine Dopingmittel enthalten.

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