Begabte Menschen: 4 unterschiedliche Arten

5 Februar, 2019
Begabte Menschen haben oft viele Vorteile, doch sie können an ihrem Anderssein auch leiden.

Begabte Menschen sind intelligenter als der Durchschnitt. Tatsächlich übersteigt ihr IQ 130, was beeindruckend ist. Dabei müssen jedoch verschiedene Arten der Begabung berücksichtigt werden. Und genau darum geht es in unserem heutigen Beitrag.

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Begabte Menschen: welche Arten gibt es?

1. Kreativ begabt

Ein Schachbrett für begabte Menschen.

Kinder, deren Originalität, Kreativität und Phantasie ihre Mitmenschen und insbesondere ihre Lehrer überrascht, haben eine intellektuelle Gabe. Kreative Menschen stechen meist insbesondere durch ihren Sinn für Humor hervor. Und auch aufgrund ihrer Bereitschaft, überall mitzumachen.

Sie lieben es, auf kreative und unterhaltsame Weise Neues zu lernen. Doch diese Art der Begabung kann nicht mit Stadard-IQ-Tests gemessen werden. 

Es gibt jedoch einen spezifischen Kreativitätstest: den Torrance Test of Creative Thinking.

2. Hochbegabte Kinder mit Privilegien

Ein begabtes Mädchen, die einige Bücher in den Händen hält.

Wir sprechen von Hochbegabung, wenn Kinder überdurchschnittliche Fähigkeiten haben und sie mit ihrem Wissensstand Gleichaltrigen voraus sind. In diesem Fall geht es um hochbegabte Kinder, die in ein Schulsystem eingegliedert sind. 

  • Die obligatorische Ausbildung an öffentlichen Schulen ist für viele ein Problem, da sie mit dem etablierten Bildungssystem nichts anfangen können.
  • Auch hochbegabte Kinder können im normalen Schulsystem scheitern, denn sie langweilen sich oft. Doch an vielen Orten gibt es auch spezielle Schulen für Hochbegabte.

Hochbegabten Kindern macht das Lernen Spaß, denn sie sind in allen Fächern gut. Sie sind sehr produktiv und schlafen oft nur wenige Stunden, um ihrer Wissbegierde gerecht zu werden.

Manche haben allerdings das Gefühl besser als andere zu sein und langweilen sich im Unterricht. Oft führt dies dazu, dass sie faul werden und ihr Talent nicht nutzen.

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3. Hochbegabte Kinder in Armut

Ein Junge schreibt etwas.

Ihnen stehen leider nicht die notwendigen Ressourcen zur Verfügung, um ihre Talente zu fördern. Doch viele arme Kinder, die besondere Begabungen haben, können diese selbst entwickeln und werden deshalb in ihrer Gemeinschaft geliebt und bewundert. 

Sie sind meist demütig und freundlich und pflegen gesunde Beziehungen zu anderen. Oft sind es geborene Anführer, die auch für andere zum Vorbild werden. 

Meist sind sie sensibel und einfühlsam, doch sie können sich auch schuldig fühlen, weil sie mehr Talente als ihre Mitmenschen haben. 

4. Begabungen mit schweren psychischen Störungen

Abschließend gibt es noch die letzte Gruppe der Begabungen, die mit einer schweren Krankheit einhergehen, auch wenn Betroffenen einen hohen IQ haben.

Sie können zum Beispiel an Schizophrenie, einer Persönlichkeitsstörung oder einer Psychose leiden.

Interessanterweise versuchen die Menschen in dieser Gruppe, in ihrem Intellekt Zuflucht zu finden, um vor ihrer Krankheit zu fliehen, die sie verwirrt und überwältigt.

Das ist ganz ähnlich, wie wenn man versucht, negative Gefühle durch ständiges Essen zu bewältigen, auch wenn man nicht hungrig ist.

Manche Betroffene können aggressiv werden oder unerwartet reagieren. Sie können anderen gegenüber auch intolerant sein, zum Beispiel wenn sie nicht im Unterricht aufpassen, oder anderen Beschäfigungen nachgehen.

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Begabung wird zwar in der Regel als großer Vorteil betrachtet, doch in manchen Fällen ist sie für die begabte Person auch problematisch. Denn ihre Beziehung zur Welt ist anders als bei anderen Menschen. Jede Begabung hat ihre eigenen Besonderheiten, Probleme, Vor- und Nachteile.

Kennst du besonders begabte Menschen, die sich in eine dieser Gruppen eingliedern lassen?

  • Gifted Education TTCT. Scholastic Testing Service, Inc. [Online] Available at: www.ststesting.com/gift/
  • Smith, J. P. (1982). GIFTED CHILDREN. Journal of Advanced Nursing. https://doi.org/10.1111/j.1365-2648.1982.tb00216.x
  • Otey, J. W. (1978). Identification of gifted students. Psychology in the Schools. https://doi.org/10.1002/1520-6807(197801)15:1<16::AID-PITS2310150104>3.0.CO;2-L
  • Veraksa, N. E. (2011). Development of cognitive capacities in preschool age. International Journal of Early Years Education. https://doi.org/10.1080/09669760.2011.571003
  • No authorship indicated. (2006). Wechsler Adult Intelligence Scale (WAIS). Journal of Consulting Psychology. https://doi.org/10.1037/h0039221