Schlafprobleme: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

3 Juli, 2020
Schlafstörungen können verschiedenste Ursachen zugrunde liegen, sowohl primäre als auch sekundäre. Doch es gibt auch verschiedene sehr wirksame Methoden, um sie zu behandeln. Erfahre heute mehr über dieses Thema!

Schlafprobleme äußern sich durch Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen. Die schlechte Schlafqualität oder die viel zu kurze nächtliche Erholung wirken sich auf den Alltag aus. Denn sie führen zu Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und anderen Beschwerden.

Wenn die Schlafprobleme weniger als 4 Wochen lang vorhanden sind, sprechen wir von akuten Schlafstörungen, doch wenn sie zwischen 4 und 6 Monate lang dauern, sind sie subakut und wenn die Dauer länger als 6 Monate beträgt, sind die Schlafprobleme bereits chronisch.

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Schlaf und Schlafprobleme

Schlafzyklen

Schlaf und Schlafprobleme
Während des Schlafes durchlaufen wir verschiedene Phasen mit größerer oder geringerer Gehirnaktivität.

Der Schlaf ist ein physiologischer Zustand des Organismus, der von der Zirbeldrüse (Glandula pinealis) reguliert wird, die sich auf der Rückseite des Mittelhirns befindet und Melatonin produziert. Sowohl die Synthese als auch die Freisetzung dieser chemischen Substanz erhöht sich in der Nacht und nimmt tagsüber ab.

Die unterschiedlichen Melatoninkonzentrationen regulieren den zirkadianen Rhythmus von Schlaf und Wachsamkeit, der sich an den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus anpasst.

Im Laufe des Lebens verändern sich die Schlafbedürfnisse und auch die Schlafqualität, so wie auch viele andere physiologische Körperprozesse. Dies hängt unter anderem vom Alter, der Gesundheit und von physiologischen Veränderungen ab.

Während des Schlafes verändert sich die Gehirnaktivität, wobei diese Veränderungen einem variablen Muster der unterschiedlichen elektrischen Wellen entsprechen, die anhand eines Elektroenzephalogramms registriert werden können. Während des Schlafes können zwei sehr unterschiedliche Phasen beobachtet werden:

  • REM-Phase (Rapide Eye Movement): Diese Phase ist auch als Traumschlafphase bekannt und an den schnellen Augenbewegungen zu erkennen.
  • Non-REM-Phase: In dieser Tiefschlafphase sind kaum Augenbewegungen erkennbar. Der Körper schaltet auf „Standby“ und auf dem Elektroenzephalogramm sind niederfrequente Wellen zu erkennen.

Während des Schlafes können wir zwischen diesen Phasen kurz aufwachen und uns bewegen.

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Schlafprobleme

Ursachen

Man hat Schlafprobleme, die sich auf seinen Alltag auswirken
Veränderte Gewohnheiten können unseren Schlaf stark beeinflussen und in der Folge auch die physische und mentale Leistungsfähigkeit mindern.

Es gibt zahlreiche Auslöser für Schlafprobleme, die in primäre und sekundäre Ursachen eingeteilt werden:

Primäre Ursachen

Dazu kommt es durch eine mangelhafte Schlafhygiene oder psychologische Aspekte. Zu den primären Ursachen zählen auch physiologische Veränderungen durch die Alterung oder den Lebensstil. So führen zum Beispiel sich ständig verändernde Zeitplanungen zu Veränderungen des zirkadischen Rhythmus (zum Beispiel bei Schichtarbeit).

Außerdem zählen auch die Auswirkungen verschiedener Arzneimittel zu den primären Ursachen für Schlafprobleme. So können zum Beispiel Antihypertensiva, Anticholinergika oder Hormontherapien den Schlafrhythmus verändern.

Sekundäre Ursachen

Was die sekundären Ursachen anbelangt, handelt es sich um Schlafstörungen, die in Folge einer Krankheit oder durch verschiedene Umweltfaktoren auftreten. Folgende Krankheiten können zum Beispiel dafür verantwortlich sein:

  • Kardiovaskuläre Krankheiten wie Herzinsuffizienz
  • Lungenkrankheiten wie Apnoe oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Essstörungen

Andererseits können auch bestimmte Umweltfaktoren eine Rolle spielen: sehr hohe Temperaturen, Zeitumstellung oder Reisen.

Symptome für Schlafprobleme

Symptome für Schlafprobleme
Viele Menschen leiden an Schlafstörungen, die sich auch negativ auf den Alltag und die Leistungsfähigkeit ausüben.

Die Symptome sind einfach und schnell zu erkennen. Der Patient hat Schwierigkeiten ein- oder durchzuschlafen und dies wirkt sich auch auf seinen Alltag aus. Denn am nächsten Tag ist die betroffene Person müde und schwach. Sie ist in der Informationsverarbeitung langsamer, reizbar und kann sich zum Teil auch depressiv fühlen.

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Wie kann man Schlafprobleme behandeln?

Bevor der Arzt eine pharmakologische Behandlung verschreibt, empfiehlt er meist, die Schlafhygiene zu verbessern:

  1. Regelmäßige Schlafzeiten.
  2. Die Nachtruhe auf 7,5 bis 8 Stunden beschränken.
  3. Während des Tages kein Mittagsschläfchen halten.
  4. Sport treiben, jedoch nicht direkt vor dem Schlafen, denn er wirkt anregend.
  5. Anregende Aktivitäten vor der Nachtruhe verhindern.
  6. Ein lauwarmes Bad vor dem Schlafen nehmen.
  7. Geregelte Esszeiten und üppige Speisen vor dem Schlafen verhindern.
  8. Entspannungsübungen vor dem Schlafen praktizieren.
  9. Eine angenehme, erholsame Atmosphäre im Schlafzimmer schaffen.

Wenn damit die Schlafprobleme nicht verschwinden, kann der Arzt Schlafmittel verschreiben. Sollte es jedoch das erste Mal sein, dass Schlafstörungen auftreten, empfiehlt es sich, mit beruhigenden Tees (Lindenenblüten oder Baldrian) und anderen natürlichen Mitteln zur Schlafförderung zu beginnen.

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