Talkum und Eierstockkrebs – Besteht ein Zusammenhang?

· 3 September, 2015

Wahrscheinlich haben wir alle irgendwann einmal Talkum verwendet und wenn nicht, dann doch zumindest Produkte, in denen Talkumpuder enthalten ist. Talkum wird in der Industrie sehr viel verwendet. Kosmetikprodukte, Gesichtspuder und sogar Babypflegeprodukte enthalten Talkum. Allerdings wurde in kürzlich durchgeführten Studien festgestellt, dass ein Zusammenhang zwischen der übermäßigen Verwendung von talkumhaltigen Produkten und Tumoren der Eierstöcke besteht.

Was ist Talkumpuder?

Talkumpuder besteht zum wesentlichen Teil aus Talk, chemisch gesehen handelt es sich dabei um Magnesiumsilikat (das wiederum Magnesium, Sauerstoff, Silizium und Wasserstoff enthält). In seiner natürlichen Form enthält Talk Fasern, die dem giftigen Asbest sehr ähnlich sind, das wissenschaftlichen Studien zufolge eine Reihe von Krebserkrankungen auslösen kann. In der pharmazeutischen Industrie wird asbesthaltiges Talkum seit langer Zeit nicht mehr eingesetzt, seine Verwendung in der Kosmetikbranche ist umstritten.

Noch gibt es viele Kosmetika im Handel, in denen faserhaltiges Talkumpuder enthalten ist. In der Regel wird Talkum verwendet, um Feuchtigkeit aufzunehmen, die Haut trocken zu halten und Wundsein vorzubeugen. Aufgrund dieser Eigenschaften wird es von Frauen auch zur Intimpflege eingesetzt, so bleibt alles schön trocken und riecht nicht.

Eierstockkrebs

Die Amerikanische Gesellschaft gegen Krebs warnt jedoch davor, dass es eine Verbindung zwischen der Anwendung von Talkumpuder im Intimbereich und dem Auftreten von Ovarialkarzinomen, Eierstockkrebs, geben könnte. Hinweise darauf seien in verschiedenen Studien gefunden worden, die allesamt darin übereinstimmen, dass Talkumpartikel über die Gebärmutter und die Eileiter bis in die Eierstöcke gelangen können. Dort lösen sie eine Entzündung aus und begünstigen die Entwicklung von Tumoren.

Talkumpuder wird auch bei der Babypflege verwendet und es ist möglich, dass ein Zusammenhang zwischen dieser Tatsache und dem frühen Auftreten von Krebserkrankungen existiert. Neben den Eierstöcken sind vor allem die Atemwege betroffen, in denen eingewanderte Talkumpartikel nicht vom Körper abgebaut werden können. Es entwickelt sich eine sterile Entzündung und unter Umständen in der Folge ein Tumor.

In einer schon im Jahr 1971 durchgeführten Studie konnten Talkumpartikel in 75% aller Eierstocktumoren, die im Rahmen dieser Arbeit untersucht worden, gefunden werden. Eine weitere wissenschaftliche Studie, in die 19 Forscher aus 8 verschiedenen Ländern involviert waren, ermittelte ein sehr hohes Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, für Frauen, die Talkum im Intimbereich verwenden.

Obwohl die Amerikanische Gesellschaft gegen Krebs seit Langem regelmäßig vor der Anwendung von Talkum in der Intimzone warnt, wurden derartige Produkte von den entsprechenden Behörden noch nicht vom Markt genommen. Die Hersteller sind auch nicht dazu verpflichtet, einen Warnhinweis auf ihren Produkten anzubringen, der zumindest davor warnt, sie im Intimbereich einzusetzen.

Hinweise zur Verwendung von Talkumpuder

Babypuder

Nach Auswertung der Ergebnisse zahlreicher Studien, die von Wissenschaftlern in der ganzen Welt erstellt wurden, haben sich die Gesundheitsämter (oder ähnliche Behörden) dazu entschieden, von der Verwendung von Talkum abzuraten.

Die Amerikanische Akademie für Pädiatrie rät vom Einsatz von talkumhaltigem Babypuder zur Vermeidung von Wundsein ab. Diese Entscheidung beruht insbesondere auf Erkenntnissen, die Talkum einen Zusammenhang mit Atemwegsproblemen und Lungenschäden nachweisen.

Talkumhaltiges Babypuder der Marke Johnson & Johnson ist inzwischen dahingehend gekennzeichnet, dass es nur zur äußeren Anwendung geeignet ist. Auf wunde Stellen sollte es nach Möglichkeit nicht aufgetragen werden und auch der Kontakt zu Schleimhäuten und Augen ist zu vermeiden, um respiratorischen und anderen gesundheitlichen Problemen vorzubeugen.

Die Gesellschaft zur Krebsprophylaxe schlägt vor, dass alle talkumhaltigen Produkte einen deutlichen Warnhinweis tragen sollten, auf dem vor einem erhöhten Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, gewarnt wird: „Die häufige Anwendung von Talkumpuder im weiblichen Genitalbereich erhöht das Risiko für Eierstockkrebs.“