Richtige Ernährung bei Fructoseintoleranz

22 September, 2019
Zu unterscheiden ist eine genetisch bedingte Fructoseintoleranz von einer Fructosemalabsorption, die häufiger auftritt, jedoch harmloser ist. In unserem heutigen Beitrag findest du Wissenswertes über dieses Thema, insbesondere über die richtige Ernährung, die bei einer Fructoseintoleranz und bei einer Fruchtzuckerunverträglichkeit empfohlen wird. 

Viele Menschen leiden an einer Fructoseintoleranz oder einer Fructosemalabsorption, wobei man beide differenzieren muss, auch wenn Gemeinsamkeiten vorhanden sind. Betroffene müssen ihre Ernährung entsprechend umstellen, was oft zu Fragen und Zweifeln kommt. Deshalb ist es wichtig zu wissen, was genau Fructose ist und in welchen Lebensmitteln sie vorkommt.

Es gibt verschiedenste Diäten für Menschen, die keine Fructose vertragen. Sobald Betroffene über dieses Thema ausreichend informiert sind, können sie sich an die Ernährungsempfehlungen halten und sich damit gesund ernähren. 

Was ist Fructose?

Fructoseintoleranz - Was ist das?

Fructose oder Fruchtzucker ist ein Monosaccharid und gehört deshalb zu den Kohlenhydraten. Diese süß schmeckende Verbindung ist in natürlicher Form in Obst zu finden. Es handelt sich um die bekannteste Zuckerart, die wir alle kennen und als Saccharose essen. Diese wird dann im Darm in Glucose und Fructose aufgespalten.

Es ist auch wichtig zu wissen, dass Sorbitol ebenfalls eine Fructosequelle darstellt. Dieser Süßstoff wird nämlich im Körper verstoffwechselt, wobei Fructose entsteht.

Normalerweise wird Fructose von den Darmzellen absorbiert und im Organismus verstoffwechselt, um sie nutzen zu können. Wenn jedoch bei der Absorption oder der Metabolisierung Probleme auftreten, spricht man von einer Intoleranz.

Um die richtige Ernährungsweise zu wählen, ist es wichtig die zwei unterschiedlichen Arten, die wir bereits anfangs kurz erwähnt haben, zu differenzieren: die genetisch bedingte Fructoseintoleranz und die Fructosemalabsorption (oder auch Fruchtzuckerunverträglichkeit).

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Genetisch bedingte Fructoseintoleranz

Diese Störung wird durch eine angeborene Genmutation verursacht. Dadurch mangelt es an einem Leberenzym (Aldolase B), das für den Abbau von Fruchtzucker notwendig ist. In der Folge kann also Fructose nicht richtig verarbeitet werden. Betroffene entwickeln deshalb bereits als Babys oder Kleinkind Verdauungsstörungen und einen zu geringen Blutzuckerspiegel sowie Leberfunktionsstörungen, die lebensbedrohlich sein können.

Da es an dem genannten Enzym mangelt, das für den Fructoseabbau zuständig ist, sammeln sich Fructosemoleküle in der Leber an. Diese können die Leberzellen zerstören und im Ernstfall zu einem Leberversagen führen. Außerdem können auch lebensbedrohliche Unterzuckerkrisen auftreten.

Fructosemalabsorption oder Fruchtzuckerunverträglichkeit

Genetisch bedingte Fructoseintoleranz 
Es ist wichtig, zwischen einer genetisch bedingten Fructoseintoleranz und einer Fructosemalabsorption zu differenzieren.

Mehr als 30 % der Bevölerung sind von dieser Störung betroffen. In diesem Fall können Betroffene den aufgenommenen Fruchtzucker im Darm nicht oder nicht richtig absorbieren. Dadurch kommt es zu Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall.

Durch eine fruchtzuckerarme Diät lassen sich diese Beschwerden jedoch kontrollieren. Anschließend gehen wir näher auf die empfohlene Diät bei einer erblichen Fructoseintoleranz und bei einer Fructosemalabsorption ein.

Ernährung bei einer genetischen Fructoseintoleranz

Menschen, die an einer erblichen Fructoseintoleranz leiden, müssen eine sehr strikte Diät ohne Fructose einhalten. Denn eine Heilung dieser Krankheit ist nicht möglich. Sehr empfindliche Patienten können bereits bei 1 g Fructose Symptome wie Bauchschmerzen aufweisen.

Betroffene müssen deshalb alle Etiketten mit den Zutaten der verschiedenen Produkte genau lesen, um sicher zu gehen, dass darin keine Fructose enthalten ist. Es gibt leider nur sehr wenige industriell gefertigten Produkte, die für Menschen mit einer hereditären Fructoseintoleranz geeignet sind.

Damit du dir eine ungefähre Vorstellung machen kannst, haben wir eine kurze Liste mit Lebensmitteln zusammengestellt, die Betroffene verzehren dürfen. Dazu gehören folgende:

  • Süßstoffe: Glucosesirup, Saccharin, Cyclamat
  • Früchte, die gelegentlich erlaubt sind: Avocado, reife Oliven
  • Gemüse: Mangold, Brokkoli, Spinat, Kartoffeln, Pilze, Endivie. Begrenzt verzehrbar: Sellerie, Kresse, Kraut, Gurke, grüner Salat, Blumenkohl
  • Fleisch und Fisch: alle frischen Sorten
  • Getreide und daraus hergestellte Produkte: Weizenmehl, Hafer, Mais, Roggen, Weißbrot, Reis

Verarbeitete Fleisch- und Fischprodukte, die Fructose, Saccharose oder Sorbitol enthalten sind tabu. Betroffene müssen unter anderem auch auf Sojagetränke, Kondensmilch, Fruchtjoghurt und Tomaten verzichten.

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Ernährung bei einer Fructosemalabsorption (Fruchtzuckerunverträglichkeit)

Bauchbeschwerden durch Fructoseintoleranz
Um Verdauungsbeschwerden zu verhindern, müssen Menschen mit einer Fruchtzuckerunverträglichkeit auf bestimmte Lebensmittel ganz oder teilweise verzichten.

Bei einer Fructosemalabsorption ist eine fructosearme Ernährung wichtig, um Beschwerden zu verhinddern. Je nach Ausprägung der Unverträglichkeit, die ganz oder nur teilweise vorliegen kann, muss der Ernährungsplan entsprechend angepasst werden

Wenn eine komplette Fructosemalabsorption vorliegt, ist die Ernährung sehr ähnlich wie bei einer erblichen Fructoseintoleranz. Das heißt, dass Patienten praktisch komplett auf Lebensmittel mit Fructose oder Saccharose verzichten müssen. 

Bei einer teilweisen Unverträglichkeit (die häufigste Form) könen fructosearme Lebensmittel in den Ernährungsplan aufgenommen werden. Ab und zu können sogar kleine Mengen von Produkten mit einem höheren Fructosegehalt verzehrt werden.

Folgende Lebensmittel enthalten größere Mengen an Fructose: 

  • Getrocknete Aprikosen, Kirschen und Kakis
  • Dörrpflaumen und Chirimoyas
  • Äpfel, Birnen und Trauben

Geringe Mengen an Fructose enthalten hingegen folgende Nahrungsmittel:

  • Papaya, Avocado, Kokosnuss, Erdmandeln
  • Haselnüsse, Kastanien
  • Artischocken, Mangold, Aubergine und Champignons
  • Milch, Käse und Eier
  • Frisches Fleisch und Fisch

Alle Empfehlungen in unserem heutigen Artikel sind allgemeiner Natur. Es ist jedoch besonders wichtig, sich Rat bei einem Experten zu holen und einen individuellen Diätplan zu erstellen, um Beschwerden zu verhindern und trotzdem eine gesunde Ernährung mit allen wichtigen Nährstoffen zu garantieren.

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