Tränensäcke: was kann man dagegen tun?

6 Juni, 2016
Jeder Mensch hat Tränensäcke, aber was ist das eigentlich?

Tränensäcke: Sie sollen nach Möglichkeit unscheinbar oder gar unsichtbar sein, so die gängige Meinung vieler Frauen.

Geschwollene oder generell sichtbare Tränensäcke werden als ein Makel empfunden, gegen den verschiedene Tipps, Tricks und Schönheitsmittel angewendet werden. Doch was hilft und worum handelt es sich bei Tränensäcken wirklich? Wir geben einen Überblick.

Tränensäcke

Der Name „Tränensäcke“ ist irreführend, denn viele Menschen denken, dass in den Tränensäcken die Tränen gebildet werden, die man zum Beispiel beim Weinen vergießt.

Das ist zwar eine lustige Vorstellung, diese hat aber mit der Realität nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich bei den Tränensäcken um einen „Abwasserkanal“, der dafür sorgt, dass das Auge entwässert wird.

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Durch die Tränensäcke wird zum Beispiel beim Weinen Tränenflüssigkeit in die Nase abgeleitet, wodurch uns dann beim Weinen auch immer die Nase läuft.

Tränensäcke sind völlig unsichtbar, denn sie verlaufen in einem Knochenkanal. Das, was man immer meint, wenn man von „Tränensäcken“ spricht, sind geschwollene Bereiche des Gewebes, das das Auge umgibt.

Es handelt sich dabei streng genommen um ein Lymphödem, also von Gewebeflüssigkeit, die dort kurzfristig oder dauerhaft gespeichert ist.

Im Alter erschlafft das Bindegewebe, und die sogenannten „Tränensäcke“ (die ja gar keine sind!) werden sichtbar.

Dabei handelt es sich meist um sichtbare erschlaffte Muskeln oder Fettpölsterchen, die nicht mehr von einem straffen Bindegewebe gestützt werden und somit sichtbar hervortreten.

Diese sind unvermeidbar, es gehört zum Altern dazu, dass das Bindegewebe (nicht nur im Gesicht!) an Festigkeit und Stabilität verliert.

TränensäckeWie kann man vorbeugen?

Altersbedingter Erschlaffung des Bindegewebes kann man nicht vorbeugen, man kann den Vorgang nur verlangsamen, indem man darauf achtet, das Bindegewebe nicht zu schädigen oder ihr Altern zu beschleunigen. Daher solltest du folgende Dinge vermeiden:

  • Starke Sonneneinstrahlung (UV Licht schädigt das Bindegewebe)
  • Starkes Reiben (das zu kleinen Rissen im Bindegewebe führen kann)
  • Häufiges Anschwellen der Unterlidhaut (durch Weinen, Alkohol, Schlafmangel etc.)
  • Übergewicht (um hervortretendes Fett unter dem Bindegewebe zu minimieren)

Ein gesunder Lebenswandel mit ausreichend Schlaf, ausreichend Flüssigkeitszufuhr, gesunder Ernährung und UV-Schutz der Haut verlangsamt nicht nur den Alterungsprozess um die Augen, sondern des gesamten Körpers.

Es lohnt also in jeglicher Hinsicht!

AugensäckeUrsachen geschwollener Augen

Schaust du morgens in den Spiegel und entdeckst „Tränensäcke“ in deinem Gesicht, solltest du darüber nachdenken, was du am Vortrag gegessen, getrunken oder getan hast.

Vermeidest du in Zukunft die Ursachen, gehören auch „geschwollene Tränensäcke“ der Vergangenheit an. Gründe können sein:

Salziges/süßes Essen

Salz und Zucker können Wassereinlagerungen verursachen. Weil du nachts in der waagrechten liegst, kann die Lymphe (Gewebeflüssigkeit) nicht der Schwerkraft folgen und sammelt sich auch um die Augen herum an.

Lesetipp: Welche Arten von Salz sind am gesündesten?

Vermeide daher, abends salzig oder süß zu essen und achte darauf, deinen Kopf etwas höher zu lagern.

Alkohol und Tränensäcke

Alkohol ist ein Zellgift und führt zu Wassereinlagerungen in Schwellkörpern im Gesicht. Der sprichwörtliche „Suffkopp“ ist also wirklich sichtbar!

Hast du dir am Abend ein Glas Wein oder Bier zu viel genehmigt, reagiert der Körper auf das Zellgift mit einer Art „Notprogramm“ und lagert Wasser ein. Was dagegen hilft? Auf deinen Alkoholkonsum achten!

Erkrankungen

Kannst du alle oben genannten Ursachen ausschließen, so könnte eine Erkrankung dahinter stecken.

Bluthochdruck zum Beispiel oder Schilddrüsenerkrankungen und besonders auch schwerwiegende Erkrankungen von Herz oder Nieren! Lasse das unbedingt vom Arzt abklären!

Teebeutel

Was hilft kurzfristig?

Sind deine „Tränensäcke“ eine kurzfristige Erscheinung, weil du zu tief ins Glas geschaut, zu kurz geschlafen oder aus anderen Gründen Wasser rund um dein Auge eingelagert hast, können dir folgende Tipps helfen:

Gurkenscheiben

Liegt eine Gurke bei dir im Kühlschrank? Prima! Schneide zwei Scheiben davon ab und lege sie dir so lange auf die Augen, bis sie nicht mehr kühlt. Dann schneidest du noch zwei Scheiben ab – bis die Augen abgeschwollen sind.

Durch die Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen und gleichzeitig versorgt die Gurke deine Haut um die Augen herum noch mit erfrischender Feuchtigkeit.

Kalte Teebeutel

Die Gerbstoffe aus dem Tee sorgen dafür, dass sich die Gefäße der Haut zusammen ziehen und Wasser heraus geschwemmt wird. Lagen die gebrauchten Schwarztee-Beutel vorher über Nacht im Kühlschrak, unterstützt die Kühle noch den Effekt.

Trinken

Große Flüssigkeitsmengen am Morgen (zum Beispiel Wasser, Zitronenwasser oder Tee) bringen den Lymphfluss wieder in Schwung.

Der wiederum sorgt dafür, dass das überschüssige Wasser rund um deine Augen effektiv abtransportiert wird. Ein halber Liter sollte es aber schon mindestens sein!

Kalte Löffel

Wenn du immer ein Paar Esslöffel im Kühlschrank deponierst, hast du morgens eine kleine Notfall-Eiskur zur Hand.

Einfach die kalten Esslöffel auf die Augen legen! Lagen die Löffel im Tiefkühlfach, lege sie bitte nicht direkt auf die zarte Haut deiner Augen – Erfrierungen könnten die Folge sein!

Lege dann ein dünnes Tuch aus Leinen oder Baumwolle zwischen Eislöffel und Auge. Nach ca. 10 Minuten sollten die Augen wieder „ausgehfein“ aussehen!

  • Reuter, J, Merfort, I, Schempp, C. (2010). Botanicals in Dermatology. American Journal of Clinical Dermatology. https://doi.org/10.2165/11533220-000000000-00000
  • Liakou, A. I., Theodorakis, M. J., Melnik, B. C., Pappas, A., & Zouboulis, C. C. (2013). Nutritional clinical studies in dermatology. Journal of Drugs in Dermatology : JDD. https://doi.org/10.1007/978-1-4419-7967-4