Salmonellen und E. coli-Infektionen natürlich behandeln

Obwohl sich die meisten Menschen schnell und ohne weitere Probleme erholen, können Salmonellen- und E. coli-Infektionen bei kranken Menschen und Kindern sehr gefährlich sein. Aus diesem Grund solltest du beim Umgang mit Lebensmitteln auf optimale Hygiene achten.
Salmonellen und E. coli-Infektionen natürlich behandeln
Karla Henríquez

Geprüft und freigegeben von der Ärztin Dr. Karla Henríquez.

Geschrieben von Yamila Papa Pintor

Letzte Aktualisierung: 04. August 2022

Salmonellen und E. coli sind heutzutage zwei der “häufigsten” Bakterien. Sie befallen den Verdauungstrakt. Infektionen entstehen häufig durch den Verzehr von Lebensmitteln, die nicht gut zubereitet oder gekocht sind, sowie durch mangelnde Hygiene beim Umgang mit Lebensmitteln.

Aber auch der Zustand der Person, die das Essen verzehrt, hat viel damit zu tun. Bakterien vermehren sich nämlich in einer für sie “förderlichen” Umgebung, wie einem kranken Körper. Im Folgenden erfährst du mehr über Salmonellen und E. coli-Bakterien und die durch sie verursachten Infektionen.

Lebensmittelbedingte Krankheiten

In der heutigen industrialisierten Produktion werden Lebensmittel nicht immer richtig konserviert oder gekocht. Außerdem können schlechte Hygienemaßnahmen beim Umgang mit Lebensmitteln zum Wachstum schädlicher Bakterien führen, die sogar tödlich sein können.

Alles hängt jedoch vom Gesundheitszustand der Person ab, die die Lebensmittel konsumiert. Daher sind von Salmonellen oder E. coli eher ältere Menschen, Kinder oder kranke Erwachsene betroffen.

Salmonellen

Salmonellen

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten ist Salmonella ein Bakterium, das im Darm von infizierten Menschen, Tieren oder Geflügel lebt. Es wird durch deren Fäkalien übertragen.

Daher ist Hygiene beim Umgang mit Lebensmitteln auf allen Stufen der Nahrungskette (vom Bauernhof bis zum Tisch) unerlässlich, um Infektionen zu verhindern. Darüber hinaus solltest du wissen, dass das Vorhandensein von Salmonellen in Lebensmitteln weder den Geschmack noch das Aussehen verändert, sodass man sie beim Verzehr nicht erkennen kann.

Die durch Salmonellen verursachte Infektion ist die Salmonellose. In den ersten 72 Stunden nach der Ansteckung kann es zu Durchfall, Bauchschmerzen und manchmal auch zu Fieber kommen. Ab dem vierten Tag treten die Symptome jedoch deutlicher in Erscheinung: Kopfschmerzen, Fieber, Durchfall, Bauchschmerzen, Ausschlag auf Brust und am Rücken. Die Rekonvaleszenz dauert in der Regel zwischen 1 und 8 Wochen.

Escherichia coli

Escherichia coli (kurz E. coli) ist ein Enterobakterium, das im Darm vorkommt. Es wurde im Jahre 1885 entdeckt. Dennoch war es lange Zeit weitgehend unbekannt, bis sich in den vergangenen Jahren Ausbrüche häuften, unter anderem in den USA.

Obwohl E. coli zu den Bakterien gehört, die für das reibungslose Funktionieren des Verdauungsprozesses notwendig sind, können bestimmte Stämme gefährlich sein, wie z. B. Escherichia coli O157H7.

Eine E. coli-Infektion ist meist auf mangelnde Hygiene beim Umgang mit Lebensmitteln zurückzuführen, insbesondere bei rohem Fleisch oder Gemüse, das nicht richtig behandelt wurde. Wenn Lebensmittel bei Temperaturen unter 70 Grad Celsius gegart werden, besteht eine erhöhte Gefahr.

Außerdem kann dieses Bakterium Darm- und Ausscheidungsinfektionen, Blasenentzündungen, Harnwegsinfektionen, Hirnhautentzündungen, Septikämie, Mastitis, Lungenentzündung und hämorrhagischen Durchfall verursachen. Während sich gesunde Menschen in der Regel schnell erholen, ist eine derartige Infektion für Kinder, schwangere Frauen und kranke Erwachsene besonders gefährlich.

Wie werden Salmonellen- und E. coli-Infektionen behandelt?

Glücklicherweise verläuft die Salmonellose in der Regel als leichte Infektion, sodass sie bei gesunden Erwachsenen innerhalb weniger Tage von selbst abklingt. In diesen Fällen benötigen die Betroffenen nur unterstützende Maßnahmen wie Rehydrierung, Probiotika oder Präbiotika.

Bei immungeschwächten Personen oder bei schwerem Durchfall ist eine Antibiotikabehandlung erforderlich. Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) empfehlen die Verwendung von Fluorchinolonen bei Erwachsenen und Azithromycin bei Kindern. Darüber hinaus geben sie an, dass Ceftriaxon bei resistenten Stämmen eingesetzt werden kann.

Escherichia coli ist ein Bakterium, das aggressiver sein kann und gegen herkömmliche Antibiotikabehandlungen resistent ist. Das liegt daran, dass es aufgrund des wahllosen Einsatzes dieser Medikamente eine Resistenz gegen viele Antibiotika entwickelt hat.

In leichten Fällen ist das Immunsystem in der Lage, die Bakterien selbst zu beseitigen, sodass nur allgemeine Maßnahmen erforderlich sind. Bei schweren Infektionen sind jedoch eine Kultur und ein Antibiogramm zwingend erforderlich.

Salmonellose und E. coli-Infektionen vorbeugen

Tatsächlich kommt jeder Mensch irgendwann im Leben mit dieser Art von Bakterien in Kontakt. Das bedeutet aber nicht, dass man zwangsläufig eine Salmonellose oder eine E. coli-Infektion bekommt. Falls doch, können die Symptome geringfügig oder mild sein.

Wie bereits erwähnt, sind einige Organismen anfälliger, wie z. B. die von kranken Menschen oder Kindern, so dass diese Infektionen bei ihnen sehr gefährlich sein können.

Dennoch solltest du beim Auftreten derartiger Symptome eine/n Ärztin/Arzt aufsuchen, da die Infektionen auch ernsthaft verlaufen können. Du musst dir darüber im Klaren sein, dass nur Mediziner/innen helfen können, diese Infektionen zu überwinden, und dass es keine Wundermittel oder vollständig wirksame Heilmittel gibt.

Wie kannst du dein Verdauungssystem in gutem Zustand halten?
Salmonellen und E. coli - Laboruntersuchung

Grundsätzlich kannst du dein Verdauungssystem in einem guten Zustand halten, indem du Probiotika zu dir nimmst, also Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel, die zur Regulierung der Darmmikrobiota beitragen. Sie enthalten lebende Mikroorganismen, die das Wachstum der “guten Bakterien” erhalten und anregen sollen. Außerdem helfen sie, das Immunsystem zu schützen und die Vermehrung von gesundheitsschädlichen Pilzen und Parasiten zu verhindern.

Die Fleischindustrie beginnt sogar, ihren Produkten Probiotika beizumischen, um sie sicherer zu machen. Dennoch empfiehlt es sich, Probiotika auf “natürliche” Weise über die Ernährung aufzunehmen.

Die besten fermentierten Lebensmittel, die du zur Vorbeugung von Salmonellen- oder E. coli-Infektionen zu dir nehmen kannst, sind:

  • Joghurt
  • Kefir
  • Sauerkraut
  • Kimchi
  • Kombucha
  • Tempeh

Darüber hinaus gibt es andere Verbindungen, die als Präbiotika bekannt sind und die Darmmikrobiota ebenfalls begünstigen. Diese Lebensmittel enthalten pflanzliche Fasern, die als Nährstoff für die Darmbakterien dienen und helfen, Infektionen zu bekämpfen. Apfelessig ist wegen des enthaltenen Pektins ein bekanntes Präbiotikum.

Honig hingegen kann helfen, Salmonellen und E. coli zu beseitigen. Es ist ratsam, einen Teelöffel auf nüchternen Magen zu verzehren, um die Bakterien loszuwerden, die viele verschiedene Probleme, wie z. B. Magengeschwüre, verursachen. Allerdings solltest du bei der Auswahl des Honigs sehr sorgsam vorgehen und darauf achten, dass er so rein wie möglich ist.

Salmonellen und E. coli

Empfehlungen zur Vermeidung von Salmonellen und E. coli-Infektionen

  • Zuerst einmal solltest du dir vor dem Essen die Hände waschen. Wenn du in ein Restaurant gehst, ist das ganz besonders wichtig.
  • Darüber hinaus solltest du auch alle Oberflächen vor dem Kochen (Bretter, Messer, Teller usw.) mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen.
  • Außerdem empfiehlt es sich, Fleisch (Geflügel, Huhn, Rind, Fisch) von Gemüse oder Lebensmitteln, die roh verzehrt werden sollen, zu trennen.
  • Koche immer bei den richtigen Temperaturen (koche Lebensmittel ab, iss kein rohes Fleisch).
  • Stelle die Lebensmittel sofort in den Kühlschrank, wenn du vom Einkaufen nach Hause kommst.
  • Entscheide dich außerdem für Schneidebretter aus Holz statt aus Plastik, da diese von Natur aus antibakteriell sind.
  • Schneide Fleisch und Gemüse nicht mit demselben Messer. Es ist besser, für jede Art von Lebensmittel ein eigenes Messer zu verwenden oder es zumindest gut zu waschen.
  • Wenn du auswärts isst, solltest du besondere Vorsicht walten lassen. Achte darauf, dass das Fleisch gut durchgebraten ist und keine Spuren von Blut aufweist.

Der beste Weg zur Behandlung von Infektionen mit Salmonellen und E. coli-Bakterien ist die Vorbeugung durch Hygiene beim Kochen und Essen. Vermeide Kreuzkontaminationen und achte darauf, Lebensmittel gründlich zu kochen. Wenn du Krankheitssymptome an dir bemerkst, solltest du deine/n Ärztin/Arzt aufsuchen.

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Mike dot Mike, NIAID, News21 National, Dino Giordano und Peter Hellberg.

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    • Naciones Unidas, F.A.O, “Prevención de la E. Coli en los alimentos”, FAO.org
    • Centro Europeo para la Prevención y el Control de las Enfermedades. “ECDC: Excelencia
      en la prevención y el control de las enfermedades infecciosas” (folleto informativo)
    • Código de Prácticas del Codex Alimentarius, Principios Generales de Higiene de los Alimentos (CAC/RCP 1-1969, Rev. 3-1997, Amd. [1999]; Sección VII – Instalaciones: Higiene Personal), del Programa Conjunto FAO/OMS sobre Normas Alimentarias, Comisión del Codex Alimentarius. Requisitos generales (higiene de los alimentos). FAO/OMS. Roma. 2001.
    • Comisión del Codex Alimentarius. 2002. “Perfil de riesgos para Escherichia Coli enterohemorrágica, incluida la identificación de los productos básicos de interés, entre ellos las semillas germinadas y la carne molida de res y puerco”, CX/FH 03/5-Add. 4 de septiembre de 2002
    • Eng, Shu-Kee; Pusparajah, Priyia; Ab Mutalib, Nurul-Syakima; Ser, Hooi-Leng; Chan, Kok-Gan; Lee, Learn-Han (octubre de 2014). «Salmonella: A review on pathogenesis, epidemiology and antibiotic resistance», Frontiers in Life Science,  8 (3): 284-293
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    • AECOSAN, “Informe del Comité Científico de la Agencia Española de Seguridad
      Alimentaria y Nutrición (AESAN) sobre medidas de prevención y recomendaciones
      aplicables para evitar posibles infecciones alimentarias
      por cepas de Escherichia coli verotoxigénicos/productores de
      toxinas Shiga/enterohemorrágicos (VTEC/STEC/EHEC)”, Revista del comité científico, número 6.
    • Sánchez-Prieto S, Herrera-León L, Llorente-Rodríguez MT, Herrera-León S. Infecciones por escherichia coli diarreagénicos en España: ¿Hay un antes y un después del brote de alemania? Enfermedades Infecciosas y Microbiología Clínica. 2014;32(2):133–5.
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