Leistenzerrung: Wie kommt es dazu?

Eine Leistenzerrung ist eine relativ häufige Erkrankung bei Menschen, die anspruchsvolle körperliche Aktivitäten betreiben. Wie du sie verhindern kannst, erfährst du in den folgenden Zeilen.
Leistenzerrung: Wie kommt es dazu?

Letzte Aktualisierung: 30. März 2021

Eine Leistenzerrung ist ein Teilriss der kleinen Fasern der Adduktorenmuskeln, die sich an der Innenseite des Oberschenkels befinden. Er kann leicht oder schwer sein, aber mit viel Ruhe und der richtigen Behandlung heilt er normalerweise vollständig aus.

Diese Erkrankung gehört zur Gruppe der Leistenprobleme und -verletzungen, die unter anderem bei sportlichen Freizeitaktivitäten, anstrengenden Tätigkeiten und Unfällen mit Fahrzeugen auftreten. Wenn du mehr über die Leistenzerrung und den Umgang mit ihr wissen möchtest, lies weiter.

Warum kann eine Leistenzerrung auftreten?

Wie Kidshealth berichtet, tritt eine Leistenzerrung auf, wenn einer der Muskeln in der Oberschenkelinnenseite gedehnt oder verletzt wird oder wenn er reißt. Diese Muskeln bestehen aus  5 verschiedenen Teilen und heißen Musculus pectineus, M. adductor minimus und M. adductor brevis (vom Becken zum Oberschenkel) sowie M. gracilis und M. adductor magnus (vom Becken zum Knie).

Die medizinische Website Hopkinsallchildrens.org zeigt uns die häufigsten Ursachen für diese Verletzung. Darunter sind unter anderem folgende:

  • Betreiben von Sportarten, bei denen kurzzeitig mit hoher Geschwindigkeit gelaufen werden muss oder die plötzliche Richtungswechsel erfordern
  • Muskelkater, insbesondere wenn vor der Durchführung einer anspruchsvollen Übung nicht das notwendige Aufwärmen durchgeführt wurde
  • Schlechte körperliche Vorbereitung oder Müdigkeit bei der Ausübung einer Tätigkeit, die eine hohe muskuläre Beanspruchung erfordert
  • Zu frühe Wiederaufnahme der Aktivität nach einer früheren Verletzung

Diese Verletzung ist in der Regel mit der Ausübung von Sport verbunden, aber dies muss nicht immer der Fall sein. Generell sind sowohl  zu aggressive Dehnungen der Muskulatur als auch ein direkter starker Schlag Ereignisse, die das Auftreten einer Leistenzerrung begünstigen.

Leistenzerrung
Das Auftreten von Schmerzen im Oberschenkel und in der Leiste bei körperlicher Aktivität sollte eine Warnung sein, um rechtzeitig aufzuhören.

Um mehr zu erfahren: Was tun bei Muskelkrämpfen? 3 Hausmittel

Symptome einer Leistenzerrung

Die Radychildrens-Website, die zum Krankenhaus in San Diego (Kalifornien) gehört, zeigt uns, dass es 3 Grade der Leistenzerrung gibt. Wie du weiter unten lesen kannst, hat jeder von ihnen seine eigenen Symptome:

  • Erster Grad: Leichter Schmerz, der unbemerkt bleiben kann, bis der Patient die Aktivität beendet hat. Nach Beendigung spürt er Steifheit und Empfindlichkeit an einer bestimmten Stelle.
  • Zweiter Grad: Mäßige Steifheit und Schmerzen in der Leiste, zusammen mit leichten Blutergüssen und Schwellungen. Das Gehen kann beeinträchtigt und das Laufen etwas schwierig sein.
  • Dritter Grad: starke Schmerzen, Schwellung, Bluterguss und Unfähigkeit, die Beine zu kreuzen. Das Gehen ist sehr schwierig.

Im Allgemeinen können wir die Symptome einer Leistenzerrung zu den folgenden körperlichen Symptomen zusammenfassen: Schwellung und Bluterguss in der Leistengegend, Muskelkrämpfe, Schwäche im betroffenen Bein und Probleme beim Gehen.

Diagnose

Zunächst wird der Arzt dich fragen, was du gemacht hast, bevor der Schmerz auftrat, der dich in die Arztpraxis brachte. In der Regel handelt es sich hierbei um eine Differentialdiagnose, das heißt es wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt, um andere Erkrankungen – wie beispielsweise einen (Eingeweide)bruch – auszuschließen.

Bei einer Verletzung des Grades 1 sind weniger als 10 % der beteiligten Muskelfasern verletzt. Bei Grad 2 sind 10 bis 90 % der Fasern verletzt, während bei Grad 3 der Muskel fast vollständig gerissen ist. Gelegentlich kann ein MRT angewendet werden, um dadurch das Ausmaß des Risses zu bestimmen.

Behandlung bei Leistenzerrung

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Verletzung. In leichteren Fällen ist das Problem mit einer 2-wöchigen Ruhepause gelöst, während ein kompletter Riss bis zu 3 Monate Genesungszeit erfordern kann. Medizinische Tabellen geben einige der Richtlinien an, die befolgt werden sollten, um schnell wieder gesund zu werden:

  • Ruhe: Führe während des Genesungsprozesses keine Aktivitäten durch, die Schmerzen verursachen.
  • Kälte: Das Auflegen von Eis mit einer kalten Kompresse auf die Leistengegend für 15 Minuten etwa 4 Mal am Tag ist eine gute Möglichkeit, um den Schmerz und die Entzündung zu lindern. Denke jedoch daran, das Eis niemals direkt auf die Haut zu legen.
  • Medikamente: Es gibt rezeptfreie Medikamente zur Behandlung von leichten bis mäßigen Schmerzen, wie beispielsweise nicht-steroidale Antirheumatika.
  • Kompression: Um Schwellungen zu vermeiden, können Kompressionsverbände auf die betroffene Stelle gelegt werden. Wende dich an deinen Physiotherapeuten, um die bestmögliche Lösung zu finden.
  • Hochlagern, Dehnen und Kräftigen: eine Reihe von Übungen und Haltungen, die die Erholung des betroffenen Muskels fördern. Auch hier solltest du die Techniken und deren Ausführung mit einem Fachmann besprechen.
  • Wärme: Diese sollte nur angewendet werden, wenn du beabsichtigst, die körperliche Aktivität wieder aufzunehmen.

Im Allgemeinen basiert die Behandlung auf einer Ruhephase, damit sich der Muskel erholen kann, ohne jedoch bestimmte Dehnungen zu vernachlässigen, damit der Muskel durch Nichtgebrauch nicht zu sehr verkümmert. Der gesamte Wiederherstellungsprozess muss jedoch immer durch einen Fachmann bestimmt werden.

Leistenzerrung
Der professionelle Umgang mit der Belastung ist notwendig, um eine Genesung ohne Komplikationen zu gewährleisten.

Tipps zur Vermeidung von Leistenzerrungen

Manchmal ist es schwer, diese Art von Verletzungen zu verhindern, vor allem, wenn du zu den Profisportlern gehörst. Bis zu 16 % aller verletzten Fußballspieler suchen wegen einer Leistenzerrung einen Arzt auf. Es kommt häufig auch bei Aktivitäten wie Hockey, Tennis und Basketball vor.

Wir können dir also nur raten, dich vor dem Training ausreichend zu dehnen und dich nicht zu überanstrengen. Wenn du Schmerzen in der Leistengegend verspürst, solltest du für einige Tage mit dem Sport aufhören und die betroffene Stelle schonen. Die beste Behandlung für eine Leistenzerrung ist zweifellos die richtige Prävention.

Verhindern des Auftretens

Wie du in diesem Artikel erfahren hast, ist eine Leistenzerrung eine ziemlich häufig vorkommende Verletzung, die das Ergebnis einer Überlastung der Beckenmuskeln bei körperlicher Aktivität ist. Mit einem guten Trainingsplan, dem Dehnen im Vorfeld und einer frühzeitigen Beendigung im Falle von Schmerzen, kannst du das Auftreten von Verletzungen und Schmerzen verhindern.

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