So kannst du einer Demenzerkrankung vorbeugen

· 8 Februar, 2019
Um das Risiko einer Demenzerkrankung zu verringern, ist es besonders wichtig, körperlich und geistig aktiv zu sein. Denn das fördert die Durchblutung und hält das Gehirn in Schwung. Auch Kontakt zu anderen Menschen spielt eine große Rolle.

So unwahrscheinlich es auch erscheinen mag: Tatsächlich sind zwischenmenschliche Beziehungen entscheidend für die Vorbeugung einer Demenzerkrankung.

Diese Krankheit schreitet allmählich fort. Denn sie schädigt nach und nach verschiedene Gehirnfunktionen. Dennoch gibt es einige Dinge, die man sich zur Gewohnheit machen sollte. Denn sie können dazu beitragen, das Risiko einer Demenzerkrankung zu verringern.

In diesem Artikel zeigen wir dir, wie wichtig es ist, sowohl körperlich als auch geistig aktiv zu bleiben. Außerdem darf man auch nicht vergessen, dass emotionale Stabilität von grundlegender Bedeutung ist.

Demenz

Bei einer Demenzerkrankung kommt es typischerweise zum Verlust oder einer Verminderung einiger geistiger Fähigkeiten. Dabei betrifft dies vor allem das Gedächtnis. Aber genauso auch das allgemeine Verhalten der betroffenen Person und die Fähigkeit zu logischen Schlussfolgerungen.

Leider ist diese Verschlechterung in der Regel chronisch und progressiv. Am häufigsten tritt Demenz bei älteren Menschen auf. Diese können im fortgeschrittenen Stadium voll pflegebedürftig werden.

Neben der genetischen Veranlagung gibt es einige Faktoren, die das Risiko einer Demenzerkrankung erhöhen können:

  • Bluthochdruck
  • Hoher Cholesterinspiegel
  • Rauchen
  • Diabetes
  • Einige Arten von Depression
  • Kopfverletzungen, die zu Bewusstseinsverlust führen
  • Hirngefäßerkrankungen
  • Kontakt mit Schwermetallen wie beispielsweise Quecksilber

Eine Leseempfehlung: Mit dem Rauchen aufhören – wie es endlich klappt!

Wie kannst du einer Demenzerkrankung vorbeugen?

1. Gedächtnistraining

Frau mcht Gedächtnisübung zur Vorbeugung einer Demenzerkrankung

Eines der häufigsten Symptome einer Demenzerkrankung ist der Gedächtnisverlust. Aus diesem Grund solltest du versuchen, täglich ein paar Gedächtnisübungen zu  machen.

So kannst du zum Beispiel jeden Abend vor dem Schlafengehen im Geiste deinen Tag vor deinem inneren Auge abspulen. Dabei erinnerst du dich daran, was du gemacht hast. Und auch an bestimmte Details deines Tages.

Eine weitere Möglichkeit, das Gedächtnis zu trainieren: Versuche bei Neuigkeiten deine ganze Aufmerksamkeit auf diese zu richten. Das kann zum Beispiel ein für dich bisher unbekannter Ort sein, eine Tätigkeit, die du zum ersten Mal ausführst, oder auch eine neue Person, die du kennenlernst.

Anschließend konzentrierst du dich ganz darauf, diese neuen Informationen nochmal im Geiste durchzugehen. Bringe sie mit bestimmten Sinneseindrücken in Verbindung. Das hilft dir sicher!

2. Anregung und Förderung deiner Fähigkeiten

Manche Menschen sind mehr an Zahlen interessiert. Andere fühlen sich zu Buchstaben hingezogen. Sicher hast auch du deine besonderen Vorlieben! Obwohl es natürlich das Beste ist, all diesen Dingen Zeit zu widmen: Du solltest überlegen, welche geistigen Übungen dir am meisten Spaß machen.

So sind zum Beispiel für Zahlenbegeisterte Sudokos eine ausgezeichnete Option. Sicher kennst du sie, denn sie sind in den letzten Jahrzehnten sehr in Mode gekommen. Wenn du aber lieber Buchstaben magst, solltest du unbedingt jeden Tag eine Weile lesen.

3. Teilnahme an Treffen und Debatten

Jede Art von gesellschaftlicher Aktivität, bei der es zu Kontakt und Austausch mit anderen Menschen und anderen Denkweisen kommt, stimuliert das Gehirn. Dadurch kannst du das Risiko einer Demenzerkrankung verringern.

So erhöht beispielsweise die Teilnahme an Treffen mit anderen Leuten die Gehirnaktivität. Denn dabei kommt es zum Austausch verschiedener Meinungen.

Dabei bringt das Argumentieren und Verteidigen einer Idee die Neuronen in Schwung. Und viele Fähigkeiten, die bei Demenz dazu neigen, sich zurückzubilden, werden neu angeregt.

In dieser Art von Gesprächen oder Debatten mit Freunden trainierst du durch Sprache dein Erinnerungsvermögen. Ebenso auch deine Argumentationsfähigkeit sowie Ideenfindung.

Dieser Aspekt ist wichtig, da einige Krankheiten, wie zum Beispiel Alzheimer, das Lernen und Verarbeiten neuer Informationen der betroffenen Personen beeinflussen.

4. Emotionale Stabilität

Älterer Mann betrachtet ein Foto

Auch folgender Aspekt ist es sehr wichtig: Die Person, die von einer Demenzerkrankung betroffen ist, muss unbedingt Zuneigung und Verständnis durch ihr familiäres Umfeld erfahren.

Natürlich ist es sehr schwierig und belastend, mit solch einer degenerativen Krankheit eines geliebten Menschen umzugehen. Nichtsdestotrotz  trägt emotionale Stabilität sehr dazu bei, die Lebensqualität des Betroffenen zu verbessern.

Daher sollte die Versorgung der Patienten möglichst umfassend sein. Also müssen nicht nur körperliche Bedürfnisse, sondern auch emotionale berücksichtigt werden.

Denn auf diese Weise ist es möglich, dem Verlust von bestimmten Fähigkeiten vorzubeugen. Oder, im Falle, dass die Demenzerkrankung bereits ausgebrochen ist, diese weitgehend zu verlangsamen.

Vielleicht auch interessant für dich: So ist das Leben von Patienten mit Demenz

5. Aktive Grundeinstellung

Eine weitere gute Angewohnheit, die bei der Verringerung des Risikos einer Demenzerkrankung hilft: Körperliche Betätigung. Oder besser gesagt, alle Arten von Aktivitäten, ob geistig oder körperlich.

Sport verbessert die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems sowie die Durchblutung. Daher ist eine aktive und lebensbejahende Einstellung kombiniert mit einem gesunden Lebensstil der beste Weg, um dieser degenerativen Krankheit vorzubeugen.

In diesem Sinne ist es empfehlenswert, 30 Minuten täglich eine körperliche Tätigkeit auszuüben. Natürlich eine, die deinem Alter und deiner körperlichen Verfassung entspricht.

Gerade dieser Ratschlag ist für die meisten Personen allerdings am schwersten zu befolgen. Doch genau dies ist besonders entscheidend. Um dem Risiko einer Demenzerkrankung vorzubeugen, ist es wichtig, dass du dir einen jungen, aktiven und positiven Geist bewahrst, außerdem flexibel bleibst und lernst, dich an Veränderungen anzupassen.

  • Gatz, M. (2005). Educating the Brain to Avoid Dementia: Can Mental Exercise Prevent Alzheimer Disease? PLoS Medicine. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.0020007
  • Ahlskog, J. E., Geda, Y. E., Graff-Radford, N. R., & Petersen, R. C. (2011). Physical exercise as a preventive or disease-modifying treatment of dementia and brain aging. Mayo Clinic Proceedings. https://doi.org/10.4065/mcp.2011.0252
  • Pillai, J. A., & Verghese, J. (2009). Social networks and their role in preventing dementia. Indian J Psychiatry.