Nasenkatarrh und Asthma: Welche Beziehung besteht?

9 November, 2020
Es scheint einen Zusammenhang zwischen einem Nasenkatarrh und Asthma zu geben. Tatsächlich treten sie bei vielen Menschen fast gleichzeitig auf, und die von den Ärzten verschriebenen Medikamente wirken bei beiden Erkrankungen, da die Symptome recht ähnlich sind.

Die Beziehung zwischen einem Nasenkatarrh und Asthma ist im Bereich der Medizin seit langem bekannt. Folglich ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Asthmatiker im Frühjahr Symptome eines Nasenkatarrhs aufzeigt und umgekehrt.

Doch warum besteht diese Verbindung? Für einige Forscher findet sie ihren Ursprung im Immunsystem; für andere ist sie auf die ähnliche Form der Atemschleimhaut zurückzuführen, die sich die Bronchien und die Nase teilen.

Was ist ein Nasenkatarrh?

Ein Nasenkatarrh, auch Rhinitis genannt, ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut. Sie kann auf verschiedene ätiologische Faktoren reagieren, aber das Endergebnis ist immer eine Vergrößerung der Schleimhaut durch die Ansammlung von Flüssigkeiten und Entzündungszellen, die alle auf einen äußeren Wirkstoff oder einen inneren Reiz zurückzuführen sind.

Es gibt infektiöse und nichtinfektiöse Nasenkatarrhe. Im ersten Fall dringt ein Mikroorganismus in die Nase ein und infiziert sie; dies kann entweder ein Virus oder ein Bakterium sein. Der Körper reagiert auf die Besiedlung und setzt Mechanismen in Gang, um den Erreger wieder auszutreiben. Und dies wiederum führt zur Entzündung.

Der häufigste nichtinfektiöse Nasenkatarrh ist die allergische Form, die bei Asthmatikern in größerem Maße auftritt. Der äußere Wirkstoff, der weder ein Virus noch ein Bakterium ist, ist ein Partikel, das vom Immunsystem als fremd betrachtet und somit bekämpft wird. Zu bestimmten Jahreszeiten stellen Pollen in der Regel eine der Ursachen dar.

Ein Nasenkatarrh ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut
Ein Nasenkatarrh ist die Entzündung der Nasenschleimhaut. Sie kann auf virale und bakterielle Infektionen oder auf nichtinfektiöse Ursachen zurückzuführen sein.

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Was ist Asthma?

Asthma bronchiale ist eine Entzündung der Bronchialschleimhaut mit Hyperreaktivität der Bronchien. Das bedeutet, dass sich die Atemwege schlagartig schließen und den normalen Luftstrom über den Entzündungsprozess hinaus verhindern.

Diese Erkrankung steht auf der Liste der obstruktiven und chronischen Atemwegserkrankungen. Sie entwickelt sich langfristig in Form von akuten Episoden. Erkältungen oder Infektionen, die bestimmte Auslöser für diese Episoden sind, kommen im Winter häufiger vor. Folglich ist dies die Jahreszeit, in der die Menschen am meisten davon betroffen sind.

Die Ärzte diagnostizieren Asthma in der Regel bereits in einem frühen Alter. Die betroffenen Kinder erleben Bronchospasmen, entweder wenn sie körperlich aktiv sind oder wenn die Temperatur sinkt. Für die Behandlung werden zunächst Bronchodilatatoren eingesetzt, um ihre Entwicklung zu bewerten. Wenn sich die Episode wiederholt, wird in der Regel die Diagnose Asthma gestellt.

Der Schweregrad ist jedoch nicht immer derselbe und seine Entwicklung verläuft nicht linear. So gibt es Menschen mit milden Formen der Erkrankung, die möglicherweise nur einen Anfall pro Jahr haben, während andere einen fast anhaltenden Zustand der Atemnot durchmachen.

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Die Beziehung zwischen einem Nasenkatarrh und Asthma

Es gibt viele verschiedene Erklärungen dafür, warum Patienten mit Asthma häufig an einem Nasenkatarrh leiden. Schätzungen zufolge durchlaufen bis zu 75 % von ihnen eine Entzündungsphase der Nasenschleimhaut. Umgekehrt haben diejenigen, bei denen ein Nasenkatarrh diagnostiziert wurde, in 40 % der Fälle einen Bronchospasmus. Lass uns im Folgenden einige Theorien zu diesem Zusammenhang genauer ansehen.

Klimabedingungen und kalte Luft

Eine der Erklärungen dafür, warum Menschen mit einem Nasenkatarrh auch Asthma haben, ist der Mangel an einem ausreichenden Luftfluss durch die Nase. Da die Schleimhaut entzündet ist, atmen diese Patienten lieber durch den Mund. Das liegt daran, dass dies die Befeuchtung und Erwärmung der Luft verhindert.

Wenn also kalte trockene Luft in die Bronchien gelangt, neigt der Atemweg dazu, sich zusammenzuziehen, da dieser Fluss als schädlich identifiziert wird. Mehrere wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Verengung der Bronchien zunimmt, wenn es kalt ist, beispielsweise bei sportlichen Aktivitäten im Schnee oder im Winter.

Kommunikation zwischen den Schleimhäuten

Die Forschung in beide Richtungen zeigt die Beziehung zwischen allen Teilen der Atemschleimhaut auf. Es ist wahrscheinlich, dass die Zellen in den Bronchien auf irgendeine Weise reagieren, wenn eine Person Allergene in die Nase bekommt. Umgekehrt überkompensiert die Nasenschleimhaut, wenn sich die unteren Atemwege zusammenziehen.

Ein Teil des pathophysiologischen Mechanismus liegt in der Nervenkommunikation und in der Reaktivität der Blutgefäße. Dies scheint der Grund für das Belastungsasthma zu sein, das durch die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin vermittelt wird, die durch körperliche Anstrengung freigesetzt werden.

Diese Neurotransmitter stellen eine Verbindung zwischen dem Nasenkatarrh und Asthma her, indem sie den Verschluss des Blutgefäßkalibers bewirken. In der gesamten Atemschleimhaut verringert diese Verengung die Durchblutung und die Fähigkeit, auf äußere Einflüsse zu reagieren.

Asthmatiker leiden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch an einem Nasenkatarrah
Asthmapatienten haben eine hohe Wahrscheinlichkeit, an einem Nasenkatarrh zu leiden. Der Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen hat mehrere Erklärungen.

Das Immunsystem und der Zusammenhang zwischen einem Nasenkatarrh und Asthma

Eosinophile sind eine spezielle Art von weißen Blutkörperchen. Sie spielen eine besondere Rolle bei der Vermittlung allergischer Ganzkörperreaktionen. Tatsächlich sind sich die Forscher ihrer Rolle sowohl bei einem Nasenkatarrh als auch bei Asthma bewusst.

Wir gehen davon aus, dass es sich um ähnliche Mechanismen handelt. Daher ist es sinnvoll davon auszugehen, dass allergische Reaktionen den gemeinsamen Weg dieser Zellen teilen und dass ihre Zunahme in Situationen, in denen sie gegen äußere Wirkstoffe angehen, von entscheidender Bedeutung ist.

Darüber hinaus sind die Entzündungsstoffe nicht statisch; sie nutzen stattdessen die Durchblutung, um sich zu bewegen. So können sie von der Nase zu den Bronchien gelangen.

Der Nasenkatarrh und Asthma: ähnlich, aber dennoch unterschiedlich

Schließlich können wir die Beziehung zwischen dem Nasenkatarrh und Asthma anhand verschiedener Hypothesen erklären, aber das bedeutet nicht, dass es sich um ein und dieselbe Erkrankung handelt. So sind zwar die zur Behandlung verwendeten Medikamente ähnlich, aber der Ansatz ist dennoch nicht derselbe.

Für Ärzte ist es wichtig, eine Erkrankung von der anderen unterscheiden zu können, damit sie die richtige Therapieform verschreiben können. In jedem Fall müssen Asthmatiker lernen, mit Nasenkatarrh-Episoden umzugehen, da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit davon betroffen sein werden.

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