Low-FODMAP-Diät: Was ist das?

23 Januar, 2020
Die Low-FODMAP-Diät enthält keine kurzkettigen Kohlenhydrate, die im Darm begrenzt aufgenommen werden oder schwer zu verdauen sind. Doch wie genau sieht diese Diät aus und welche Vorteile hat sie? Erfahre anschließend mehr zum Thema. 

Du leidest an einer Darmkrankheit? Dann könnte die Low-FODMAP-Diät für dich vorteilhaft sein, um unangenehme Symptome zu lindern oder ganz damit Schluss zu machen. Im Allgemeinen enthält diese Ernährungsform keine schwer verdaubaren Lebensmittel. Du möchtest mehr darüber erfahren? Dann lies weiter!

Die Low-FODMAP-Diät

Die Low-FODMAP-Diät wurde von Forschern der Universität Nomash in Australien entwickelt. FODMAP steht für „fermentable oligosaccharides, disaccharides, monosaccharides, and polyols“, auf deutsch: fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und Polyole.

Es geht dabei um eine Gruppe von kurzkettigen Kohlenhydraten, deren Aufnahme im Darm schwierig ist oder die manchen Menschen Verdauungsprobleme verursachen. 

Wozu dient diese Diät?

In dieser Ernährungsform ist es grundlegend, durch die Einschränkung von Lebensmitteln, bestimmte Beschwerden des Verdauungssystems zu vermeiden:

  • Bauchblähungen
  • Schmerzen im unteren Bauchbereich
  • Flatulenzen
  • Durchfall
  • Abdominale Distension
  • Veränderte Darmgewohnheiten

Mit dieser Diät können folgende Pathologien verbessert werden:

  • Reizdarmsyndrom
  • Colitis ulcerosa
  • Morbus Crohn

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Wie sieht die Low-FODMAP-Diät aus?

In der FODMAP-Diät geht es vorwiegend darum, Lebensmittel mit Fructose, Lactose, Fructanen, Galacto-Oligosacchariden, Sorbit und Mannit zu vermeiden, die im Dünndarm nur schlecht resorbiert werden. Folgende Nahrungsmittel enthalten die erwähnten Substanzen:

  • Weizen, Roggen, Zwiebel und Knoblauch, die reich an Fructo-Oligosacchariden sind
  • Hülsenfrüchte, die Galacto-Oligosaccharide enthalten
  • Milchprodukte (vorwiegend Milch), die Laktose aufweisen
  • Honig, Sirup, Äpfel und anderes Obst, die Fructose enthalten
  • Light-Produkte, Süßstoffe, Birnen, Pflaumen, die Polyole wie Sorbitol, Xylit, Malitol und Mannitol enthalten
Wie sieht die Low-FODMAP-Diät aus?
Die Low-FODMAP-Diät hat sich bei Magen-Darm-Beschwerden als sehr wirksam erwiesen.

Lebensmittel, die reich an fermentierbaren Oligo-, Di- und Monosacchariden und Polyolen sind, und deshalb vermieden werden sollten:

  • Getreide: Vollkornreis, Hafer, Gerste, Roggen, Hirse, Vollkornweizen
  • Hülsenfrüchte: Bohnen, Kichererbsen, Erbsen, Saubohnen, Linsen
  • Gemüse: Knoblauch, Artischocken, Aubergine, Brokkoli, Zwiebel, Rosenkohl, Blumenkohl, Endivie, Spargel, Salat, Paprika, Lauch, Rote Beete, Pilze
  • Frisches und getrocknetes Obst: Kirschen, Pflaumen, Himbeeren, Erdbeeren, Äpfel, Pfirsiche, Melone, Brombeeren, Birnen, Wassermelone, Trauben, Oliven, Marillen, Heidelbeeren, Feigen, Avocado, Kakis, Mangos
  • Trockenfrüchte: Mandeln, Cashew-Nüsse, Haselnüsse, Erdnüsse, Kastanien, Nüsse, Pinienkerne, Sonnenblumenkerne, Pistazien
  • Milch und Milchprodukte
  • Industriell verarbeitetes Fleisch
  • Wurstwaren und damit hergestellte Produkte
  • Getränke: Kaffee, Bier, destillierte Getränke, Likör, Erfrischungsgetränke, Tee, Wein, abgepackte Fruchtsäfte
  • Natürliche Süßstoffe: Zucker, Fructose, Agavensirup, Ahornsirup, Honig
  • Künstliche Süßstoffe: Erythrit, Isomaltose, Lactit, Maltit, Mannitol, Sorbitol, Xylit

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Wie wird die Low-FODMAP-Diät in die Praxis umgesetzt?

Die FODMAP-Diät umfasst folgende drei Phasen:

  • Diagnostische Elimination: Die ersten sechs bis acht Wochen wird die Diät eingeschränkt. Dabei verzichtet man auf alle Lebensmittel, die reich an FODMAPs sind, um die Magen-Darm-Symptome zu lindern. Es handelt sich nur um einen ersten Schritt, nicht um eine Langzeitdiät!
  • FODMPA-Re-Exposition (FODMAP-Challenge): In dieser Phase wird gezielt getestet, welche FODMAP-reichen Lebensmittel für den Patienten verträglich sind und in welchen Mengen. Dadurch kann man wichtige Erkenntnisse über die FODMAP-Toleranz erhalten. Diese Phase dauert zwischen acht und zwölf Wochen.
  • Individuelle Langzeit-Ernährung: Nach der Re-Expositions-Phase wird ein individueller Ernährungsplan erstellt, um eine vielseitige Ernährung zu garantieren und unnötige Restriktionen zu vermeiden. Das Ziel ist, die Symptome damit kontrollieren zu können.

Welche Vorteile hat diese Diät?

Wie bereits erwähnt, kommt diese Ernährungsform insbesondere zur Behandlung von Darmkrankheiten zum Einsatz. Sie hat sich laut einer in der Zeitschrift Gastroenterology veröffentlichten Studie, insbesondere für Patienten mit Reizdarmsyndrom als sehr vorteilhaft erwiesen. Damit können die Symptome dieser Krankheit um bis zu 76 Prozent reduziert werden.

Im Allgemeinen verbessert die Reduktion fermentierbarer Substanzen die Symptome dieser Pathologie und auch Entzündungen und Bauchschmerzen. Darüber hinaus können Blähungen und der Rhythmus der Darmentleerungen verbessert werden.

FODMAP-Diät bei Reizdarmsyndrom
Die Low-FODMAP-Diät kann Patienten mit Reizdarmsyndrom helfen, die unangenehmen Symptome zu lindern.

Außerdem verbessert diese Diät die Symptome von Patienten mit funktionalen Darmstörungen und organischen Krankheiten des Verdauungstraktes. Aus dieser Studie geht hervor, dass 84 Prozent der Patienten Verbesserungen der Verdauungssymptome mit einer hohen Therapie-Adhärenz erzielen konnten.

Nach der Re-Exposition, das heißt in der Wiedereinführungsphase, konnten über 80 Prozent der Patienten Weizen, sowie Milchprodukte mit Laktose wieder vertragen. Mehr als 70 Prozent konnten Hülsenfrüchte und zwei fructosearme Obstportionen wieder gleichzeitig einnehmen.

Obwohl diese Diät verschiedene Vorteile hat, sind auch einige Schattenseiten zu berücksichtigen. So solltest du bei Verstopfung vorsichtig sein, denn diese Ernährungsform enthält nur sehr wenige Ballaststoffe und könnte deshalb die Beschwerden verschlimmern.

Deshalb sollte die Low-FODMAP-Diät nur unter der Aufsicht eines Ernährungsberaters durchgeführt werden. Es handelt sich um eine sehr strikte Diät, die allmählich an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden muss. Außerdem ist es auch wichtig, die richtige Ballaststoffmenge zu regulieren. Lass dir also unbedingt von einem Experten helfen! 

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