Woran man Überbegabung bei Kindern erkennt

12 Februar, 2019
Um ein überbegabtes Kind zu erkennen, muss man sich an Spezialisten wenden. Es ist jedoch möglich, wichtige Signale zu erkennen, die es den Etern erlauben, das Kind in seinem Potential zu fördern.

Überbegabte Kinder sind anders und nehmen die Welt um sie herum anders auf. Durch ihre intellektuelle Überbegabung werden sie manchmal nicht von der Welt um sie herum verstanden.

Oft hält man ein Kind mit hohen akademischen Leistungen oder das besonders schnell lernt für überbegabt. Dem ist aber nicht immer so.

Die Überbegabung enthält Gaben und Talente, die richtig entwickelt und gefördert werden müssen, damit die Kinder ihr ganzes Potential entfalten. So profitieren sie selbst und die Gesellschaft von ihrer Gabe und sie werden zu glücklichen Kindern.

Als Eltern spielen wir deshalb eine entscheidende Rolle dabei zu erkennen, ob unser Kind überbegabt ist.

Was bedeutet Überbegabung bei Kindern?

Wenn man von hoher intellektueller Begabung spricht, so enthält dieses Konzept Überbegabung, Talent und intellektuelle Frühreife.

Um dieses Konzept etwas einfacher verständlich zu machen, so spricht man von Überbegabung, wenn der IQ des Kindes bei 130 oder höher liegt.

Ein überbegabtes Kind zu sein, bedeutet, dass man viel höher bei allen Gebieten und Fähigkeiten der Intelligenz abschneidet. Ein Kind mit guter schulischer Leistung, besonderen Talenten für Kunst oder Sport oder ein sehr früher Sprecher ist nicht unbedingt überbegabt.

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Woran erkenne ich, ob mein Kind überbegabt ist?

Mädchen spielt Klavier

Vielen Eltern fällt es schwer, ein Kind zu haben, das anders ist. Es stellt eine Herausforderung dar, ein Kind zu verstehen, das sich nicht gemäß der gewöhnlichen Verhaltensmuster für sein Alter verhält.

Die Kindheit mit Überbegabung kann sogar eine schwere Zeit darstellen, da das Kind viel mehr Information und Stimuli erhält, als es verarbeiten kann. Die Welt um es herum, kann ihm unverständlich, langsam und sogar feindlich seiner Begabungen gegenüber gesinnt erscheinen.

Die Eltern sind grundlegend, um die Entwicklung und das Wohlsein eines überbegabten Kindes zu ermöglichen. Dazu ist es möglich einige charakteristische Merkmale zu Hause zu erkennen.

Intellektuelle Frühreife

Ein überbegabtes Kind erlangt schon früh intellektuelle oder psychomotorische Meilensteine. Sie sind sehr anstrengende Babies, die sich leicht überstimulieren.

Sie heben den Kopf im ersten Lebensmonat, drücken zwei verschiedene Laute binnen der ersten 45 Tage aus, sprechen ihr erstes Wort, bevor sie ein Jahr alt sind… Genau so sprechen und schreiben sie auch früher als ihre Kameraden.

Sie haben ein reiches, präzises Vokabular für ihr Alter und ein hervorragendes Kurz- und Langzeitgedächtnis. Sie lernen sehr schnell und sind äußerst wissbegierig.

Emotionale und sensorische Überempfindlichkeit

Kinder mit Überbegabung sind sowohl emotional als auch sensorisch sehr intensiv. Diese emotionale Intensität kann den Eltern Sorgen machen, denn sie verstehen nicht, warum das Kind so extrem empfindlich reagiert.

Es handelt sich um ein Kind, dass eine niedrige Toleranz für Frustration zeigt und zu enormen Wutanfällen neigt. Auch auf einen traurigen oder angsteinflößenden Film reagieren sie übertrieben.

Des Weiteren haben sie einen hohen Grad an Empathie mit anderen. Es kommt nicht selten vor, dass sie an Depression und Angstgefühlen leiden.

Die sensorische Überempfindlichkeit ist nur wenig bekannt und noch weniger verstanden. Die Kinder fühlen sich von Kleideretiketten, lauten Geräuschen oder intensivem Licht gestört…

Hoch kreative Kinder

Überbegabte Kinder sind sehr kreativ, da sie die Welt auf andere Weise verstehen. Sie haben eine große Vorstellungskraft. Da ihre sensorische Wahrnehmung höher als die anderer Menschen ist, finden sie oft Lösungen für Probleme, an die andere nicht gedacht haben.

Diese Kinder hinterfragen Autorität und Regeln, wenn sie ihnen keinen Sinn machen oder nicht richtig dargestellt werden. Sie können sehr schnell zu Lösungen gelangen, doch stellen auch Fragen, die ihre Eltern oft nicht beantworten können.

Von früh an sind sie mit existentiellen Problemen beschäftigt, wie beispielsweise dem Leben, dem Tod, der Existenz Gottes oder der Liebe.

Sie lieben kognitive Spiele, wie beispielsweise Puzzles oder Bauspiele, bei denen sie immer größere Herausforderungen bewältigen müssen.

Hypersensibilität und Psychomotorik

Diese Kinder sind ständig in Bewegung. Sie haben sehr viel Energie und man kann sie einfach nicht ruhig stellen. Sie sind sehr enthusiastisch und brauchen entweder körperliche oder kognitive Aktivität.

Oft werden sie fälschlicherweise mit Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert, weil sie sich so langweilen und die überschüssige Energie durch Bewegung aufbrauchen müssen.

Sie haben jedoch überhaupt kein Aufmerksamkeitsdefizit. Ganz im Gegenteil, sie sind zu großer Aufmerksamkeit fähig, wenn sie eine Aufgabe erledigen, die sie interessiert. Andernfalls lassen sie sich sehr schnell ablenken.

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Dyssynchronie bei der Entwicklung

Junge träumt vom Universum

Dieser Begriff wird von Pyschologen verwendet, um eine andere Art der Entwicklung bei diesen Kindern zu beschreiben.

Hochbegabte Kinder können sich einerseits mit existentiellen Themen befassen, aber gleichzeitig auch mit einem übermäßigem Wutanfall reagieren, wenn sie ein Spielzeug verlieren.

Es kann auch sein, dass ein überbegabtes Kind Dinge tun möchte, über die es nachgedacht und sich vorgestellt hat. Seine motorische Entwicklung lässt diese Aktivität jedoch noch nicht zu. 

So merkt man also, dass die intellektuelle Entwicklung dieser Kinder nicht mit der Entwicklung in anderen Bereichen übereinstimmt, wie beispielsweise der emotionalen oder motorischen. Das bereitet ihnen viel Frust und Unvermögen.

Wie erzieht man ein Kind mit Überbegabung?

Das Bildungssystem hat nicht die Fähigkeit, die Anforderungen dieser Kinder zu befriedigen, die man dort als eine Last oder ein Problem ansieht. Das kann dazu führen, dass die Kinder sowohl auf persönlicher als auch akademischer Ebene scheitern.

Es ist gar nicht so leicht, ein überbegabtes Kind zu erziehen, da es ein recht schwieriges Temperament hat. Sie sind schnell abgelenkt, kritisieren sich selbst, sind Perfektionisten und wetteifern gerne, während sie viel Sinn für ihre eigene Freiheit spüren.

Deshalb ist es notwendig, dass sowohl Schule als auch Familie einen gewissen Grad an Flexibilität zeigen und offen sind, um ihre Entwicklung zu stimulieren.

Um Überbegabung bei Kindern festzustellen, braucht es eine komplette Untersuchung von Experten. Dabei werden IQ, Kreativität, Lebensgeschichte und emotionaler Zustand überprüft.

Ganz abgesehen von den Ergebnissen ist es wichtig, dass du das große Potential der Überbegabung zu schätzen weißt. Es ist kein Problem, ganz im Gegenteil: es handelt sich um einen Segen.