Die Symptome und Ursachen von Parodontitis

Parodontitis ist eine Zahnfleischerkrankung, die schwere Formen annehmen kann. Die Symptome entwickeln sich im Laufe der Zeit, und wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird, kann sie zum Zahnverlust führen.
Die Symptome und Ursachen von Parodontitis
Leonardo Biolatto

Geschrieben und geprüft von dem Facharzt Leonardo Biolatto.

Letzte Aktualisierung: 24. November 2022

Wenn man die Symptome und Ursachen der Parodontitis kennt, kann man vorbeugende Maßnahmen gegen diese Krankheit ergreifen. Wenn du du etwas Ungewöhnliches am Zahnfleisch bemerkst, solltest du umgehend einen Zahnarzt oder eine Zahnärztin aufsuchen. Du solltest nicht außer Acht lassen, dass sich diese Krankheit zu klinischen Erscheinungen entwickeln kann, die sowohl deine orale als auch deine allgemeine Gesundheit beeinträchtigen.

Der Ursprung einer Parodontitis sind oftmals die Bakterien, die sich zwischen den Zähnen und dem Zahnfleisch ansammeln. Wenn sie sich übermäßig vermehren, gelingt es ihnen, diesen Bereich zu besiedeln. Wie du in diesem Artikel sehen wirst, spielt die Hygiene als Präventionsmaßnahme eine sehr wichtige Rolle.

Wie entwickelt sich die Parodontitis?

Die Symptome der Parodontitis hängen vom Entwicklungsstadium des Krankheitsbildes ab. Es handelt sich nicht um eine Krankheit, die sich auf eine bestimmte Art und Weise zeigt oder immer gleich bleibt.

Zunächst tritt eine Entzündung des Zahnfleischs auf, die als Gingivitis bezeichnet wird. Normalerweise bemerkt die Person, die darunter leidet, dies beim Zähneputzen und bemerkt Blutungen im Mundgewebe, wenn die Zahnbürste daran reibt.

Darüber hinaus lässt sich auch bakterieller Zahnbelag feststellen. Dabei handelt es sich um einen Film, der an der Zahnoberfläche haftet und Bakterien und verschmolzene Speisereste enthält. Er wird oft als Biofilm bezeichnet, weil er aktiv und nicht inert ist – d.h. er verändert sich ständig.

Die nächste Phase ist das Zurückziehen des Zahnfleischs. Dadurch werden die unteren Teile der Zahnelemente freigelegt, die nach außen hin sichtbar sind. Eines der Probleme der Parodontitis in diesem Stadium ist die Überempfindlichkeit, die durch den Kontakt der Zahnwurzeln mit Kälte, Hitze und Nahrungsmitteln entsteht.

Wenn die Entwicklung weitergeht, kann sich die lokal begrenzte Entzündung zunächst auf den Rest des Mundes und dann auf den ganzen Körper ausbreiten. Es ist bekannt, dass sich der Entzündungsprozess bei manchen Patienten nicht auf das Zahnfleisch beschränkt, sondern auch Reaktionen in entfernten anatomischen Bereichen wie den Knochen der unteren Gliedmaßen auslöst.

Parodontitis - blutiger Apfel und Mann mit Schmerzen
Parodontitis ist eine Zahnerkrankung, die sich weiterentwickelt, wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird. Ohne Behandlung kann sie zum Zahnverlust führen.

Die Symptome der Parodontitis

Wie wir schon sagten, hängen die Symptome und Anzeichen der Parodontitis vom Entwicklungsstadium der erkrankten Person ab. Auf jeden Fall gibt es Probleme, die immer und in jeder Phase auftreten, wie z. B. Zahnfleischbluten.

Dieses Blut ist hellrot und tritt nach einem minimalen Trauma auf, das unter normalen Bedingungen nicht bemerkt wird. Zähneputzen ist die Hauptursache, gefolgt von Bruxismus oder nächtlichem Zähneknirschen. Betroffene wachen morgens oft mit Blut an den Zähnen auf.

Mundgeruch entsteht durch bakteriellen Zahnbelag und dessen ständige Aktivität. Die dort zurückgehaltenen Speisereste gären ebenfalls und setzen einen Fäulnisprozess fort, der sich in Mundgeruch äußert.

Schmerzen oder Empfindlichkeit beim Kauen hängen dagegen mit dem Zurückziehen des Zahnfleisches zusammen. Wenn das Zahnfleisch zu stark zurückgeht und sich vom eigentlichen Zahnelement entfernt, liegt die Wurzel frei. Dann reizen heiße Getränke und sehr kalte Speisen wie Eiscreme die Nerven, die vorher keinen Kontakt zum Rest des Mundes hatten.

In extremen Fällen können die Zähne ausfallen. Wenn der Zahnfleischrückgang zu stark ist, kann Parodontitis zu spontanem Zahnverlust führen, wenn die faserige Stütze verschwindet.

Die Ursachen der Krankheit

Die Ursachen der Parodontitis liegen in der Bildung des Biofilms, also des bakteriellen Zahnbelags. Daher ist die Annahme nicht falsch, dass Bakterien die Hauptakteure des Problems sind, das in den meisten Fällen durch mangelnde Hygiene entsteht.

Die normale Bakterienflora des Mundes ist nicht bösartig. Im Gegenteil, sie erfüllt wichtige Funktionen bei der Regulierung des inneren Milieus des Speichels und beim Schutz vor externen Infektionserregern und Krankheitserregern. Ihr Ungleichgewicht führt jedoch zu Problemen.

Wenn die Zahnputztechnik schlecht ist oder nicht häufig genug durchgeführt wird, vermehren sich die Bakterien und siedeln sich an den Wänden der Zähne an. Darüber hinaus werden Speisereste von der Plaque festgehalten.

Wenn sich diese über die Jahre ansammeln, reagiert das Immunsystem, indem es davon ausgeht, dass es schädliche äußere Einflüsse gibt. Dann mobilisiert der Körper weiße Blutkörperchen zum Zahnfleisch, um das Problem zu bekämpfen, was zu einer Gewebeentzündung und einer anschließenden Retraktion führt.

Die unmittelbare Komplikation ist die Bildung von Zwischenräumen zwischen dem Zahn und dem Zahnfleisch aufgrund der Retraktion. Bleibt dies unbehandelt, können sich dort noch mehr Bakterien und Speisereste ansiedeln.

Darüber hinaus begünstigen bestimmte Risikosituationen das Auftreten von Parodontitis:

  • Tabakkonsum: Raucherinnen und Raucher haben ein viel höheres Erkrankungsrisiko als der Rest der Bevölkerung.
  • Hormonelle Veränderungen: Bei Frauen, vor allem während der Schwangerschaft und der Menopause, werden verschiedene Systeme verändert, was die Plaquebildung und die Immunreaktion des Zahnfleisches fördert.
  • Vitaminmangel: Hypovitaminose, insbesondere von Vitamin C, wird mit Zahnfleischerkrankungen in Verbindung gebracht.
Parodontits - Person raucht eine Zigarette
Tabakkonsum ist einer der Faktoren, die das Parodontitisrisiko erhöhen. Seine hohe Konzentration an giftigen Substanzen greift den Zahnschmelz an.

Lies auch diesen Artikel: Warum sind Zähne schmerzempfindlich?

Wann du einen Zahnarzt/eine Zahnärztin aufsuchen solltest

Parodontitis ist eine Krankheit, die von einem Profi behandelt werden muss. Je früher die Behandlung eingeleitet wird, desto leichter lassen sich Komplikationen eindämmen. Daher ist es wichtig, beim Zähneputzen wachsam zu sein, falls du eine Blutung bemerkst.

Wenn du Blut auf deiner Zahnbürste bemerkst, lohnt es sich, einen Zahnarzt/eine Zahnärztin aufzusuchen. Das kann ein erstes Anzeichen für den Ausbruch der Krankheit sein. Außerdem solltest du dich in zahnärztliche Behandlung geben, wenn du morgens wiederholt mit geschwollenem und rotem Zahnfleisch aufwachst.

Wenn du Farbveränderungen auf der Zahnoberfläche feststellst, die auf das Vorhandensein von Zahnbelag zurückzuführen sind, solltest du nicht versuchen, ihn mit Gewalt zu entfernen, sondern ihn von einem Fachmann überprüfen lassen. Manchmal beschädigen wir das Zahnfleisch bei dem Versuch, die Situation zu verbessern, weil wir zu Hause handeln wollen. Warte nicht, sondern gehe so schnell wie möglich zum Zahnarzt.

Unsere Zähne sind wichtig, weil es für sie keinen Ersatz gibt, wenn wir erwachsen sind. Die, die wir haben, sollten uns für den Rest unseres Lebens begleiten.

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