Schlafwandeln: eine einzigartige Schlafstörung

16 Oktober, 2019
Schlafwandeln tritt grundsätzlich bei Kindern häufiger auf als bei Erwachsenen. Der Grund dafür ist, dass erwachsene Menschen mit zunehmendem Alter eine immer kürzer andauernde tiefe Non-Rem Phase haben.

Schlafwandeln weckt normalerweise großes Interesse durch die seltsamen und beunruhigenden Verhaltensweisen der betroffenen Personen.

Hierbei handelt es sich um eine Schlafstörung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die betroffene Person teilweise aufwacht. Das wesentliche Merkmal des Schlafwandelns ist die Existenz wiederholter Episoden komplexer motorischer Verhaltensweisen, die während des Tiefschlafs beginnen.

Die Person, die schlafwandelt, führt üblicherweise im Schlaf Dinge oder Gespräche durch. Zum Beispiel reibt sie sich die Augen, geht im Zimmer herum oder verlässt sogar manchmal das Haus.

Darüber hinaus hat eine schlafwandelnde Person die Fähigkeit, Objekten auszuweichen, doch der Verstand und die Fähigkeit zur Vernunft sind sehr stark verändert. Man kann sagen, dass die Person ganz normal  handelt und spricht, sich aber  nicht darüber im Klaren ist, was genau geschieht.

Es wird geschätzt, dass die Prävalenz des Schlafwandelns in der Allgemeinbevölkerung zwischen einem und 15% liegt. Der Beginn oder das Fortbestehen dieser Störung bei Erwachsenen ist häufig, bei Kindern jedoch noch häufiger zu beobachten. In der Regel ist diese Schlafstörung jedoch nicht mit einem psychiatrischen oder psychologischen Problem verbunden.

Schlafwandeln und die erste Phase des Non-REM-Schlafs

Schlafwandeln

Diese Schlafstörung tritt im ersten Stadium des Non-REM-Schlafs auf. Um dies besser verstehen zu können, werden wir nun auf einfache Art und Weise die verschiedenen Stadien des Schlafs erklären.

Nicht jedes Ausruhen oder jeder Schlaf ist gleich. Unser Schlaf ist in Zyklen von ungefähr 90 Minuten unterteilt. Diese wiederholen sich während der Stunden, die wir schlafen, immer wieder.

Innerhalb dieser Zyklen treten verschiedenen Stadien von zwei unterschiedlichen Arten des Schlafs auf: leichter Schlaf und Tiefschlaf. Sehen wir uns nun die verschiedenen Stadien an, die in den REM-Schlaf und den Non-REM-Schlaf unterteilt sind.

Der Non-REM-Schlaf

Während des Non-REM-Schlafs treten die folgenden Phasen auf:

  • Phase 1 oder Einschlafstadium: Diese Phase beinhaltet ungefähr die ersten 10 Minuten des Schlafs. Es ist eine Übergangsphase von der Zeit, in der wir noch wach sind, bis wir eingeschlafen sind.
  • Phase 2 oder Stadium des leichten Schlafs: Dieses Stadium macht ungefähr die Hälfte unserer Schlafzyklen aus. Die Atmung und die Herzfrequenz verlangsamen sich. In dieser Phase können wir diesen typischen Traum haben, in dem man beispielsweise von einer Klippe fällt und so ganz plötzlich aufwacht.
  • Phase 3 oder Übergangsphase: Hierbei handelt es sich nur um eine ganz kurze Phase von zwei oder drei Minuten, in der wir uns dem Tiefschlaf nähern.
  • Phase 4 oder die Phase des Tiefschlafs: Diese Phase nimmt ungefähr 20% des gesamten Schlafzyklus ein. Dies ist die wichtigste Phase, wenn es darum geht, die Qualität unseres Schlafs zu bewerten. In dieser Phase ist es nicht leicht uns zu wecken. Doch als Schlafwandler, ist es genau dann, wenn man „aufwacht“.

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Die REM-Schlafphase oder das paradoxe Schlafstadium

Diese Phase deckt ungefähr 25% des Schlafzyklus ab und dauert zwischen 15 und 30 Minuten. Während dieser Phase haben wir eine konstante Bewegung der Augäpfel unter den Augenlidern.

Der REM-Schlaf zeichnet sich durch eine hohe Gehirnaktivität aus. Diese ist sogar der Aktivität im Wachzustand sehr ähnlich, obwohl unsere Muskeln blockiert sind. In dieser Phase träumen wir und nehmen Informationen aus unserem Umfeld auf.

Die Ursachen für Schlafwandeln

Ein Mädchen im Bett leidet an Schlafwandeln

Wie wir bereits zu Beginn des Artikels erwähnt haben, tritt Schlafwandeln häufiger bei Kindern auf, als bei Erwachsenen. Der Grund dafür ist, dass Erwachsene mit zunehmendem Alter eine kürzere Dauer des Tiefschlafs in der Non-REM-Phase haben.

Diese Störung ist in der Regel sogar vererbbar. Darüber hinaus ist diese oft mit Müdigkeit, Schlafmangel und Angstzuständen verbunden. Auf der anderen Seite gibt es Faktoren, die das Schlafwandeln sogar noch begünstigen:

Solltest du jemals eine Person treffen, die schlafwandelt, ist es wichtig, dass du als ersten Schritt, keine Angst hast und ruhig bleibst. Als nächsten Schritt wird empfohlen, die Person in einem leisen Ton und mit kurzen und klar formulierten Sätzen zurück ins Bett zu führen.

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Behandlung

In vielen Fällen kann das Problem einfach durch eine Verbesserung der Schlafhygiene beseitigt werden. Solltest du mit diesen Maßnahmen keine Verbesserung erzielen können, ist es ratsam, mit einem Fachmann darüber zu sprechen, um die möglichen Faktoren zu besprechen, die dieses Problem auch verursachen können.

Einige Patienten gaben an, mit Techniken wie Hypnose geheilt worden zu sein. Darüber hinaus gibt es auch medikamentöse Behandlungen, um zu versuchen, diesen Zustand zu verbessern.

Das Schlafwandeln nimmt jedoch in der Regel mit zunehmendem Alter ab, da, wie bereits erwähnt, die Tiefschlafphase immer kürzer wird.

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