Tiefe Atmung: 7 UNGLAUBLICHE Vorzüge

· 19 November, 2017
Tiefes Ein- und Ausatmen wirkt beruhigend, verbessert die Verdauung und hilft unter anderem auch bei Schmerzen.

Die tiefe Atmung entspannt, beruhigt und sorgt für ein angenehmes Wohlbefinden, insbesondere dann, wenn man diese Atemtechnik regelmäßig praktiziert.

Bei dieser Technik atmet man tief ein, hält die Luft kurz an und atmet dann noch langsamer aus. Die tiefe Atmung wird zum Beispiel bei Yoga oder mindfulness geübt.

Wissenschaftler der Universität Stanford haben eine interessante Studie über Atemtechniken durchgeführt. Das Ergebnis zeigt, dass sie besonders viele gesundheitliche Vorteile hat.

Mark Krasnow, Biochemiker und Leiter der Studie, hat dabei herausgefunden, dass durch tiefes Einatmen bestimmte Gehirnzellen des Atemzentrums aktiviert werden. Damit kann man Körper und Geist entspannen.

Wir atmen meist ganz unbewusst etwa alle 5 Minuten tief ein und aus, was man auch Seufzen nennt. Damit steuert man ein Prozess, der für die Lungen grundlegend und deshalb lebenswichtig ist. Die Art des Atemzuges wird vom Atemzentrum im Gehirn (Hirnstamm) kontrolliert.

Zwei Neuronenanodrnungen sorgen für das gelegentliche tiefere Ein- und Ausatmen, damit man auch abgelegene Bereiche der Lunge mit Sauerstoff versorgen.

Doch sie ist auch eine Art Reset-Knopf, mit dem man Spannungen und Emotionen entladen kann. Bei Nervosität oder Aufregung ist deshalb eine einfach und sehr effektive Methode, tief Luft zu holen.

Diese Technik ist ganz einfach und sie kann jeder praktizieren, um von den vielen Vorteilen zu profitieren. Anschließend erfährst du, was du damit alles erreichen kannst.

1. Tiefe Atmung gegen Stress und Nervosität

Stress

Wir atmen ständig ganz unbewusst Sauerstoff ein, um die Zellen zu versorgen. Beim Ausatmen werden die Stoffwechselendprodukte Wasser sowie Kohlenstoffdioxid ausgeschieden. Dieser Prozess ist lebenswichtig.

Die Atmung kann jedoch auch bewusst gesteuert werden und für emotionalen Ausgleich sorgen. Eine rhythmische, tiefe Atmung hat viele Vorteile.

  • Bei Nervosität oder Panik beschleunigt sich die Atmung automatisch und meist beginnt auch das Herz zu rasen.
  • Der Sympathikus stimuliert die Freisetzung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol, was die Herzfrequenz und die Atmung beschleunigt.
  • Sie kann das parasympathische Nervensystem regulieren, um den Körper in einen entspannten Zustand zu versetzen: Herz und Geist beruhigen sich.

Durch diese Atemtechnik wird der Organismus regelmäßig mit ausreichend Sauerstoff versorgt, deshalb können auch die Muskeln besser entspannt werden.

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2. Giftstoffe ausscheiden

Ein Großteil der Schadstoff im Körper wird durch die Atmung ausgeschieden.

  • Kohlenstoffdioxid ist zum Beispiel ein natürliches Stoffwechselendprodukt, das über die Atmung ausgeleitet wird.
  • Bei einer zu schnellen Atmung können jedoch nicht alle Schadstoffe zufriedenstellend ausgeschieden werden.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, mindestens zwei- bis dreimal am Tag 10 Minuten bewusst langsam und tief ein- und auszuatmen.

3. Gegen Schmerzen

Schmerzen

Bei Schmerzen verfällt man sehr oft in eine flache Atmung, die durch einen natürlichen Mechanismus vom Gehirn bei einer plötzlichen Verletzung aktiviert wird. Bei chronischen Schmerzen (z.B. bei Arthritis, Lupus oder Fibromyalgie) ist jedoch die tiefe Atmung von großem Vorteil.

Versuche, die Luft einige Sekunden anzuhalten und anschließend möglichst tief und ruhig zu atmen.

Auf diese Art und Weise werden Endorphine freigesetzt, die als natürliche Schmerzmittel im Körper agieren.

4. Für eine bessere Körperhaltung

Die tiefe, ruhige Atmung kann dir helfen, deine Körperhaltung bewusst zu verändern und Hals und Rücken in die richtige Stellung zu bringen.

Wenn die Lungen mit Luft gefüllt werden, wird die Wirbelsäule in eine aufrechte, harmonische Haltung gebracht. Überzeuge dich selbst davon!

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5. Sie stimuliert das Lymphsystem

Lymphsystem 

Das lymphatische System bildet einen essenziellen Teil des Immunsystems. Es besteht aus einem komplexen Netzwerk aus Lymphgefäßen, Geweben, Organen und Lymphknoten, die viele wichtige Funktionen erfüllen.

Dazu gehört zum Beispiel auch die Ausscheidung von abgestorbenen Zellresten und anderen Abfallstoffen.

Die tiefe Atmung kann wesentlich dazu beitragen, den Körper von Giftstoffen zu befreien. Die Lymphflüssigkeit kann dadurch besser fließen, der Organismus arbeitet effizienter.

6. Die tiefe Atmung schützt das Herz

Wichtig zu wissen ist, dass man bei aeroben Sportarten Fett als Energiequelle nutzt, bei anaeroben Aktivitäten (Training mit großer Anstrengung) wandelt man jedoch insbesondere Glucose in Energie um.

Wer täglich tiefes Atmen praktiziert, schafft damit eine perfekte Grundlage für ein Kardio-Training. Dabei wird nämlich nicht nur das kradiovaskuläre System gestärkt, sondern auch Fett effektiv verbrannt.

7. Tiefe Atmung für eine bessere Verdauung

Verdauung

Die tiefe Atmung verbessert auch die Verdauung.

  • Wenn du den Körper regelmäßig mit ausreichend Sauerstoff versorgst, können die  Verdauungsorgane effizienter arbeiten.
  • Dadurch verbessert sich auch die Durchblutung der Organe und die Darmperistaltik angeregt.
  • Wie bereits erwähnt, reguliert das tiefe Ein- und Ausatmen auch das Nervensystem. In einem ruhigen Zustand kann die Verdauung entspannt und dann effizient erfolgen. 
  • Darüber hinaus nimmt man die Nährstoffe deutlich besser auf.

Profitiere auch du von dieser einfachen Atemtechnik! Du wirst dich damit gleich viel besser fühlen.

Titelbild bereitgestellt von © wikiHow.com

  • Brown, R. P., & Gerbarg, P. L. (2009). Yoga breathing, meditation, and longevity. In Annals of the New York Academy of Sciences. https://doi.org/10.1111/j.1749-6632.2009.04394.x
  • Homma, I., & Masaoka, Y. (2008). Breathing rhythms and emotions. Experimental Physiology. https://doi.org/10.1113/expphysiol.2008.042424