Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom bei Kindern

5 Juli, 2019
Nicht nur Erwachsene, auch Kinder können an obstruktiver Schlafapnoe leiden. Erfahre heute mehr über diese Krankheit. 

Ein Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom wird als schwerwiegende Krankheit betrachtet. Deshalb ist es besonders besorgniserregend, wenn Kinder daran leiden. Erfahre in unserem heutigen Beitrag, wie man dieses Problem erkennen kann und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Vielleicht ist dieses Syndrom nicht allzu bekannt, doch aus einem Artikel über mögliche Folgen des Schlafapnoe-Syndroms geht hervor, dass diese Krankheit relativ häufig auftritt. Bis zu 3 % der Kinder erkranken daran.

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom: Was ist das?

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom: Was ist das?
Bei der Schlafapnoe kommt es zu Atemaussetzern, die unter anderem die nächtliche Schlafruhe stören.

Eine obstruktive Schlafapnoe, die während der Nachtruhe des Kindes auftritt, führt zum teilweisen oder kompletten Verschluss der Atemwege. Das bedeutet, dass das Kind während des Schlafes Atemaussetzer hat. In diesem Fall wird das betroffene Kind normalerweise wach, was wiederum zu Müdigkeit und weniger Leistungsfähigkeit tagsüber führt.

Die Ursachen für diese Atembeschwerden sind unterschiedlich. Wichtig ist auf jeden Fall, dieses Problem ernst zu nehmen und schnellstmöglich ärztlich untersuchen zu lassen.

Mögliche Gründe für eine obstruktive Schlafapnoe bei Kindern sind:

  • Adenotonsilläre Hypertrophie: Die Adenoiddrüsen (Gewebe im oberen Rachenraum) sind in diesem Fall vergrößert, was den Raum verringert und deshalb weniger Luft durchlässt.
  • Adipositas: Zu viel Fett im Weichgewebe rund um die Atemwege kann bewirken, dass sich diese verengen und in der Folge eine Schlafapnoe entsteht. 
  • Neuromuskuläre Krankheiten: Dabei entsteht als Symptom oft der Verlust der Muskelkraft, was bei Kindern zu einer obstruktiven Schlafapnoe führen kann.
  • Kraniofaziales Syndrom: Diese Art von Missbildung kann ebenfalls die Atemwege beeinträchtigen und Betroffene für Schlafapnoe anfälliger machen.

Entdecke auch diesen interessanten Artikel: Übergewicht im Kindesalter: Was kann ich tun?

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom bei Kindern: Anzeichen und Symptome

Du kennst jetzt die möglichen Ursachen für Schlafapnoe bei Kindern, wichtig ist jedoch auch, die Anzeichen und Symptome zu kennen, um dieses Syndrom schnellstmöglich diagnostizieren zu können.

Solltest du Symptome bei deinem Kind feststellen, bringst du es am besten umgehend zum Arzt, um es untersuchen zu lassen!

Schnarchen gehört zu den typischen Symptomen. Kinder können in der Nacht auch plötzlich und grundlos schwitzen, nachtwandeln oder an Nachtschreck leiden. Die Folgen davon können Hyperaktivität, Kopfschmerzen, Aufmerksamkeitsprobleme und Müdigkeit am Tag sein.

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom bei Kindern: Anzeichen und Symptome
Bei Schlafapnoe kann das Kind an chronischer Müdigkeit, Schlafwandeln oder Nachtschreck leiden.
Wenn dein Kind berichtet, ohne zu atmen aufgewacht zu sein, oder wenn es Angst beim Einschlafen hat, ist dies ein Grund, den Ursachen auf die Spur zu gehen. Es könnte sich um Anzeichen für ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom handeln.Bringe dein Kind zum Arzt, denn wenn sich die Diagnose bestätigt, braucht es schnellstmöglich eine entsprechende Behandlung um Komplikationen wie Herz-Gefäß-Krankheiten zu vermeiden.

Noch einen interessanten Artikel findest du hier: Schlafstörungen und Sauerstoffdefizit und wie sie mit Demenz in Verbindung stehen

Obstuktives Schlafapnoe-Syndrom: Behandlung

Abhängig von der Ursache wird der kleine Patient entsprechend behandelt. Sollte Adipositas dafür verantwortlich sein, ist eine ausgeglichene Diät grundlegend, damit das Kind an Gewicht verlieren kann.

Sollte damit das Problem nicht gelöst werden, oder wenn das Kind unfähig ist, abzunehmen, kommen auch andere Therapien in Frage:

  • CPAP-Beatmung: Es handelt sich um ein Gerät, das die Atmung künstlich unterstützt. Dabei wird ein leichter Druck auf die Atemwege ausgeübt, um Atemaussetzer zu verhindern. Das Kind erhält eine Maske, das über einen Schlauch (Tubus) an das CPAP-Gerät angeschlossen ist, das die Atemwege offen hält.
  • Mundstück: Auch damit können die Atemwege offen gehalten werden, denn durch das Mundstück wird der Kiefer nach vorne geschoben. So kann man auch Schnarchen verhindern.
  • Operation: Bei ernsten Fällen kann der Arzt auch einen operativen Eingriff empfehlen, doch das kommt sehr selten vor. Eine Operation kann beispielsweise dann Erleichterung bringen, wenn die Krankheit anatomisch bedingt ist.

Mit diesen Behandlungen können die erwähnten Symptome gelindert werden. Dadurch verbessert sich auch die Lebensqualität des betroffenen Kindes und seine Leistung im Alltag. 

Diese Krankheit darf nicht unterschätzt werden, denn sie kann, wie bereits erwähnt, zu Herz-Gefäß-Krankheiten oder auch zum plötzlichen Tod führen. Die richtige Behandlung ist deshalb grundlegend, um die Gesundheit des Kindes zu schützen.

  • Aguilar Cordero, M. J., Sánchez López, A. M., Mur Villar, N., García García, I., & Guisado Barrilao, R.. (2013). Síndrome de apneas-hipoapneas del sueño y factores de riesgo en el niño y el adolescente: revisión sistemática. Nutrición Hospitalaria, 28(6), 1781-1791. https://dx.doi.org/10.3305/nh.2013.28.6.6939
  • Carlos Villafranca, Félix de, Cobo Plana, Juan, Macías Escalada, Emilio, & Díaz Esnal, Belén. (2002). Tratamiento de la apnea obstructiva del sueño con posicionadores mandibulares. RCOE, 7(4), 379-386. Recuperado en 18 de abril de 2019, de http://scielo.isciii.es/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S1138-123X2002000500004&lng=es&tlng=es.
  • Eguía, V. M., & Cascante, J. A.. (2007). Síndrome de apnea-hipopnea del sueño: Concepto, diagnóstico y tratamiento médico. Anales del Sistema Sanitario de Navarra, 30(Supl. 1), 53-74. Recuperado en 18 de abril de 2019, de http://scielo.isciii.es/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S1137-66272007000200005&lng=es&tlng=es.
  • Rodrigo, B. A., De Los Ángeles, F. T. M., & Marcelo, M. M. (2013). Anormalidades craneofaciales y patologías del sueño. Revista Médica Clínica Las Condes, 24(3), 413-421.