Blutdruck senken ohne Pillen

Bluthochdruck gilt als Volkskrankheit. Jeder kennt Personen, die an einem erhöhten Blutdruck leiden. Viele sind betroffen, ohne es zu wissen. Der Arzt stellt den Bluthochdruck fest, verschreibt blutdrucksenkende Mittel, der Patient bleibt auf sich selbst gestellt. Selten informieren Ärzte ihre Patienten darüber, dass der hohe Blutdruck in den meisten Fällen hausgemacht ist und genauso gesenkt werden kann, wie er auch erhöht wurde: durch das eigene Verhalten! Natürlich ist das alles nicht so einfach, wie Pillen zu schlucken – aber wie sinnvoll ist es, sich jeden Tag mit Chemie zu „dopen“, wenn man den Blutdruck auch natürlich regulieren kann?

„Überdruck“ durch Übergewicht

Der häufigste Grund für steigenden Blutdruck ist – ganz einfach – das steigende Körpergewicht. Übergewicht führt nicht zwangsläufig zu hohem Blutdruck, aber Bluthochdruck ist eine häufige „Nebenwirkung“ von Übergewicht. Da durch Übergewicht nicht nur Bluthochdruck, sondern auch andere Krankheiten und Gesundheitsrisiken entstehen können, ist es nicht nur zur Senkung des Blutdruckes mehr als sinnvoll, sein Körpergewicht zu reduzieren.

Um durch ungeeignete Diäten, einseitige Kost und dadurch entstehende Mangelzustände dem Körper nicht zusätzlich zu schaden, sollte man sich zur Gewichtsreduktion immer den Rat eines zertifizierten Experten einholen. „FDH“ bedeutet nämlich leider auch „die Hälfte der Vitamine und Mineralstoffe“ und ist daher keine geeignete Methode, um dauerhaft und gesund an Gewicht zu verlieren. Bei der Wahl eines Ernährungsberaters sollte man unbedingt darauf achten, dass nicht der Verkauf von „Pülverchen und Pillchen“ im Vordergrund der Beratung stehen und dass eine Ausbildung vorhanden ist, die es ermöglicht, die Kosten z.T. von der Krankenkasse erstattet zu bekommen. Mit sinkendem Körperfettanteil sollte dann auch der Blutdruck sinken und sich im besten Fall sogar wieder normalisieren. Regelmäßige Kontrollen beim Hausarzt, um die Dosierung der blutdrucksenkenden Medikamente anzupassen, sind dabei wichtig.

Bewegung im Alltag integrieren

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Eine weitere ganz einfache Methode, um den Blutdruck zu senken ist regelmäßige Bewegung. Auch das, führt langfristig zu einer Gewichtsreduktion, denn mehr Bewegung erhöht den Grundumsatz und wenn die zusätzliche Bewegung nicht durch zusätzliches Essen „ausgeglichen“ wird, unterstützt schon ein klassischer Verdauungsspaziergang oder ein ausgedehnter „Gassi-Gang“ mit dem Hund die Gewichtsreduktion und senkt so den Blutdruck.

Wer sich sportlich betätigen möchte, tut noch mehr für sich und seine Gesundheit. Geeignete Sportarten für Bluthochdruckpatienten sind solche, die eine mäßige Ausdauerbelastung mit sich bringen: Nordic Walking, Schwimmen, Fahrradfahren oder Skilanglauf beispielsweise. Alleine schon ein etwas abgeänderter Alltag, der mehr Bewegung integriert, wirkt! Statt mit dem Auto lieber mit dem Fahrrad zum Bäcker radeln, den Aufzug stehen lassen und die Treppe nehmen oder durch kleine Tricks Laufwege verlängern: Wie wäre es z.B. mit einem Parkplatz ganz am Ende des Supermarktparkplatzes? Oft sind es die kleinen Dinge, die am Ende Großes bewegen!

Das Salz aus der Suppe

Auch Salz ist allgemein als „Übeltäter“ bekannt, wenn es um Bluthochdruck geht. Die Studien zu diesem Thema sind nicht eindeutig, weswegen man nicht mit Sicherheit sagen kann, dass erhöhter Konsum von Salz auch den Blutdruck erhöht. Sicher ist aber, dass eine Verringerung des Salzkonsums den Blutdruck senken kann. Statt alle Speisen systematisch nachzusalzen, ist es z.B. eine gute Idee, den Salzstreuer auf dem Tisch ganz einfach abzuschaffen. Salzarme Speisen müssen außerdem nicht zwangsläufig fad schmecken: Wenn man statt dem vielen Salz viele (frische) Kräuter und Gewürze verwendet, entfaltet sich ein Geschmackserlebnis, gegen das salziges Essen einfach nur fad schmeckt! Und: Geschmack ist antrainiert! Erziehen Sie doch einfach Ihre Geschmacksnerven um!

„Herzgesunder“ Wein?

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Immer wieder liest man, Rotwein sei „herzgesund“. Neuere Studien weisen darauf hin, dass es am roten Farbstoff der Trauben liegt und nicht am Wein selbst. Alkohol kann nämlich auch den Blutdruck erhöhen. Ein bewusster Umgang mit Alkohol trägt also auch dazu bei, den Blutdruck unter Kontrolle zu halten und ggf. sogar zu senken. Und die roten Trauben schmecken ja auch ohne Wein gut!

Stress lass nach!

Lassen Sie sich durch den Bluthochdruck nicht noch zusätzlich stressen, denn auch Stress kann zu Bluthochdruck führen! Arbeiten Sie daran, Stress zu reduzieren, strukturieren Sie Ihren Alltag um, schaffen Sie sich Momente, in denen Sie abschalten können. Und wenn das dann auch noch in Form von Sport oder einem Spaziergang an der frischen Luft ist, schlagen Sie buchstäblich zwei Fliegen mit einer Klappe!

Bluthochdruck ist also keine Krankheit, der man sich hingeben muss, sondern meist eine Störung, die man selbst wieder regulieren kann. Dabei sollte man sich aber immer vom Arzt begleiten lassen, und niemals eigenmächtig Medikamente absetzen oder geringer dosieren.

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