Prävention von Magengeschwüren

Um Magengeschwüren vorzubeugen, musst du deine Gewohnheiten ändern und einige Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil in die Praxis umsetzen. Lies weiter, um zu erfahren, welche das sind!
Prävention von Magengeschwüren
Karina Valeria Atchian

Geschrieben und geprüft von der Ärztin Karina Valeria Atchian.

Letzte Aktualisierung: 29. August 2022

Gastroduodenale Geschwüre sind relativ häufig. Tatsächlich wird bei den Patienten eine hohe Rückfallquote beobachtet. Deshalb ist es wichtig, dass du Maßnahmen zur Prävention von Magengeschwüren ergreifst.

Bei einem geringen Prozentsatz der Patienten, die daran leiden, können Komplikationen wie Blutungen und Perforationen auftreten, die lebensbedrohlich sein können. Und in diesen Fällen besteht ein sehr ernsthaftes Problem.

Was sind Magengeschwüre?

Magengeschwüre sind Defekte oder Wunden in der inneren Auskleidung des Magens oder des Zwölffingerdarms (der Teil des Dünndarms, der auf den Magen folgt). Sie werden oft auch als peptische Geschwüre bezeichnet.

Sie entstehen und wachsen durch die saure Aktivität der Magensäfte. Die Krankheit wird mit zwei Hauptfaktoren in Verbindung gebracht: Bakterielle Infektionen mit Helicobacter pylori und die Einnahme von nicht-steroidalen entzündungshemmenden Medikamenten (NSAR).

Die meisten Menschen, die ein Magengeschwür haben, zeigen keine Symptome oder leiden nur unter Dyspepsie:

  • Schmerzen in der Magengegend
  • Brennen oder Sodbrennen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit Aufstoßen und Aufblähung des Bauches
  • Übelkeit und Erbrechen

Zu den Komplikationen von Magengeschwüren gehören Blutungen, Penetration, Perforation und Obstruktion. Ihre Prävalenz ist in den letzten Jahrzehnten dank der Identifizierung und Behandlung von H. pylori zurückgegangen.

Prävention von Magengeschwüren - H. pylori-Bakterien
Das H. pylori-Bakterium ist ein entscheidender Faktor für das Auftreten von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.

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Welche Faktoren machen Magengeschwüre wahrscheinlicher?

Einer der entscheidenden Faktoren ist eine Infektion des Magens mit Helicobacter pylori. Bei zwischen 85 % und 100 % der Patienten mit gastroduodenalen Geschwüren lässt sich dieses Bakterium im Magen oder Zwölffingerdarm nachweisen.

Darüber hinaus ist die Einnahme von nicht-steroidalen Entzündungshemmern wie Aspirin, Ibuprofen, Indomethacin, Diclofenac, Piroxicam und Naproxen zusammen mit anderen Drogen wie Zigaretten und Alkohol ein Risikofaktor. Die Risiko steigt progressiv an, je länger die Einnahme erfolgt.

Außerdem wissen Experten, dass es eine familiäre Veranlagung für Geschwüre gibt. Allerdings muss diese Veranlagung mit ungesunden Gewohnheiten einhergehen, um zu einer Erkrankung zu führen. Zum Beispiel der Verzehr bestimmter Lebensmittel und Getränke, die Magenbeschwerden verursachen können. Wenn du dich gesund ernährst und viel Obst, Gemüse und Ballaststoffe zu dir nimmst, kannst du das Risiko, an einem Magengeschwür zu erkranken, senken.

Die Rolle von Stress bei der Entstehung von Geschwüren umstritten. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass Stress zur Entstehung von Magengeschwüren beitragen kann, ebenso wie zur unvollständigen Heilung und zum vermehrten Wiederauftreten.

Was du zur Prävention von Magengeschwüren unternehmen kannst

Wir haben uns entschlossen, einige Empfehlungen zur Prävention von Magengeschwüren zusammenzustellen, die du befolgen kannst. Diese Tipps stehen im Zusammenhang mit gesunden Gewohnheiten und medizinisch-therapeutischen Maßnahmen, die durch wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt werden:

  • Vermeide die Einnahme von Aspirin, wann immer es möglich ist. Wenn Patienten bereits an Magengeschwüren gelitten haben, sollten Ärzte die Verordnung von Aspirin besonders sorgfältig abwägen. Außerdem sollte man sich immer für die niedrigstmögliche Dosis entscheiden und das Medikament stets zu den Mahlzeiten einnehmen. Wenn du Schmerzmittel benötigst, solltest du dich immer für Paracetamol entscheiden.
  • Für Patienten mit einer Vorgeschichte von Geschwüren, die weiterhin Aspirin oder ein anderes NSAR einnehmen müssen, empfehlen Experten für die Dauer der Einnahme eine gleichzeitige Behandlung mit einem Protonenpumpenhemmer (zum Beispiel Omeprazol).
  • Behandlung der H. pylori-Infektion mit Antibiotika. Es wurden verschiedene Antibiotika getestet und viele von ihnen konnten die Bakterien nicht abtöten. Bei der Wahl des Behandlungsschemas müssen die Resistenzmuster dieses Bakteriums berücksichtigt werden. Daher entscheiden sich Mediziner/innen unter anderem für 14-tägige Kombinationsbehandlung mit Clarithromycin und Amoxicillin.
  • Verzichte auf Zigaretten und schränke deinen Alkoholkonsum ein.
  • Ändere deine Ernährung. Du solltest Schokolade meiden, fetthaltige Lebensmittel, frittierte Lebensmittel, Kaffee, Zitrusfrüchte und übermäßig gewürzte oder scharfe Speisen. Experten wissen zwar, dass sie Magengeschwüre nicht direkt verursachen, aber sie können sie verschlimmern. Daher empfehlen sie, ihren Konsum zu reduzieren.
  • Darüber hinaus solltest du auf ein gesundes Gewicht achten und Übergewicht vermeiden.
Prävention von Magengeschwüren - Frau mit Magenschmerzen
Dyspepsie ist ein Zusammenspiel von Symptomen im oberen Verdauungstrakt, die auf ein Magengeschwür hindeuten.

Die Prävention von Magengeschwüren ist wichtig, um ein erneutes Auftreten zu vermeiden

Patienten, die bereits an einem Magengeschwür gelitten haben, profitieren von den meisten der in diesem Artikel empfohlenen Präventionsmaßnahmen. Vor allem sollten sie die Einnahme von NSAR und das Rauchen vermeiden.

Darüber hinaus wird der Arzt/die Ärztin in vielen Fällen die gezielte Bekämpfung von H. pylori beurteilen. Das ist nichts, was der Patient/die Patientin selbst entscheiden kann. Denn der Arzt/die Ärztin muss verschiedene ergänzende Tests und Untersuchungen durchführen, um die Existenz des Bakteriums und seine Antibiotikaresistenz zu bestätigen. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, kann er/sie über die jeweils erforderliche Behandlung entscheiden.

Obwohl gesunde Lebensgewohnheiten, Stressabbau und Ernährungsmaßnahmen keine ursächlichen Faktoren sind, können sie die Symptome verbessern oder eine Verschlimmerung der Dyspepsie verhindern. Kurz gesagt: Es gibt kein Patentrezept zur Prävention von Magengeschwüren. Vielmehr sind Engagement und Konsequenz der Patientinnen und Patienten bei der Veränderung ihres Lebensstils sehr wichtig.

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