Shinrin Yoku oder Waldbaden: Was sind die Vorteile?

Die Nähe zur Natur ist gut für Geist und Körper. Erfahre in diesem Artikel alles über die Vorteile des Waldbadens!
Shinrin Yoku oder Waldbaden: Was sind die Vorteile?

Letzte Aktualisierung: 04. November 2022

Die Natur hat eine heilende Wirkung auf die körperliche und geistige Energie. Eine der Behandlungsmethoden ist die Shinrin Yoku genannte Rückverbindung, eine Therapie zum Abbau von Ängsten und Stress. Ihr Hauptziel ist es, das Wohlbefinden durch den Kontakt mit der Natur zu fördern.

Genauer gesagt, handelt es sich um eine Erfahrung, die Teil der Waldmedizin ist, einer Disziplin, die den Wald als Quelle der Gesundheit propagiert. Durch den Wald zu spazieren, das Rauschen der Äste zu genießen, den Himmel zu betrachten und frische Luft zu atmen, hat erhebliche Vorteile für den Körper. Welche? Finde es heraus!

Was ist “Shinrin Yoku”?

Im Japanischen bedeutet Shinrin Wald, während Yoku baden bedeutet. Die Kombination der beiden Wörter bedeutet übersetzt “Waldbaden” und bezieht sich auf die Zeit, die man auf der Suche nach Glück und besserer Gesundheit im Wald verbringt.

Die Therapie geht auf die 1980er-Jahre zurück, als die Japaner einen gesunden Lebensstil anstrebten, sich von der Stadt abwandten und sich vom technologischen Aufschwung, der viele Menschen überwältigte, entgifteten.

Basierend auf einer spirituellen Heilung besteht das Waldbaden oder Shinrin Yoku darin, die Umgebung zu genießen, während man ziellos umhergeht. Ziel ist es, die Umwelt in sich aufzunehmen. Man nimmt an, dass diese Form der Ökotherapie das Immunsystem stärkt.

Und obwohl noch mehr Forschung nötig ist, berichtet das International Journal of Mental Health and Addiction über die Wirksamkeit von Shinrin Yoku bei der Verringerung von Angstsymptomen.

Shinrin Yoku - Frau lehnt an einem Baum
Die Wissenschaft hat gezeigt, dass die Verbindung mit der Natur körperliche und psychologische Vorteile hat.

Das sind die Vorteile von “Shinrin Yoku”

Die Verbesserung der Lebensqualität und die Vorbeugung von psychischen und physischen Krankheiten sind die wichtigsten Vorteile des “Waldbadens”. Das International Journal of Forest Medicine behauptet sogar, dass Ärzte in Zukunft das Waldbaden als präventive Behandlung verschreiben werden.

Durch die Verbindung mit der natürlichen Umgebung werden die Sinne wach, um Gerüche, Texturen, Bilder, Klänge und sogar Geschmäcker wahrzunehmen. Außerdem bist du beim Spazierengehen körperlich aktiv, was zusätzliche Vorteile mit sich bringt.

Verbessert die Stimmung

Eine vom International Journal of Environmental Research and Public Health durchgeführte Studie ergab, dass Spaziergänge in bewaldeten Gebieten negative emotionale Zustände vermindern, insbesondere die folgenden:

  • Wut und Feindseligkeit
  • Müdigkeit und Verwirrung
  • Verspannungen und Ängste
  • Depression und Entmutigung

Darüber hinaus ergab die Studie, dass Waldspaziergänge die positive Stimmung und das Gefühl der Vitalität der Teilnehmer steigern.

Als Einstieg in die Methode solltest du mindestens 40 Minuten in einem Wald spazieren gehen.

“Shinrin Yoku” stärkt das Immunsystem

Das Mesoamerikanische Zentrum für den Austausch von Wissen und forstwirtschaftlichen Erfahrungen weist darauf hin, dass Therapien in der Natur die physiologische Wirkung der Entspannung verstärken.

Außerdem wirken die von Pflanzen und Bäumen freigesetzten ätherischen Öle auf die körpereigenen Abwehrkräfte und unterstützen die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegen Krankheiten. Mehrere Studien sprechen in diesem Zusammenhang von einer präventiven Wirkung der Ökotherapie auf die Immunfunktionen. Die Auswirkungen spiegeln sich in den folgenden Vorteilen wider:

  • Schutz für das Herz: Die Spanische Herzstiftung betont, dass langfristige Aktivitäten in der Natur einen guten Einfluss auf die kardiovaskuläre Gesundheit haben.
  • Linderung chronischer Schmerzen: Der Entspannungszustand, den Waldspaziergänge herbeiführen, lindert die Schmerzen bei Patienten mit starken Schmerzen, Fibromyalgie oder Müdigkeit.
  • Regulierung des Blutdrucks: Beim “Waldbaden” wird der Blutdruck vor und nach dem Spaziergang gemessen. Theoretisch bewirkt die Kontemplation in der Natur eine Senkung des Blutdrucks und trägt zu einer besseren Durchblutung bei.

Reduziert Schlafstörungen

Das abendliche “Waldbad” wirkt sich positiv auf die Dauer, Tiefe und Qualität des nächtlichen Schlafs aus. Durch die Entspannung hat man weniger Schlafprobleme.

Senkt den Stresspegel

Cortisol ist das Stresshormon, das mit Kopfschmerzen, Hauterkrankungen, erhöhtem Blutdruck und anderen Krankheiten in Verbindung gebracht wird. Wie steuert ein Waldbad die Ausschüttung dieses Steroids?

Nach Angaben der Vereinigung der Natur- und Waldtherapien senkt diese Erfahrung den Cortisolspiegel, indem sie die Erholung fördert und die Energie erhält.

“Shinrin Yoku” fördert die Kreativität

Das Waldbaden ist für den kreativen Instinkt von Vorteil. In einem Interview mit National Geographic wird über eine Studie berichtet, die die Universität von Kansas mit einer Gruppe von Rucksacktouristen durchgeführt hat, die drei Tage lang unterwegs waren und nach ihrer Rückkehr eine gesteigerte kognitive Fähigkeit und Kreativität zeigten.

Darüber hinaus bietet die Zeit inmitten von Bäumen eine Pause von Technologie und Informationen, die den Weg zu neuen Inspirationsquellen öffnet.

Laut der American Heart Association ist ein Tapetenwechsel eine hervorragende Alternative, um die kreative Ader anzuregen, da man in der Natur Reize findet, die Bildschirme nicht bieten.

Waldbaden fördert die Lungentätigkeit

Das Buch Principles of Internal Medicine erklärt, dass das Atmungssystem das Blut mit Sauerstoff anreichert und Kohlendioxid ausscheidet, wofür es einen virtuellen Kontakt zwischen Frischluft und Blut benötigt.

Die Weltgesundheitsorganisation weist darauf hin, dass 99 % der Weltbevölkerung Luft einatmet, die die Grenzwerte für die Luftqualität überschreitet. Obwohl Tausende von Städten die Luft überwachen, leben die Menschen mit ungesunden Stickstoffdioxid- und Feinstaubwerten.

Daher tragen diese “Waldbäder” dazu dabei, die Lungen von den Abgasen und anderen Arten der städtischen Verschmutzung zu befreien, die bei ihrer Tätigkeit Probleme verursachen.

Überlegungen für die Praxis von “Shinrin Yoku”

Die Spaziergänge erfordern Zeit und keine Eile . Außerdem solltest du auch auf die Botschaften achten, die die Natur sendet, um die Beziehung zu stärken. Für die Erkundung brauchst du die folgenden Utensilien:

  • Eine Karte mit der kompletten Route.
  • Wasser, um den Flüssigkeitshaushalt auf dem Weg aufrechtzuerhalten.
  • Rucksack, in dem du einige Habseligkeiten transportieren willst.
  • Bequeme Kleidung, einschließlich Sportschuhe oder Stiefel.

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So beginnst du mit “Shinrin Yoku”

Obwohl man die Therapie allein oder in einer Gruppe durchführen kann, ist es zumindest beim ersten Mal ratsam, eine/n von den Waldmedizinischen Vereinigungen zertifizierte/n Führer/in zu haben. Die folgenden Schritte sind für die Tour erforderlich:

  1. Auswahl eines Waldes: Die Ausflüge zum “Baden” in bewaldeten Gebieten sollten nicht improvisiert werden. Daher beginnt der Prozess mit der Auswahl eines Waldes – am besten ohne Steigungen – aber mit einer Vielfalt an Wegen, Feuchtgebieten, Felsen, Lichtungen und Arten.
  2. Empfindungen erleben: Gehe in einem sanften Tempo und in völliger Stille und lasse dich von deiner Intuition leiten. Wenn du möchtest, kannst du einen Baum umarmen, eine Frucht kosten oder einen Stein berühren. Lausche den Geräuschen der Natur und rieche die Umgebung. Erlaube deinen Füßen, einen Moment lang auf die Erde zu treten.
  3. Manifestation der Erfahrung: Es gibt einen Moment des Innehaltens, um einen Kreis zu bilden und die Erfahrung zu teilen. Dazu nehmen die Teilnehmer ein natürliches Element in die Hand, als Zeichen dafür, dass sie das Wort haben werden. Nachdem sie ihre Gefühle ausgedrückt haben, geben sie das Element an einen anderen Teilnehmer weiter.
  4. Teezeremonie: Die Sitzungen dauern in der Regel zwischen 40 Minuten und 3 Stunden; am Ende bietet der/die Führer/in einen Aufguss an, der aus unterwegs gesammelten Pflanzen zubereitet wurde. Diese Aktion symbolisiert die Integration zwischen dem Wald und dem Menschen.
Shinrin Yoku - Frau sitzt auf dem Waldboden
“Shinrin Yoku” reduziert Stress und Angstzustände. Darüber hinaus hat es positive Auswirkungen auf die kardiovaskuläre Gesundheit.

Wer kann ein “Waldbad” nehmen?

Wir alle sind Kandidaten für “Waldbäder”, vor allem, wenn wir Episoden von Stress durchmachen. Auch für diejenigen, die sich aufgrund medizinischer Empfehlungen bewegen müssen, sind diese Spaziergänge eine angenehme und gesunde Option.

Wenn es physisch schwierig ist, in den Wald zu gehen, lässt sich Shinrin Yoku auch in virtuellen Umgebungen praktizieren. Die Forschung hat Ähnlichkeiten zwischen der realen Waldumgebung und den psychologischen Wirkungen und Umweltmerkmalen der digitalen Ökotherapie festgestellt. Bist du bereit dafür, das Waldbaden einmal auszuprobieren?

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