Herzbeutelentzündung: Symptome, Ursachen, Behandlung

26 Dezember, 2019
Die Symptome einer Herzbeutelentzündung oder Perikarditis sind denen eines Herzinfarktes sehr ähnlich. In vielen Fällen löst sich dieses Problem jedoch von selbst und wird nur mit gewöhnlichen Schmerzmitteln behandelt. Nur in seltenen Fällen sind ernstere Maßnahmen erforderlich.

Eine Herzbeutelentzündung oder Perikarditis entsteht, wenn sich der bindegewebige Herzbeutel (Perikard), der das Herz umhüllt, entzündet. Diese sackartige Umhüllung des Herzens besteht aus einem inneren und einem äußeren Blatt. Dazwischen ermöglicht eine Flüssigkeit eine reibungsarme Herzfunktion.

Bei einer Perikarditis erhöht sich das Volumen dieser Flüssigkeit. Das kann dazu führen, dass die Herzfunktion beeinträchtigt wird. In den meisten Fällen ist dies allerdings kein ernstes Problem und erfordert keine spezifische Behandlung. Eine schwere Herzbeutelentzündung kann durch Arzneimittel behandelt werden. Nur in sehr seltenen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff notwendig.

Besonders gefährdet, an einer Perikarditis zu leiden, sind Männer im Alter zwischen 20 und 50 JahrenIn jenen Fällen, in denen eine Behandlung nicht möglich ist, kann der Herzbeutel chirurgisch entfernt werden, ohne dass dadurch erwägenswerte Konsequenzen entstehen.

Herzbeutelentzündung: verschiedene Arten

Herzbeutelentzündung: verschiedene Arten

Grundsätzlich unterscheidet man die akute und die chronische Perikarditis. Wir nennen anschließend kurz die Unterschiede dieser beiden Arten:

  • Akute Perikarditis: Diese tritt plötzlich und unerwartet auf. Sie dauert weniger als sechs Wochen und führt relativ häufig zu einem Perikarderguss. Die Symptome sind denen eines Herzinfarktes sehr ähnlich. Nur wenige Patienten erleiden einen Rückfall.
  • Chronische Perikarditis: Diese entsteht durch eine Verdickung des Perikards oder die Ansammlung von Flüssigkeit zwischen den Blättern. Sie dauert länger als sechs Wochen und kann eine rechtsventrikuläre Insuffizienz zur Folge haben. Das heißt, dass es im Bauchbereich, im Prätibialbereich und an den Knöcheln zu Ödemen kommt.

Die chronische Herzbeutelentzündung entsteht, wenn sich im Herzbeutel „Verkalkungen“ und Vernarbungen bilden, die den Perikard steifer machen und den Platz für den Herzmuskel verringern. Man spricht dann von einem Panzerherz. In der Folge erhöht sich der Druck in den Venen, die das Blut zum Herzen transportieren. Die Perikardflüssigkeit kommt dann ins Stocken und sucht sich einen Weg nach außen, wobei sie sich in anderen Körperteilen ansammeln kann.

Gründe für eine Herzbeutelentzündung

In 80 % der Fälle kann die genaue Ursache für die Perikarditis nicht ermittelt werden. Doch oft steht diese Krankheit in Verbindung mit einer Infektion. So kann beispielsweise eine Virusinfektion, oder seltener eine bakterielle Infektion dafür verantwortlich sein. In sehr seltenen Fällen könnte es sich auch um eine Pilzinfektion handeln.

Oft geht die Herzbeutelentzündung mit einer der folgenden Krankheiten einher: 

  • Autoimmunkrankheit
  • Krebs, auch Leukämie
  • AIDS
  • Niereninsuffizienz
  • Hypothyreose
  • Tuberkulose
  • Rheumatisches Fieber

In anderen Fällen handelt es sich um ein Anzeichen für einen bevorstehenden Herzinfarkt oder die Perikarditis entsteht bei einer Herzchirurgie oder bei einem Trauma im Thoraxbereich. Manchmal liegt auch eine Entzündung des Myokards vor, oder es handelt sich um eine Konsequenz eines Thoraxröntgenbildes oder bestimmter Arzneimittel.

Herzbeutelentzündung: Symptome und Diagnose

Herzbeutelentzündung: Symptome und Diagnose

Ein charakteristisches Symptom, das auf eine Perikarditis hinweist, sind intensive, stechende Schmerzen im Brustbereich. Diese treten auf der linken Seite hinter dem Brustbein auf. In vielen Fällen macht sich jedoch nur ein leichter, dafür jedoch anhaltender Schmerz bemerkbar. Manche Betroffene berichten auch von einem Druck auf der Brust, der unterschiedlich intensiv sein kann.

Der Schmerz äußert sich oft auch in der linken Schulter und im Hals. Die Beschwerden werden beim Husten, beim tiefen Einatmen oder beim Hinlegen oft stärkerBeim Sitzen oder wenn sich Betroffene nach vorne beugen, lindern sich die Schmerzen meist.

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Die chronische Herzbeutelentzündung äußert sich ebenfalls durch Schmerzen in der Brust. Außerdem können sowohl bei der akuten, als auch bei der chronischen Perikarditis folgende Beschwerden auftreten:

  • Herzklopfen
  • Leichtes Fieber
  • Husten
  • Geschwollene Beine
  • Schwindelgefühl
  • Übelkeit
  • Schwäche
  • Müdigkeit

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Behandlung einer Perikarditis

Eine leichte Herzbeutelentzündung heilt normalerweise von selbst. Doch nach der Diagnose einer Perikarditis, verschreibt der Arzt in den meisten Fällen ein Arzneimittel, um die Schmerzen und die Entzündung zu lindern. 

Er kann auch Cochicin verabreichen, um die Entzündung zu reduzieren und Rückfälle zu verhindern. Doch dieses Arzneimittel ist im Falle von Leber- oder Nierenkrankheiten nicht sicher. Es kann auch nicht mit bestimmten Medikamenten kombiniert werden.

Wenn die Antwort auf diese Arzneimittel nicht positiv verläuft, verschreibt der Arzt Kortikosteroide. Bei einer bakteriellen Infektion, die eine Herzbeutelentzündung verursacht, kommen im Normalfall Antibiotika zum Einsatz.

In schwerwiegenden Fällen, insbesondere wenn es Anzeichen auf eine Tamponade gibt, ist eine Perikardpunktion zur Entlastung erforderlich. Diese kann das Leben des Patienten retten. Nur in seltenen Fällen ist eine Perikardiotomie (Eröffnen des Perikards) oder die definitive Entfernung des Perikards notwendig.

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