Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew): Diagnose und Behandlung

15 September, 2019
Die meisten Menschen, die an Spondylitis ankylosans leiden, weisen das Gen HLA-B27 auf. Doch das bedeutet nicht, dass genetisch vorbelastete Personen diese Krankheit entwickeln müssen. 

Spondylitis ankylosans ist eine chronisch-entzündliche Krankheit, die sich insbesondere an den Gelenken der Wirbelsäule äußert. Durch Verknöcherungen wird die Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt, denn die Wirbelsäule ist weniger flexibel. Aus diesem Grund kommt es häufig vor, dass Betroffene einen Rundrücken aufweisen und sich nach vorne neigen.

Die genauen Ursachen für diese Krankheit sind noch nicht ausreichend erforscht, doch man weiß, dass die genetische Komponente eine sehr wichtige Rolle spielt. Die meisten Betroffenen weisen das Gen HLA-B27 auf. Doch nicht alle, die dieses Gen haben, erkranken an Spondylitis ankylosans. 

Spondylitis ankylosans: Symptome

Spondylitis ankylosans: Symptome 
Spondylitis akylosans kann zu Verknöcherungen an der Wirbelsäule führen. In der Folge verlieren Betroffene an Flexibilität und leiden an oft starken Schmerzen.

Diese entzündlich-rheumatische Krankheit verläuft schubweise. Zwar ist meist die Wirbelsäule davon betroffen, doch die Entzündungen  können auch an verschiedenen anderen Gelenken auftreten (zum Beispiel an den Schultern, der Hüfte, den Knien oder den Knöcheln).

Zu den ersten Symptomen der Spondylitis akylosans, die auch als Morbus Bechterew bezeichnet wird, zählen nächtliche Schmerzen und Steifheit im unteren Rückenbereich. Auch morgens und nach längeren Zeiten ohne Aktivität treten diese Beschwerden bevorzugt auf. Darüber hinaus machen sich häufig Schmerzen im Halsbereich und Müdigkeit bemerkbar.

Häufig ist das Gelenk zwischen Wirbelsäule, Becken und Hüfte davon betroffen. Doch auch andere Punkte, an denen sich Bänder und Sehnen mit den Knochen verbinden (insbesondere an der Wirbelsäule) können Beschwerden verursachen.

Bei Spondylitis kommt es zu Verknöcherungen, da der Organismus versucht, sich selbst zu heilen. Doch diese Knochenanhängsel verschließen den Raum zwischen den Wirbeln und dadurch können auch zwei Wirbel teilweise zusammenwachsen.

In der Folge kommt es zu Steifheit. Dies kann auch den Brustkorb betreffen, was dazu führt, dass sich die Lungenkapazität und -funktion verringert.

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Welche Komplikationen können bei Spondylitis ankylosans auftreten?

Morbus Bechterew kann zu folgenden Komplikationen führen:

  • Entzündung der Augenhaut (Uveitis): Es handelt sich um eine sehr häufige Komplikation der Spondylitis. Dabei kann es zu Schmerzen in den Augen kommen, die schnell auftreten. Auch Lichtempfindlichkeit oder eine verschwommene Sicht sind häufige Folgen. 
  • Schädigung der Herzklappen: Diese Krankheit kann Probleme in der Aorta verursachen. Wenn hier eine Entzündung vorliegt, kann sich die Aortenklappe im Herz verformen, was ihre Funktionstüchtigkeit beeinträchtigt.

Wie wird Spondylitis ankylosans diagnostiziert?

Die diagnostischen Kriterien für Spondylitis ankylosans umfassen unter anderem:

  • Klinische Kriterien: Schmerzen im unteren Rückenbereich über mehr als drei Monate, die sich durch Bewegung und Übungen lindern, in Ruhestellung jedoch vorhanden sind. Außerdem ist die Thoraxexkursion (sichtbare Bewegungen des Brustkorbs) limitiert. Auch die Beweglichkeit der Wirbelsäule ist eingeschränkt.
  • Radiologische Kriterien: Auf einer Röntgenaufnahme ist eine Entzündung des Iliosakralgelenkes erkennbar.

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Je nach den vorhandenen Kriterien lautet die Diagnose:

  • Eine Spondylitis ankylosans liegt vor, wenn ein klinisches und ein radiologisches Kriterium erfüllt wird.
  • Eine wahrscheinliche Spondylitis akylosans ist dann vorhanden, wenn 3 klinische Kriterien oder ein radiologisches Kriterium vorliegen.

Eine Analyse des Blutes und des Harns kann die Diagnose unterstützen, wenn das Antigen HLA-B27 im Blut vorhanden ist. Außerdem kann man damit die Intensität des Entzündungsprozesses bestimmen.

Wie wird Spondylitis ankylosans therapiert?

Wie wird Spondylitis ankylosans therapiert?
In Kombination mit Rehabilitation und einem operativen Eingriff werden Schmerzmittel eingesetzt, um die Gelenkschmerzen der Patienten zu lindern.

Die Behandlung von Spondylitis erfolgt durch die Kombination verschiedener Arzneimittel und der Rehabilitation. 

  • Nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAR): Mit dieser pharmakologischen Behandlung können Schmerzen und Entzündungen in den Gelenken gelindert werden. Damit verbessert sich die Lebensqualität des Patienten. Außerdem kann dieser während des Schlafes bessere Erholung finden, da er weniger Beschwerden hat.
  • Basismedikation, die auf das Immunsystem wirkt. 
  • Biologische Arzneimittel, die zwar die Krankheit nicht heilen können, jedoch vielen Patienten helfen, die Symptome zu lindern.
  • Die Rehabilitation muss kontinuierlich erfolgen und mit der medikamentösen Behandlung kombiniert werden. Physische Übungen und Atemtechniken verbessern die Beweglichkeit der Wirbelsäule und stärken die Muskeln.
  • Operativer Eingriff: In manchen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff notwendig, insbesondere dann, wenn die Gelenke stark geschädigt sind und die Beweglichkeit eingeschränkt ist.

Die Kombination verschiedener Therapien ermöglicht es den Patienten, die Steifheit und Stagnation zu überwinden. Außerdem kann damit auch anderen Störungen der Muskulatur und des Bewegungsapparats vorgebeugt werden. Darüber hinaus ist es wichtig, spezifische Übungen oder Sportarten zur Stärkung des Rückens durchzuführen (zum Beispiel Schwimmen).

 

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