Hypospadie: Ursachen und Behandlung

22 Oktober, 2019
Die Hypospadie ist eine angeborene Fehlbildung der Harnröhre bei Jungen. Wird sie nicht korrigiert, kann sie zu Problemen beim Urinieren sowie beim Geschlechtsverkehr führen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Die Hypospadie ist eine angeborene Fehlbildung der Harnröhre bei Jungen. Wird sie nicht korrigiert, kann sie zu Problemen beim Urinieren sowie beim Geschlechtsverkehr führen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Bei der Hypospadie befindet sich die Mündung der Harnröhre nicht an der Penisspitze. Diese Entwicklungsstörung entsteht zwischen der achten und vierzehnten Schwangerschaftswoche. Dabei kann die Harnröhrenöffnung überall situiert sein, beispielsweise unterhalb der Penisspitze oder am Hodensack.

Formen der Hypospadie

Es gibt verschiedene Schweregrade der Hypospadie, die unterschiedlich ausgebildet sind, aber die konkrete Form ist von der Mündung der Harnröhe abhängig.

  • Hypospadia glandis: Die Öffnung befindet sich nahe der Eichel.
  • Hypospadia penis: Die Öffnung befindet sich im Peniskörper.
  • Hypospadia peoscrotalis: Die Öffnung befindet sich im Bereich des Hodensacks oder des Damms.

Wird das Problem nicht behoben, kann es zu Komplikationen kommen, beispielsweise beim Urinieren im Stehen oder auch während des Geschlechtsverkehrs.

Ursachen und Risikofaktoren

Hypospadie

Auch wenn die Ursache für die Fehlbildung nicht bekannt ist, geht man in den meisten Fällen davon aus, dass unter anderem eine genetische Veranlagung eine Rolle spielt. Daneben sind Umwelteinflüsse, denen die Mutter ausgesetzt ist, ihre Ernährungsweise sowie bestimmte Medikamente während der Schwangerschaft ausschlaggebende Faktoren.

Weiterhin wird das Risiko einer Hypospadie mit den folgenden Aspekten in Verbindung gebracht:

  • Familiengeschichte
  • Genetische Ursachen: Genetische Faktoren können für eine Veränderung der Hormone verantwortlich sein, die für die Ausbildung der männlichen Geschlechtsteile bedeutsam sind.
  • Alter der Mutter: Nach manchen Untersuchungen ist es denkbar, dass Kinder, die von Frauen über 35 Jahre geboren werden, ein höheres Risiko für eine Hypospadie aufweisen.

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Sypmtome von Hypospadie

In den meisten Fällen befindet sich die Harnröhrenmündung an der Oberseite des Penis; weniger häufig im mittleren oder unteren Bereich. Zu den Symptomen gehören:

Im Allgemeinen wird die Entwicklungsstörung bereits kurz nach der Geburt festgestellt. Jedoch kann die Diagnose schwieriger sein, wenn die Mündung der Harnröhre nur minimal fehlplatziert ist.

Behandlung von Hypospadie

Hypospadie

Die Behandlung hängt von der Art der Fehlbildung ab. Für gewöhnlich ist ein chirurgischer Eingriff notwendig, um sie zu korrigeren meist in einem Alter zwischen drei Monaten und drei Jahren. In manchen Fällen wird die Operation schrittweise durchgeführt. Dabei bestehen die folgenden Optionen:

  • Positionierung der Mündung an der richtigen Stelle
  • Korrektur der Peniskrümmung
  • Anpassung der Haut um die Harnröhrenöffnung

Da der behandelnde Arzt für den Eingriff womöglich die Vorhaut benötigt, ist es nicht ratsam, Jungen mit einer Hypospadie zu beschneiden. In der Regel findet die Operation ambulant statt; nur in wenigen Fällen muss das Kind im Krankenhaus bleiben.

Jedoch ist kein Eingriff erforderlich, wenn sich der Defekt nicht auf das Urinieren, die Sexualfunktion oder Samenspeicherung auswirkt.

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Verfahren

Der Chirurg verwendet einen Teil der Vorhaut oder das Gewebe einer anderen Stelle, um einen Schlauch zu bilden, mit dem sich die Harnröhre verlängern lässt. Dadurch mündet sie direkt in der Penisspitze. Außerdem wird während der Operation eine Sonde in der Harnröhre platziert, um die neue Form beizubehalten. Diese Sonde wird normalerweise nach zwei Wochen entfernt.

Erfolgt dieser Eingriff nicht, kann es zu nachstehenden Problemen kommen:

Für gewöhnlich kann nach dem Eingriff eine gute Prognose gegeben werden, sodass es zu keinen Komplikationen kommt. Zudem wird der optische Aspekt verbessert.

Nach der Operation sind Kontrolluntersuchungen beim Urologen zu empfehlen. Dies gilt auch bei Eintritt in die Pubertät, um sicherzustellen, dass es keine Probleme gibt.

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