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Was passiert, wenn du dir die Zähne nicht putzt?

Fehlende Mundhygiene provoziert nicht nur Mundgeruch und Ausbreitung von Karies, sondern auch schwerwiegendere gesundheitliche Probleme wie Zahnausfall

Regelmäßiges Zähneputzen gehört zur persönlichen Hygiene dazu. Jeden Tag. Und ohne Entschuldigungen.

Seit langer Zeit wird empfohlen, die Zähne zwei- bis dreimal täglich zu putzen und Zahnseide zu verwenden, am besten nach jeder Mahlzeit. So lassen sich Essensreste, die in den Zahnzwischenräumen hängen bleiben, direkt entfernen. Sie fungieren dann nicht als Vorratskammer für kariesverursachende Bakterien.

Aber es gibt immer noch viele Menschen, die dem täglichen Zähneputzen nicht den Stellenwert einräumen, der ihm gebührt. Sie putzen ihre Zähne seltener oder falsch.

In Spanien wurde kürzlich eine Umfrage unter Zahnärzten durchgeführt, in denen Angaben zur durchschnittlichen Mundgesundheit der Patienten erfragt wurden. Das Ergebnis dieser Umfrage ist erschreckend: 12% aller Patienten putzen nicht täglich Zähne und 2% tun dies nie.

In den USA wurde eine ähnliche Studie durchgeführt und die Resultate sind durchaus vergleichbar. Ein Drittel aller US-Amerikaner putzt zu selten die Zähne und ein Viertel verzichtet regelmäßig für zwei oder mehr Tage auf das Zähneputzen.

Bei uns in Mitteleuropa sieht es wohl ähnlich aus.

Es geht hier nicht darum, diejenigen zu verurteilen, die irgendwann einmal das Zähneputzen vergessen. Das passiert uns allen, vielleicht weil wir seit vielen Stunden unterwegs sind und keine Möglichkeit finden, uns die Zähne zu putzen. Oder weil es uns eine Zeitumstellung unmöglich macht, auch nur drei weitere Minuten die Augen offenzuhalten.

Hierbei sollte es sich jedoch um absolute Ausnahmen handeln, betonen Experten. Ihnen ist völlig unklar, warum manche Menschen bewusst auf das Zähneputzen verzichten, obwohl eine schlechte Mundgesundheit doch zahlreiche negative Auswirkungen auf die Gesundheit des gesamten Organismus hat. Und nicht zuletzt auch soziale Konsequenzen, z.B. aufgrund von Mundgeruch.

Die beiden wichtigsten Zutaten zur adäquaten Mundhygiene sind, neben einer Zahnbürste, Zahnpasta und Mundspülung. Bereite sie doch selbst zu! – Natürliche Zahnpflege: Zahnpasta und Mundwasser selber machen!

Während systemische Erkrankungen zu Symptomen im Bereich von Zähnen, Zahnfleisch und Mundschleimhaut führen können, gilt diese Regel auch umgekehrt: Eine unzureichende Mundhygiene schafft einen Herd an Erregern, die von hier aus in den ganzen Körper verteilt werden und diesen belasten.

Die Statistiken sind alarmierend. Vielleicht fehlt es dem ein oder anderen jedoch einfach an Informationen dazu, was in Mund und Körper passiert, wenn über bestimmte Zeiträume die Zähne nicht geputzt werden.

Der Zahnarzt Mark S. Wolff hat mit dem Team von Yahoo Health darüber gesprochen. Wir teilen nun mit euch, was er zu sagen hatte.

Ein Tag, ohne die Zähne zu putzen…

Verfärbung der Zähne durch fehlendes Zähneputzen

Wenn ein ganzer Tag vergangen ist, ohne dass die Zähne eine Zahnbürste gesehen haben, ist eine feine Schicht Zahnbelag bereits spürbar und sichtbar. Sie besteht aus Mineralien, die sich auf den Zähnen abgelagert haben, und aus Bakterien.

Handelt es sich hierbei um eine Ausnahme, weil die Zähne sonst sehr regelmäßig geputzt werden, entsteht kaum eine dauerhafte Schädigung.

Das Entfernen des Zahnbelags wird jedoch zunehmend schwieriger und die Bakterien vermehren sich exponentiell, sodass kurze Zeit später erste gesundheitliche Probleme und Mundgeruch auftreten.

Und nach einer Woche…

Menschen, die über eine Woche das Zähneputzen versäumen, sollten sich ernsthafte Gedanken zu dieser gesundheitsschädigenden Gewohnheit machen. Zwischen Zähnen und Zahnbelag haben sich zu diesem Zeitpunkt bereits bedeutende Mengen an Nahrungsresten angesammelt, die das Geschehen weiter beschleunigen.

Mark S. Wolff meint dazu, dass „der Zahnbelag immer stärker wird und schließlich unangenehm zu riechen beginnt“.

Aber das ist längst nicht alles. Nach einigen Tagen werden auch erste Zeichen einer Zahnfleischentzündung sichtbar. Man erkennt diese an einer rötlichen Verfärbung des Zahnfleisches, das auch schmerzt und zu Blutungen neigt.

Ein Monat ist vergangen…

Zahnarzt

Ein Monat ohne adäquate Mundhygiene ist eine lange Zeit. Die Bakterien haben sich längst häuslich eingerichtet und erreichen besorgniserregende Populationszahlen. Sie beginnen nun, Zähne und Zahnfleisch förmlich zu zersetzen.

Die Zahnfleischentzündung wird immer schwerwiegender, zu Rötung, Schmerz und Blutungsneigung kommt nun hinzu, dass sich das Zahnfleisch zurückzieht und damit sonst geschützte Zahnanteile freilegt. Das Kariesrisiko steigt enorm, insbesondere wenn die gewählte Diät reich an zuckerhaltigen Nahrungsmitteln ist.

Mark S. Wolff erklärt, dass auf den Zähnen nun auch weiße Punkte sichtbar werden, die auf eine Demineralisierung des schützenden Zahnschmelzes hinweisen. Sie sind Anzeichen einer stark gestörten Zahngesundheit.

Das Jahr ist um…

Schlechte Zähne durch mangelndes Zähneputzen

Der Speichel einer Person, die sich seit 365 Tagen nicht die Zähne geputzt hat, ist derart bakterienhaltig, dass er nun selbst die Kariesbildung und die Zerstörung der Zähne vorantreibt.

Der Zahnbelag ist zu diesem Zeitpunkt nur noch von untergeordneter Bedeutung. In den Zähnen finden sich zahlreiche Löcher und das Zahnfleisch ist aufgrund der fortgeschrittenen Entzündung tiefrot gefärbt.

Wie schlimm es um die Mundgesundheit tatsächlich steht, wenn für ein ganzes Jahr dem Zähneputzen entsagt wird, ist von der genetischen Veranlagung, dem Alter und der Ernährung eines jeden Patienten abhängig. So ist ein junger, sonst gesunder Organismus besser in der Lage, sich gegen die bakterielle Last im Mund zu wehren, als ein älterer Körper, der auch an anderer Stelle mit Funktionseinschränkungen zu kämpfen hat.

Auch ein junger Organismus ist allerdings nicht in der Lage, die Schäden, die sich in einem Jahr mangelnder Mundhygiene anhäufen, folgenlos zu überwinden. Jugend schützt nicht vor Zahnausfall, dem Schlusspunkt eines Lebens ohne Zahnbürste.

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