Tipps für die Heilung einer Harnblasenentzündung

· 7 Mai, 2019
Ist die Harnblasenentzündung schwerwiegend, so empfiehlt sich die Einnahme einiger Medikamente. Häufig ist es jedoch auch möglich, die Symptome durch gesunde Gewohnheiten zu kontrollieren.

Eines der unangenehmsten Probleme der Harnwege ist die Harnblasenentzündung. Ständig müssen wir auf die Toilette und beim Urinieren brennt es so sehr, dass wir einfach nicht unsere täglichen Aufgaben erfüllen können. Weißt du, wie man eine Harnblasenentzündung heilt?

Es kommt zu diesem Leiden, wenn sich einige Bakterien an den Wänden der Harnröhre vermehren und diese sich entzündet. Meistens handelt es sich zwar um keine schwere Krankheit, doch sie löst Beschwerden aus, die man ohne die richtige Behandlung nur schwer erträgt.

Jegliche Person, die Mikroorganismen oder reizenden Stoffen ausgesetzt ist, kann eine Harnblasenentzündung bekommen. Häufiger tritt sie allerdings bei Frauen auf, da die Harnröhre kürzer ist und Mikroben so leichter eintreten können.

Die Symptome verbessern sich zwar für gewöhnlich binnen einiger Tage, doch es ist empfehlenswert, einige Ratschläge zu befolgen, um die Heilung zu beschleunigen.

Woran erkennt man eine Harnblasenentzündung?

Schmerzhafte Harnblasenentzündung
Eine Harnblasenentzündung tritt häufiger bei Frauen auf, da ihre Harnröhre kürzer ist.

Manche Patientinnen verwechseln die Symptome mit jenen anderer Entzündungen der Vagina oder Harnwege. Es gibt jedoch einige typische Anzeichen, an denen man eine Harnwegsentzündung recht einfach erkennen kann.

Die folgenden Symptome erlauben die Erkennung:

  • Ständiger Drang, auf die Toilette zu gehen
  • Beckenschmerz oder -brennen beim Urinieren
  • Gefühl von Reizung und vermindertes Wasserlassen
  • Blut im Urin
  • Trüber, stark riechender Urin
  • Schmerz, der sich von der Lenden- bis in die Beckengegend ausbreitet
  • Druckgefühl im unteren Bauchbereich
  • Leichtes Fieber

Ratschläge, um eine Harnblasenentzündung zu heilen

Manchmal benötigt es Antibiotika und entzündungshemmende Arzneimittel, um eine Harnblasenentzündung zu heilen. Häufig kann man ihr jedoch schon vorbeugen, indem man sich einige gesunde Gewohnheiten zulegt.

1. Trinke mehr Wasser

Viel Wasser trinken, um sich von der Harnblasenentzündung zu erholen
Vermehrter Verzehr von Wasser ist grundlegend für die Behandlung und Vorbeugung einer Harnblasenentzündung.

Es ist sehr wichtig, ausreichend Wasser und gesunde Getränke zu sich zu nehmen. Einige ignorieren dies zwar, doch Flüssigkeitsmangel hängt oft mit dem Auftreten von Harnwegsentzündungen zusammen.

Trinken wir nicht genügend Flüssigkeit, so vermindern die Nieren ihre Tätigkeit und produzieren nicht mehr viel Urin. Deshalb verändert sich dann das Umfeld der Harnblase und Bakterien beginnen, sich unkontrolliert zu vermehren.

Der Ausstoß von Urin hilft ebenfalls, die Bakterien aus dem Körper zu waschen.

Tipp:

  • Trinke etwa 8 Gläser Wasser am Tag. Du kannst dir auch natürliche Obstsäfte, Brühen oder Tees zubereiten, damit du genügend Flüssigkeit zu dir nimmst.

2. Vermeide Reizstoffe

Die Harnblasenentzündung entsteht zwar hauptsächlich aufgrund von Vermehrung von Bakterien, doch einige Reizstoffe können ebenfalls ihr Entstehen beeinflussen oder die Symptome komplizieren.

Deshalb ist es grundlegend, den Verzehr von Lebensmitteln, die diese enthalten, einzuschränken oder einfach sein zu lassen.

Tipp:

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3. Gehe alle 2 bis 3 Stunden auf die Toilette

Frau auf Toilette
Mit dem Urin werden die in den Harnwegen angesammelten Bakterien ausgeschieden.

Hält man den Urin zu lange ein, so kann es zu einer Harnblasenentzündung kommen. Urinieren unterstützt die Ausscheidung der Bakterien aus der Blase, damit unsere Harnwege einen ausgeglichenen pH-Wert behalten.

Tipp:

  • Gehe alle 2 bis 3 Stunden auf die Toilette. Spürst du schon vorher Drang, dann gib ihm nach. Versuche auch, vor und nach sexueller Aktivität zu urinieren.

4. Achte auf Intimhygiene

Vorsicht! Achtest du nicht auf eine gesunde Intimhygiene, so kann es zu wiederholten Entzündungen kommen. Bis zu 80 % der Bakterien, die diese Infektion hervorrufen, stammen aus einer falschen Reinigung der Genitalzone.

Tipp:

  • Damit keine Mikrobien aus der Anal- in die Vaginalzone geraten, solltest du dich von vorne nach hinten abwischen. Dusche dich, falls möglich, nach dem Stuhlgang und nach sexuellem Kontakt.
  • Auch die Verwendung von speziellen Intimseifen ist eine exzellente Option. Sie erhalten den idealen pH-Wert der Vaginalzone und vermeiden so die Ausbreitung von Bakterien und Pilzen.

5. Trage Unterwäsche aus Baumwolle

Unterwäsche aus Baumwolle tragen
Tragen wir atmungsaktive Unterwäsche, so vermeidet das die Verbreitung von Mikroorganismen.

Es klingt vielleicht unwichtig, doch das Tragen von Unterwäsche aus Baumwollgewebe hat viele Nutzen, um eine Harnblasenentzündung zu heilen. Diese Art von Stoff ist atmungsaktiver und vermeidet dadurch die Vermehrung von Bakterien.

Tipp:

  • Lies die Etikette und kaufe nur Unterwäsche, die mindestens 90% Baumwolle enthält. Achte auch auf die richtige Größe, da zu kleine Stücke die Temperatur und Feuchtigkeit der Zone erhöhen.

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6. Trinke Preiselbeersaft gegen Harnblasenentzündung

Die in rotem Preiselbeersaft enthaltenen Antioxidanzien und entzündungshemmenden Wirkstoffe können dazu beitragen, eine leichte Harnblasenentzündung zu heilen, ohne dabei auf Medikamente zurückgreifen zu müssen.

Es ist zwar kein Wundermittel gegen die Symptome, doch der Verzehr reguliert den pH-Wert des Urins und erleichtert die Ausscheidung der Bakterien.

Tipp:

  • Leidest du unter einer Harnblasenentzündung, so trinke zwei Mal täglich Preiselbeersaft. Vorbeugend kannst du ihn mindestens drei Mal pro Woche trinken.
  • Die Kombination von Preiselbeersaft und Probiotika ist besonders erfolgreich bei der Vorbeugung und Heilung der Entzündung. Sprich mit deinem Arzt darüber, ob Probiotika in deinem Fall dafür geeignet sind, die Flora deiner Intimzone zu regulieren.

Bemerkst du gerade die Symptome einer Harnblasenentzündung? Dann probiere es mit diesen Tipps aus. Stellt sich binnen zwei Tagen keine Besserung ein, dann gehe besser zum Arzt.

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