Nesting: Die Vorteile des Nichtstuns

25 März, 2020
Nesting heißt, sich zu Hause zu entspannen und angenehmen Dingen nachzugehen. Ruhe, Erholung und Selbsterkenntnis sind das Ziel.

In diesem Artikel erfährst du mehr über Nesting, die Vorteile des Nichtstuns und warum du deiner inneren Ruhe noch nie so nahe warst. Gelangweilt sein und zuhause zu bleiben muss nicht unbedingt etwas Schlechtes sein. Ganz im Gegenteil! Heutzutage bezeichnet man das als Nesting und die neue Tendenz ist vielversprechend.

Das englische Wort „Nesting“ bezieht sich auf „Nest“ und kann als eine Art Therapie zur Selbsterkenntnis betrachtet werden. Es geht um alltägliche, angenehme Routinen, wie zum Beispiel ein entspannendes Bad, eine interessante Lektüre, langes Ausschlafen, Gartenarbeit oder das Malen eines Mandalas.

Diese Aktivitäten kann man alle zu Hause machen, ohne dafür sein Nest verlassen zu müssen.

Frau trinkt Tee und betreibt Nesting

Was ist Nesting?

Nesting ist eine Art, mit dem hektischen Alltag unseres Lebens umzugehen. So wie die dänische Hygge hat auch das Nesting seinen Ursprung im Norden, ist inzwischen jedoch auch in anderen Ländern in Mode. 

Warum entscheiden sich immer mehr Menschen, innezuhalten und sich angenehmen Gewohnheiten zu widmen? Sie fördern das Wohlbefinden und reduzieren Unruhe und Stress auf ganz einfache Art und Weise.

Außerdem ist Nesting nicht mit großen Unkosten verbunden. Du musst es dir nur Zuhause gemütlich einrichten und kannst die Zeit mit deiner Familie genießen.

Es lohnt sich, sich etwas Zeit zu nehmen, um über die langen Arbeitstage und die verplanten Wochenenden, die zur Pflicht werden und nicht mehr spontan sind, nachzudenken. Schenke dir selbst Zeit, um Erholung zu finden!

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Der Sozialisierungszwang

Bei den jüngeren Familienmitgliedern, die gestresst von der Schule nach Hause kommen, passiert etwas Ähnliches. Auch sie müssen im Unterricht oder bei außerschulischen Aktivitäten viel leisten.

Des Weiteren zeichnet sich eine Tendenz ab, die Freizeit mit anderen Paaren, der Familie oder Freunden zu verbringen, ins Restaurant oder spazieren zu gehen. Das ist natürlich alles andere als schlecht. Doch wir haben dadurch immer weniger Zeit, um uns tatsächlich zu entspannen und einfach zu genießen. 

Das Gleiche gilt für Handys und den Drang, ständig Nachrichten zu beantworten, Mails zu checken und in den sozialen Netzwerken mitzumischen. Das alles führt dazu, dass uns die ganzen Reize regelrecht überfluten. Unser hektischer Lebensstil macht die ganze Sache natürlich auch nicht besser.

Oft werden wir sogar krank, weil sich unser Körper nicht ausreichend erholen kann. Es wird nichts Schlimmes passieren, wenn wir uns mit einer Decke und einem heißen Getränk aufs Sofa legen und uns einfach etwas Zeit für uns selbst nehmen.

Unser Zuhause wird immer mehr zu einem Zufluchtsort, wo wir uns auf uns selbst konzentrieren und uns von der Erschöpfung erholen und einfach unsere eigene Gesellschaft genießen können.

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Wann wird Nesting empfohlen?

Frau enstpannt sich auf Sofa und betreibt Nesting

Es ist wichtig, zu erwähnen, dass Nesting immer empfehlenswert ist, doch ganz besonders bei bestimmten Krankheitsbildern. Nesting empfiehlt sich jedoch nicht bei Menschen, die unter Unruhe oder Depressionen leiden oder traurig sind.

Betroffene fühlen sich oft einsam und können die Zeit mit sich selbst nicht genießen. In diesem Fall ist es am besten, einen Therapeuten zu Rate zu ziehen. 

Beim Nesting sollte es sich immer um eine Aktivität handeln, die man als angenehm empfindet. Wer gerade arbeitslos ist, ist gezwungen, lange Zeit zu Hause zu bleiben und das ist nicht der Sinn von Nesting.

Wie praktiziert man Nesting?

Wir haben ein paar Ideen für dich:

  • Beschäftige dich mit Dingen, die du gerne tust (Lesen, Malen, Filme ansehen, im Garten arbieten, mit deinem Haustier spielen…).
  • Vermeide langweilige Pläne.
  • Entspanne dich!
  • Vermeide Hektik.
  • Zwinge dich nicht, Aufgaben zu vollenden, nur weil du denkst, das tun zu müssen.
  • Auch gute Gesellschaft ist willkommen.
  • Praktiziere Mindfulness und lebe im Hier und Jetzt.
  • Richte dir ein gemütliches „Nest“ ein, dafür muss deine Wohnung aufgeräumt sein.

Neben diesen Ratschlägen empfehlen wir, Sonnenlicht in deine Wohnung zu lassen. Das Ambiente und die Dekoration sind wichtig, um zur Ruhe zu kommen. Natürliche Pflanzen sind eine entspannende Ergänzung.

Auch die Stille ist wertvoll. Es bringt nichts, wenn das ganze Haus voller Dinge ist, die nur für Unruhe sorgen. Auch die Wohnung selbst sollte Ruhe ausstrahlen. Verzichte auf unnötige Gegenstände und fülle dein Haus mit Frieden, damit du besser an deinem neuen Lebensstil arbeiten kannst.

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