Metamizol: Anwendung und Nebenwirkungen

19 Dezember, 2019
Im Gegensatz zu anderen nicht-opioiden Schmerzmitteln, die auf die Synthese von Prostacyclin wirken, hat Metamizol keine bedeutenden Nebenwirkung auf den Magen-Darm-Bereich. In diesem Artikel kann du alles Wissenswerte über diesen Wirkstoff erfahren.

Metamizol ist ein Medikament, das nicht nur Entzündungen effektiv therapiert, sondern auch noch andere pharmakologische Wirkungen hat. Metamizol gehört zur Familie der Pyrazolone und diese sind wiederum eine Gruppe innerhalb der NSAIDs. Dabei handelt es sich um nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente.

Metamizol setzt man hauptsächlich zur Behandlung von Schmerzen und Fieber ein. Vermarktet wird dieses Medikament in zwei verschiedenen Formen: Metamizol-Natrium oder Metamizol-Magnesium.

Die allgemeine Bevölkerung verwendet Metamizol recht häufig. Dieses ziemlich starke Medikament empfiehlt sich vor allem für Patienten mit Koliken, oder für solche, die an Schmerzen aufgrund von onkologischen Behandlungen leiden. Auch bei von anderen Ursachen herrührenden starken Schmerzen kommt das Medikament zum Einsatz. Außerdem hilft es, die Schmerzen nach einer Operation zu lindern und trägt zur Senkung von Fieber bei, falls dieses nicht durch andere Medikamente behandelt werden kann.

Dieser Arzneistoff wurde 1920 synthetisiert. Aber erst 1922 kam er in Deutschland unter dem Markennamen ‚Novalgin‘ auf den Markt.

Heute findet man Metamizol unter zahlreichen Markennamen, die weltweit vermarktet werden. Außerdem ist es auch als Generikum im Verkauf.

Allgemeines zum Thema Fieber

Frau mit Fieber im Bett

Fieber ist ein vorübergehender Anstieg der Körpertemperatur. Meist wird es durch eine Krankheit ausgelöst. Im Grunde ist Fieber ein Abwehrmechanismus des Organismus. Dieser macht es möglich, dass man merkt: Etwas Ungewöhnliches passiert im Körper.

Die als normal betrachtete menschliche Temperatur beträgt 37 ºC. Aber sie kann bei gesunden Personen Schwankungen bis zu 1 ºC aufweisen. Amerikanischen Normen entsprechend handelt es sich um Fieber, wenn die Gesamttemperatur größer oder gleich 38,3 ºC ist. Also knapp über der Obergrenze der normalen menschlichen Temperatur liegt. Dabei spielt die Ursache keine Rolle.

Zu einer Fiebererkrankung kommt es durch mehrere Mechanismen. Dabei gibt es ein Zusammenspiel von so genannten exogenen Pyrogenen, wie z.B. Mikroorganismen, und endogenen Pyrogenen. Zu letzteren zählen z. B. die IL-Interleukine oder der Tumornekrosefaktor TNF-alpha. Diese führen zusammen mit einer Struktur des Hypothalamus namens organum vasculosum der so genannten Lamina terminalis zur Entstehung von Fieber.

Jedoch kommt es nicht nur durch eine Infektion zu Fieber. Auch andere Ursachen können dieses Symptom auslösen. So zum Beispiel:

  • Fieber im Zusammenhang mit Entzündungen.
  • Ein durch bestimmte Medikamente ausgelöstes Fieber.
  • Auch nach einer Hirnverletzung kann es zu Fieber kommen.
  • Außerdem kann Fieber auch durch bestimmte Vorgänge im Hormonsystem ausgelöst werden.

Siehe auch: Was ist hämorrhagisches Fieber?

Wie wirkt Metamizol auf den Körper?

Metamizol wirkt lindernd bei Schmerzen und Fieber, wie bereits erwähnt. Dabei verdankt es seine Wirkung der Fähigkeit, die Synthese von entzündungsfördernden Prostaglandinen zu reduzieren. Dies wird durch die Hemmung der Aktivität der Prostaglandin-Synthetase erreicht. Dabei handelt es sich um ein Enzym, das, wie der Name schon sagt, die Synthese neuer Prostaglandine katalysiert.

Prostaglandine gehören zu den Lipiden. Sie sind unter anderem an entzündlichen Reaktionen, an der Stimulation des Schmerzzentrums sowie an der Entstehung von Fieber beteiligt.

Im Gegensatz zu anderen NSAID-Medikamenten ist Metamizol aber auch in der Lage, das durch Lipopolysaccharide induzierte Fieber zu hemmen. Darüber hinaus ist es neben der Hemmung der Synthese von Prostaglandinen ein nicht-selektiver Hemmer des Enzyms Cyclooxygenase. Seine analgetische Wirkung ergibt sich genau aus dieser Hemmung.

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Unerwünschte Nebenwirkungen von Metamizol

Verschiedene Arzneimittel und Tabletten

Obwohl Metamizol ein sehr sicheres Medikament ist, wird es in einigen europäischen Ländern wegen seiner Nebenwirkungen nicht vermarktet. Im Gegensatz zu anderen nicht-opioiden Schmerzmitteln, die auf die Synthese von Prostacyclin wirken, hat Metamizol keine signifikanten gastrointestinalen Nebenwirkungen.

Jedoch kann Metamizol wie alle Medikamente auf dem Markt auch andere Arten von Nebenwirkungen auslösen. Diese müssen bei der Verabreichung berücksichtigt werden.

Dabei ist eine der Nebenwirkungen dieses Medikaments die Agranulozytose. Diese muss man genauer beobachten und überwachen. Darüber hinaus kann Metamizol auch Leukopenie und Thrombozytopenie auslösen. All diese Symptome sind Überempfindlichkeitsreaktionen.

Außerdem kann es auch zu einigen der folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Stevens-Johnson-Syndrom bzw. Lyell-Syndrom
  • Asthmaanfälle
  • Kritische Blutdruckabfälle. Diese hängen von der Dosis ab.

Fazit

Metamizol ist ein in der Bevölkerung weit verbreitetes Medikament zur Behandlung von Schmerzen und Fieber. Jedoch sollte kein Missbrauch damit betrieben werden. Denn es kann, wie jedes andere Medikament auf dem Markt, eine Reihe von Nebenwirkungen auslösen. Daher solltest du, bevor du mit der Behandlung beginnst, immer deinen Apotheker oder Arzt zur Verwendung von Metamizol konsultieren.

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