Tipps, um die Schilddrüse gesund zu halten

· 9 Juni, 2017
Es ist sinnvoll, die Schilddrüse gesund zu erhalten, um Erkrankungen wie Schilddrüsenunter- oder –Überfunktion vorzubeugen.

Unsere Schilddrüse ist ein Organ, von dem wir im besten Fall unser Leben lang nichts bemerken, still und leise verrichtet sie ihre Funktion. Und das soll auch so bleiben. Du kannst sie dabei unterstützen, gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Was genau bitte macht die Schilddrüse?

Die Schilddrüse beim Menschen befindet sich am Hals, etwas unterhalb vom Kehlkopf und vor der Luftröhre.

Die Schilddrüse speichert Jod und stellt die  Schilddrüsenhormone her, ohne die der Körper keinen richtigen Stoffwechsel hätte. Beim Erwachsenen beeinflussen die Schilddrüsenhormone den Stoffwechsel und Funktionszustand fast aller Organe:

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  • Das in der Schilddrüse gebildete Calcitonin spielt eine untergeordnete Rolle im Calciumstoffwechsel des Organismus.
  • Schilddrüsenhormone wirken auch auf das Herz und Kreislauf.
  • Sie führen zu einer Erhöhung des Pulsschlages, des Blutdrucks und dadurch zu einer Erweiterung von Gefäßen.
  • Sie wirken auf den Zucker-, Fett- und Bindegewebsstoffwechsel, indem sie deren Umsatz steigern.
  • Und sie steigern außerdem die Aktivität von Schweiß- und Talgdrüsen der Haut und die Aktivität der Darmbewegungen.
  • Im Nervensystem führen sie zu einer verstärkten Erregbarkeit der Zellen.

Insgesamt werden durch die Schilddrüsenhormone der Energieverbrauch und der Grundumsatz des Organismus erhöht.

Hat nun die Schilddrüse eine Störung, kann im Körper vieles nicht mehr so funktionieren, wie es soll. Achte also darauf, keine Schilddrüsenerkrankungen zu bekommen!

SchilddrüseErkrankungen der Schilddrüse

Ist die Funktion der Schilddrüse durch Krankheiten wie Entzündungen, Tumore, Wucherungen und ähnliches gestört, resultiert daraus entweder eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Schilddrüsenüberfunktion.

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion wird der Körper mit zu vielen Schilddrüsenhormonen versorgt, die alle Organsysteme übermäßig ankurbeln. Dadurch läuft der gesamte Stoffwechsel auf Hochtouren.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion werden in der Schilddrüse zu wenige Schilddrüsenhormone gebildet und der Körper ist unzureichend damit versorgt.

Dieser Mangel führt zu einer Verlangsamung der Körperfunktionen – der gesamte Stoffwechsel läuft auf Sparflamme.

Wie beugt man Erkrankungen vor?

Man kann nicht allen Erkrankungen der Schilddrüse aktiv vorbeugen, manche sind auch vererbt und treten so oder so auf, ohne dass du etwas daran ändern könntest.

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Es gibt jedoch sehr einfache und erwiesenermaßen wirksame Verhaltensweisen, um Schilddrüsenüberfunktion oder -unterfunktion vorzubeugen:

Ernährung Denk an das Jod!

Vorbeugen lässt sich eine Schilddrüsenunterfunktion mit einer ausreichend jodhaltigen Ernährung. Dazu musst du keine Jodtabletten kaufen, sondern einfach nur darauf achten, dass du zum Kochen jodiertes Speisesalz verwendest.

Gute Jodquellen sind außerdem zahlreiche (Meeres-) Fischsorten. Achtung: bei erblicher Veranlagung zu Krankheiten, die eine Schilddrüsenunterfunktion begünstigen, kann zu viel Jod die Krankheit begünstigen!

Jod steuert über die Produktion der Schilddrüsenhormone unter anderem den Stoffwechsel und ist im Wachstum bei der Bildung von Gehirn und Gehör beteiligt.

Außerdem beeinflusst es die Entwicklung des Kindes hinsichtlich des Größenwachstums.

Deutschland ist aufgrund des geologischen Ausgangsgesteins der Böden Jodmangelgebiet. Bevor Jodsalz eingeführt wurde, litten viele Bürger an Kropfbildung durch eine stark vergrößerte Schilddrüse.

Über Jod sind im Internet heftige Diskussionen entbrannt, die Wissenschaft ist sich aber international einig, dass Jodmangel den Hormonhaushalt nachhaltig stört.

Die Bildung von Schilddrüsenhormonen stark stört und somit Jodsalz eine sinnvolle Lösung ist, um Gesundheitsschäden durch Jodmangel vorzubeugen.

Gemüse Ernähre dich ausgewogen und gesund!

Es gilt, wie auch in allen anderen Bereichen, dass eine ausgewogene Ernährung die beste grundsätzliche Vorbeugung ist.

Zu dieser Ernährung sollten viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und Fleisch, sowie regelmäßig Seefisch gehören.

Einseitige Ernährung oder „Ernährungsideen“ führen meist zu Mangelernährung und dadurch hervorgerufene Krankheiten.

Versuche, möglichst wenig industriell verarbeitete Produkte zu essen und möglichst viel mit frischen Produkten zu kochen.

Fertiggerichte, „Fixgerichte aus der Tüte“, Tiefkühlgerichte oder Konservendosen haben mit einer gesunden Ernährung wenig zu tun.

Einzig Tiefkühlgemüse kann besser sein, als frisches Gemüse vom Gemüsehändler, da bei Tiefkühlgemüse der Vitamin- und Mineralstoffgehalt durch die kürzeren Wege vom Feld in die Tüte höher ist.

SalatKonsumiere Zink!

Zink hat einen Einfluss auf die Produktion der Schilddrüsenhormone, weswegen du immer genug Zink aufnehmen solltest. Zink ist ebenso wichtig für das Immunsystem.

Viele von uns kennen ein Zinkmangelsymptom, ohne es zu wissen: eingerissene Mundwinkel oder Aphthen!

Ganz besonders viel Zink (und Jod!) steckt in Austern und anderen Meeresfrüchten. Leider sind diese nicht nur reich an Zink, sondern auch an schädlichen Schwermetallen wie Quecksilber, weswegen du auf deren Verzehr verzichten solltest.

Eine weitere gute Quelle für Zink ist Fleisch, insbesondere Leber und Rindfleisch. Wer auf Fleisch verzichtet, kann sich über Käse, Eier, Haferflocken, Nüsse oder Hülsenfrüchte auch gut mit Zink versorgen.

  • Gilbert, J. (2017). Hypothyroidism. Medicine (United Kingdom). https://doi.org/10.1016/j.mpmed.2017.05.009
  • Imam, S. K. (2016). Hyperthyroidism. In Thyroid Disorders: Basic Science and Clinical Practice. https://doi.org/10.1007/978-3-319-25871-3_8