Thyroiditis – Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

· 31 Juli, 2014
Thyreoiditis kann mit Akupunktur behandelt werden. In bestimmten Zonen bewirkt diese Technik eine entspannende Wirkung, die die Gehirnaktivität und die Hormonproduktion stimuliert.

Thyroiditis ist eine Entzündung der Schilddrüse. Wenn diese Erkrankung auftritt, werden unsere physischen und psychologischen Fähigkeiten stark beeinträchtigt.

Die Schilddrüse ist eine der wichtigsten Drüsen unseres Körpers, da sie für das Funktionieren unseres Körpers notwendige Hormone ausschüttet.

Die Schilddrüse befindet sich am Hals und regelt die Kalorienverbrennung, den Herzrhythmus und andere Körperfunktionen, vor allem aber den Energieverbrauch unserer Zellen.

Es gibt mehrere Arten von Thyroiditis, die eine Schwellung der Schilddrüse verursachen. Die meisten lösen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion aus. Die subakute Thyreoiditis De Quevain bewirkt jedoch vor allem eine Schilddrüsenüberfunktion.

Behandlung einer Thyroiditis

Die Therapie von Thyroiditis hängt von der Art der Schilddrüsenentzündung ab, obwohl die meisten Behandlungen eine Verringerung bzw. Behebung der Schwellung bezwecken, so dass die Schilddrüse ihre normalen Funktionen wieder ausüben kann.

Die allopathische Medizin verabreicht u.a. entzündungshemmende Arzneimittel, um die Schmerzen zu lindern (Aspirin, Ibuprofen oder Prednison) sowie die Zugabe von Schilddrüsenhormonen bei einer Unterfunktion.

Die traditionelle chinesische Medizin hat bis jetzt mit der Verwendung von Ginseng, Ingwer und Minze sehr gute Ergebnisse erzielt, denn die Schilddrüsenfunktionen können nicht nur stimuliert, sondern auch kontrolliert werden.

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In der Naturheilkunde wird zur Behandlung der Unterfunktion Ashwagandha (indische Schlafbeere) und Guggul (indische Myrrhe) eingesetzt, die die Schilddrüse bei der Hormonproduktion unterstützen sollen. Die Maca-Pflanze wird bei Wechseljahrsymptomen verwendet.

Es sollte auch beachtet werden, dass die Schilddrüse Jod benötigt, um ihre Funktionen richtig ausüben zu können.

Bei der heutigen Ernährungsweise kann es zu Jodmangel kommen. In diesem Fall sind jodiertes Meersalz oder Meerespflanzen, wie zum Beispiel Algen, hilfreich. Jod sollte vorzugsweise auf natürlichem Weg eingenommen werden, ein Zusatzpräparat ist nicht immer zu empfehlen.

Formen der Thyroiditis

Schilddrüsenerkrankungen

Hashimoto-Thyroiditis

Die Ursachen der Hashimoto-Thyroiditis sind unbekannt, obwohl eine familiäre Vorbelastung vermutet wird.

Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit. Dies bedeutet, dass unsere Abwehrzellen (Antikörper) die Schilddrüsenzellen angreifen, was eine Entzündung der Schildddrüse und eine allmähliche Zerstörung deren Zellen bewirkt.

Die Produktion der Schilddrüsenhormone geht zurück und verursacht eine Unterfunktion.

Die Symptome gleichen generell denen der Schilddrüsenunterfunktion: erhöhte Kälteempfindlichkeit, Verstopfung, Völlegefühl, Müdigkeit, trockene und rissige Haut, brüchige Haare und Fingernägel, schnelle Gewichtszunahme, Veränderung des Menstruationszyklus usw.

Behandlung

Bei einer Therapie sollte folgendes beachtet werden:

  1. Es ist von großer Wichtigkeit zu wissen, dass sich 70% unseres Immunsystems im Darm befinden. Je besser also der Zustand unserer Darmflora ist, umso effektiver wird der Kampf gegen die autoimmune Unterfunktion sein. Probiotika sollten deshalb in unserer Ernährung reichlich vorhanden sein, so wird auch Kandidiose vermieden, die durch das geschwächte Immunsystem häufiger auftreten kann.
  2. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass durch die Vermeidung von Gluten über einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten die Antikörper auf Normalwerte zurückgehen. Meide deshalb Weizen, Roggen und Gerste.
  3. Wenn die Antikörperwerte zu hoch sind, sollte man die Jodeinnahme besonders kontrollieren; nimm aus diesem Grund nicht mehr als 1 g Jod am Tag.
  4. Vitamin D fördert die Regulierung des Immunsystems, deshalb solltest du täglich ein leichtes Sonnenbad nehmen.
  5. Meide Stress. In Stresssituationen wird Cortisol freigegeben. Dieses Hormon hemmt die Schilddrüsenhormone, da das Enzym Deiodinase, das diese aktiviert, unterdrückt wird.
  6. Einige Krankheitsbilder bewirken die suprarenale Sekretion von Cortisol, wie zum Beispiel bei einer überforderten Leber, bei Unterzuckerung (Hypoglykämie), Insulinresistenz etc. Diese sollten deshalb so gut wie möglich vermieden werden.
  7. Entgifte deinen Körper von möglichen Toxinen wie Pestizide, Lösungsmittel, Chemikalien oder Schwermetallen.
  8. Selenium hilft, die schädlichen Antikörper zu reduzieren und fördert die Umbildung des T4-Hormons (wenig aktives Hormon) zu einem T3-Hormon (aktives Hormon). Es spielt eine wichtige Rolle bei der Schilddrüsenfunktion und schützt diese gegen Knoten oder Krebs.
  9. Bei Eisen-, Vitamin B12- oder Folsäuremangel, solltest du ein Vitaminpräparat, das auch Vitamin A, B2, B3 und B6 enthält, einnehmen.
  10. Ebenso wichtig sind eine tägliche leichte körperliche Betätigung und eine gute Nachtruhe.

Subakute Thyreoiditis De Quervain

Es wird vermutet, dass diese Entzündungsform der Schilddrüse einen viralen Ursprung hat. Es treten plötzlich starke Halsschmerzen und anfänglich Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion auf, die 1 bis 3 Monate andauern können.

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Danach normalisieren sich die Funktionen, jedoch kann es bei einem Fünftel der Betroffenen zu einer Unterfunktion kommen.

Eine Schilddrüsenüberfunktion bedeutet, dass die Schilddrüse zu viele Hormone ausschüttet, so dass die Schilddrüsenhormonwerte im Blut hoch sind. Dies kann folgende Symptome verursachen:

  • Wärmeintoleranz
  • Müdigkeit, Schwäche und Konzentrationsstörungen
  • Appetitzunahme
  • Gewichtsverlust
  • Häufiger Stuhlgang oder Durchfall
  • Unruhe, Beklommenheit, Nervosität
  • Starke Schweißproduktion
  • Kropf (sichtbare Vergrößerung der Schilddrüse)

Um diese Symptome zu vermeiden, kann eine Mischung aus Grüntee und Melissentee hilfreich sein. Trinken Sie täglich zwei Tassen. Die antioxidative Kraft kann die Hyperaktivität der Schilddrüse beruhigen.

Postpartum-Thyreoiditis

Bei einigen Frauen können nach einer Schwangerschaft Antikörper im Organismus bleiben, die die Schilddrüse angreifen. Dies kann zwischen 4 und 6 Monaten nach der Geburt erfolgen und kann sowohl eine Unterfunktion, als auch eine Überfunktion auslösen.

Stille Thyreoiditis

Diese Form von Thyroiditis verläuft meist ohne Symptome oder Schmerzen. Die Ursachen sind noch unbekannt.

Durch Pharmaka induzierte Thyreoiditis

Bei dieser Entzündung handelt es sich um eine Nebenwirkung bestimmter Arzneimittel oder Wirkstoffe, wie zum Beispiel Lithium, Amiodaron, Interferon oder Zytokin. Sie können sowohl eine Unterfunktion, als auch eine Überfunktion bewirken.

Die Einnahme des Arzneimittels sollte eingestellt werden, um die Entzündung zu stoppen.

Thyreoiditis verursacht durch Radiotherapie

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion können nach einer Radiojodtherapie, die zur Behandlung einer Überfunktion oder gegen Krebs durchgeführt wird, auftreten.

Akute Thyreoiditis

Diese Schilddrüsenentzündung wird durch Bakterien oder Mikroorganismen verursacht. Die Symptome können unterschiedlich sein, wobei sie schmerzhaft oder nicht schmerzhaft sein können. Die betroffene Person fühlt sich meist nicht wohl.

Wird die Entzündung behoben, verschwinden die Symptome, die normalerweise einer Unterfunktion ähneln.

Akupunktur bei Thyreoiditis

Akkupunktur

Die Schilddrüsenfunktionsstörungen kann man durch eine Akupunkturbehandlung lindern oder sogar verbessern.

Dieses Verfahren wird in Asien schon lange angewendet und wird in letzter Zeit in mehreren europäischen Ländern mit der herkömmlichen Medizin kombiniert oder als Alternative eingesetzt.

Die Akupunktur stellt das Stoffwechselgleichgewicht wieder her. Dies bewirkt ebenfalls eine Stabilisierung der Schilddrüsenfunktion.

Wenn Akupunktur eingesetzt wird, um bestimmte Zonen unseres Körpers zu entlasten, hat dies eine beruhigende Wirkung zur Folge. Sie stimuliert und aktiviert die Funktion unseres Gehirns und somit die Hormonproduktion.

Akupunktur kann man auch zu einer direkten Behandlung der Thyreoiditissymptome anwenden.

  • Zettinig, G., Krebs, M., & Buchinger, W. (2016). Subakute thyreoiditis de quervain. Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism.
  • Zaletel, K., & Gaberscek, S. (2011). Hashimotos Thyroiditis: From Genes to the Disease. Current Genomics. https://doi.org/10.2174/138920211798120763