Urosepsis: Ursachen und Behandlung

7 März, 2020
Als Urosepsis bezeichnet man einen ernsten urologischen Notfall, der durch eine Harnwegsinfektion ausgelöst wird, wenn die Bakterien in die Blutbahn geraten und eine Blutvergiftung auslösen.

Eine Urosepsis, auch als Harnsepsis bezeichnet, ist ein ernster urologischer Notfall. Es handelt sich um eine Entzündungsreaktion des Körpers, bei der es zu einem Übertritt der Bakterien aus dem Harntrakt in die Blutbahn kommt. Diese Situation kann lebensbedrohlich sein.

Die Ursachen und Eigenschaften können variieren. Die Bezeichnung Urosepsis weist jedoch darauf hin, dass das Problem vom Urogenitaltrakt ausgeht. Ein Kriterium zur Klassifizierung besteht in der Reichweite der Infektion. Diese kann im unteren Harntrakt (Harnröhre und Blase) entstehen oder auch den oberen Harntrakt umfassen und die Nieren befallen.

Es handelt sich um ein relativ häufiges Problem, insbesondere bei Patienten mit ernsten Krankheiten. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich jedoch sehr verbessert, deshalb konnte in den letzten Jahren auch die Sterblichkeitsrate reduziert werden, wie aus aktuellen Studien hervorgeht. 

Mögliche Ursachen für eine Urosepsis

Die Urosepsis kann vom unteren oder vom oberen Harntrakt ausgehen.

Mögliche Ursachen für eine Urosepsis

Eine Sepsis wird in der Regel von unterschiedlichen pathogenen Bakterien verursacht. Jedoch auch andere Mikroorganismen, wie Viren, Parasiten oder Pilze, können dazu führen. Diese Krankheitserreger können von außen in den Körper gelangen, oder bereits im Organismus vorhanden sein.

Wenn sich die Infektionserreger im Urogenitaltrakt ausbreiten, besteht die Gefahr, dass die pathogenen Bakterien in den Körper eingeschwemmt werden und in die Blutbahn gelangen. Die Entwicklung der Sepsis hängt in diesem Fall von den Krankheitserregern und dem Gesundheitszustand des Patienten ab. Bei Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, ist das Risiko erhöht. Dies ist auch bei aggressiven Mikroorganismen der Fall.

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Urosepsis: Wie behandeln Ärzte diesen akuten Notfall?

Urospesis: Wie behandeln Ärzte diesen akuten Notfall?
Es ist wichtig, den ursächlichen Krankheitserreger zu identifizieren, um schnellstmöglich eine entsprechende Therapie anzuwenden.

Bevor der Arzt mit der Behandlung beginnen kann, muss der ursächliche Krankheitserreger identifiziert werden. Dabei sind auch die Symptome und Anzeichen für eine Infektion sehr wichtig.

Es gibt eine große Anzahl an möglichen Krankheitserregern, die eine Urosepsis auslösen können. Auch die Symptome variieren entsprechend: So kann es zu hohem Fieber, Tachykardie oder einem schnellen Herzrhythmus kommen. Außerdem kann der Patient verwirrt sein oder sogar sein Bewusstsein verlieren.

Andererseits können auch veränderte Blutwerte vorliegen. So kann zum Beispiel der Blutzuckerspiegel erhöht sein. Außerdem zeigen sich zum Teil auch Hautprobleme.

Das Herz ist nicht mehr fähig, ausreichend Blut in die verschiedenen Körperorgane zu pumpen. Dies führt zum Beispiel zu einer reduzierten Nierenfunktion und es entsteht weniger Harn. Wenn der Patient also an einer Urosepsis leidet, ist das Harnvolumen geringer, was fachärztlich als Oligurie bezeichnet wird.

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Medikamente zur Behandlung

Der Arzt stellt die Diagnose und leitet die entsprechende Behandlung ein. Da es sich um einen urologischen Notfall handelt, ist schnelles Handeln besonders wichtig. In der Regel kommen folgende Verfahren zur Anwendung:

  • Gefäßverengende Medikamente sollen den Blutdruck erhöhen. Diese werden in der Regel in Kombination mit Kochsalzlösung intravenös verabreicht.
  • Antibiotika sollen die Infektion bekämpfen. Wenn die genaue Zone der Infektion nicht ermittelt werden kann, erhält der Patient eine Kombination von allgemeinen Antibiotika.

Bei Verdacht auf eine Urosepsis verabreicht der Arzt dem Patienten spezifische Antibiotika, die gegen die Krankheitserreger wirken. Darüber hinaus behandelt er andere Probleme, die durch die Infektion entstehen können, zum Beispiel Beschwerden im unteren und oberen Harnapparat.

  • Kortikoide oder Entzündungshemmer lindern die Entzündungsprozesse im Allgemeinen. Derzeit sind Studien im Gange, um deren Wirksamkeit zu überprüfen, doch grundsätzlich scheinen sie die Prognose der Patienten zu verbessern.

Auch präventive Maßnahmen sind sehr wichtig. Dazu gehört zum Beispiel die entsprechende Hygiene. Besondere Aufmerksamkeit ist in diesem Zusammenhang auf das richtige Händewaschen und die Reinheit der Instrumente zu legen.