Die 10 besten Trägeröle für deine ätherischen Öle

In der Aromatherapie bezeichnet man geruchslose oder geruchsneutrale Pflanzenöle als Trägeröle, die in Kombination mit ätherischen Ölen zum Einsatz kommen.
Die 10 besten Trägeröle für deine ätherischen Öle
Franciele Rohor de Souza

Geprüft und freigegeben von der Apothekerin Franciele Rohor de Souza.

Geschrieben von babel

Letzte Aktualisierung: 20. April 2023

In der Aromatherapie werden ätherische Öle mit Trägerölen verdünnt, da sie sehr intensiv sind. So kannst du unerwünschte Reaktionen wie Hautreizungen, Juckreiz oder Trockenheit verhindern. In diesem Artikel stellen wir dir die besten Trägeröle vor.

Was sind Trägeröle?

Trägeröle, auch Basisöle genannt, sind geruchsarme oder geruchsneutrale Pflanzenöle, die reich an Fettsäuren, Antioxidantien, Vitaminen und Mineralien sind und deshalb die Haut pflegen. Wenn du ein paar Tropfen ätherisches Öl dazugibst, kannst du die gewünschte Konzentration herstellen, damit das ätherische Öl seine therapeutische Wirkung optimal entfalten kann, ohne die Haut zu reizen.

Top 10 Trägeröle für deine ätherischen Öle

Eine im International Journal of Molecular Sciences veröffentliche Studie erklärt, dass Pflanzenöle ausgezeichnet sind, um die Homöostase der Haut wiederherzustellen und Krankheiten vorzubeugen. Die Trägeröle haben entzündungshemmende, wundheilende, antimikrobielle, feuchtigkeitsspendende und schützende Eigenschaften, die in Kombination mit spezifischen ätherischen Ölen besonders gut wirken.

Pflanzenöle enthalten unter anderem Triglyceride, Tocopherole, Sterole, Stanole, Phospholipide, Wachse und phenolische Verbindungen.

1. Kokosnussöl

Eines der beliebtesten Trägeröle ist Kokosnussöl. Es zeichnet sich durch sein niedriges Molekulargewicht aus, das ein leichtes Eindringen in die Haut ermöglicht. Der hohe Gehalt an gesättigten Fettsäuren und Antioxidantien fördert die Hautgesundheit.

Einem Bericht im Journal of Traditional and Complementary Medicine zufolge verbessert dieses Öl die Barrierefunktion der Haut und wirkt außerdem feuchtigkeitsspendend und entzündungshemmend. Einige Vorteile sind:

  • Vorbeugung von Narbenbildung
  • Linderung von Trockenheit und Reizungen
  • Vorbeugung von Pilz- und bakteriellen Infektionen
  • Linderung der Symptome von Ekzemen und Fieberbläschen

Kokosnussöl ist komedogen, das beduetet, dass es bei fettiger und großporiger Haut nicht empfohlen wird.

2. Mandelöl

Mandelöl ist sehr mild und zeichnet sich durch einen hohen Anteil an mehrfach und einfach ungesättigten Fettsäuren aus, wobei die Ölsäure die wichtigste ist. Außerdem enthält es Tocopherole und Phytosterole.

Aufgrund seiner feuchtigkeitsspendenden, entzündungshemmenden und heilenden Eigenschaften hat Mandelöl eine lange therapeutische und kosmetische Geschichte. Ein Artikel in Complementary Therapies in Clinical Practice bestätigt seine weichmachenden und heilenden Eigenschaften, die unter anderem den Hautteint verbessern.

Mandelöl eignet sich perfekt in Kombination mit ätherischen Ölen wie Teebaum, Lavendel, Zitrone oder Rosmarin. Es kommt unter anderem bei Schuppenflechte, Verbrennungen, Ekzemen und Akne zum Einsatz.

Mandelöl ist eines der besten Trägeröle
Mandelöl ist aufgrund seiner fettsäurereichen Zusammensetzung ein ausgezeichnetes Trägeröl.

3. Jojobaöl

Jojobaöl ist reich an Fettsäuren, Vitamin E und Vitamin B. Es ist bekannt für seine weichmachenden und antioxidativen Eigenschaften, die ideal sind, um die Haut zu beruhigen und sie vor hautschädigenden äußeren Faktoren zu schützen.

Es ist eine wichtige Quelle für Wachsester und langkettige Alkohole, die sich positiv auf die Hautgesundheit auswirken. Eine Überprüfung von Studien zeigt, dass Jojobaöl entzündungshemmend, antioxidativ und heilend wirkt. Es kann Hautinfektionen und vorzeitiger Hautalterung vorbeugen. Außerdem ist es aufgrund seiner feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften sehr beliebt.

Jojobaöl fördert die Reinigung der Poren, pflegt die Haut und auch die Haare. Es kann perfekt mit ätherischen Ölen wie Rosmarin, Lavendel, Ingwer, Minze, Oregano oder Zimt kombiniert werden.

4. Olivenöl

In der Naturkosmetik wird Olivenöl für seine feuchtigkeitsspendenden, aufbauenden und entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt. Sowohl der Verzehr als auch die äußerliche Anwendung ist sehr zu empfehlen. Es hilft bei trockener Haut und beugt der Hautalterung vor. Zwar weisen einige Studien darauf hin, dass Olivenöl die Hautbarriere beeinträchtigen kann, viele andere betonen jedoch seine Vorteile und konnten keine Nebenwirkungen feststellen.

Im Allgemeinen empfiehlt es sich, bei empfindlicher Haut, vergrößerten Poren und Akne kein Olivenöl zu verwendet. Auch für Babyhaut ist es nicht geeignet.

5. Hagebuttenöl

Wie andere Trägeröle zeichnet sich auch Hagebuttenöl durch einen hohen Gehalt an Fettsäuren, Vitamin E und Vitamin C aus. Eine Studie, die im International Journal of Molecular Sciences veröffentlicht wurde, berichtet über Vorteile bei verschiedenen Hautkrankheiten.

Hagebuttenöl kommt bei Hautunreinheiten, Trockenheit und Ekzemen zum Einsatz. In Kombination mit ätherischen Ölen wie Teebaum, Eukalyptus oder Pfefferminze kann es außerdem  zur Vorbeugung und Behandlung von Hautinfektionen hilfreich sein.

 6. Avocadoöl

In einer Übersichtsarbeit in der Zeitschrift Molecules heißt es, dass Avocadoöl eine wichtige Quelle für einfach ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E, Phytosterine, Alkane und Polyphenole ist. Deshalb werden ihm entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften zugeschrieben, die der Hautgesundheit zugutekommen.

In der Kosmetik wird Avocadoöl allein oder in Kombination mit ätherischen Ölen verwendet, um Trockenheit, Reizungen und Entzündungen zu lindern. Es soll außerdem die Kollagenproduktion anregen und die Wundheilung fördern.

Avocadoöl ist eines der besten Trägeröle
Avocadoöl ist ein ausgezeichnetes Trägeröl.

7. Leinsamenöl

Auch Leinsamenöl ist eine gute Wahl, auch wenn es seltener als Trägeröl zum Einsatz kommt. Es ist bekannt für seinen hohen Gehalt an Omega-3- und Alpha-Linolensäuren (ALA), die entzündungshemmend, antioxidativ und regenerierend wirken.

Besonders vorteilhaft ist Leinsamenöl in der Ernährung. Es wirkt sich auch von innen sehr positiv auf die Haut aus: Es gibt Hinweise darauf, dass es die Empfindlichkeit der Haut verringert und die Barrierefunktion verbessert. Bei äußerlicher Anwendung reguliert es den pH-Wert der Haut, fördert den Heilungsprozess und beugt Unreinheiten vor.

8. Arganöl

Die interessante chemische Zusammensetzung von Arganöl macht es zu einem der besten Trägeröle. Es enthält große Mengen an Linolsäure, Omega-6, Vitamin A und E sowie andere Antioxidantien, die die Gesundheit von Haut und Haaren schützen.

In einer randomisierten, kontrollierten Studie, über die in Clinical Interventions in Aging berichtet wurde, stellten Forscher fest, dass der tägliche Verzehr und die topische Anwendung von Arganöl die Hautelastizität verbessert und eine Anti-Aging-Wirkung hat.

9. Traubenkernöl

Traubenkernöl ist reich an Inhaltsstoffen wie Tocopherol, Linolensäure, Resveratrol, Quercetin, Carotinoiden und Phytosterolen. Es ist deshalb in der Hautpflege und als Trägeröl beliebt. Traubenkernöl fördert die Zellregeneration und die Kollagenproduktion, deshalb kommt es in Produkten gegen die frühzeitige Hautalterung zum Einsatz.

Kombiniere dieses Trägeröl beispielsweise mit ätherischem Ylang-Ylang-, Sandelholz- oder Granatapfelöl, um die Anti-Aging-Wirkung zusätzlich zu verbessern.

10. Neemöl

In einer in der Zeitschrift Recent Advances in Anti-Infective Drug Discovery veröffentlichten Übersichtsarbeit wurde bestätigt, dass Neem antimikrobielle, entzündungshemmende, antioxidative und antiseptische Eigenschaften besitzt.

Daher kommt dieses Öl unter anderem bei Hauttrockenheit, Dermatitis, Infektionen und vorzeitige Hautalterung zum Einsatz. Es wehrt außerdem Mücken und andere Insekten ab. Diese Trägeröl eignet sich für jedes ätherische Öl. Es wird häufig mit Eukalyptus- oder Pfefferminzöl kombiniert, um die Wirkung gegen Insekten zu verstärken. Vergiss nicht, dass dieses Öl einen intensiven Geruch hat.

Neemöl ist ein ausgezeichnetes Trägeröl
Neemöl ist im Garten gegen Schädlinge sehr wirksam.

Wie verwendet man Trägeröle?

Du solltest mit ätherischen Ölen generell sparsam umgehen. In der Regel empfehlen sich 2 Tropfen ätherisches Öl auf 10 ml Pflanzenöl. Die Dosierung kann niedrig (0,5-1 %), mittel (1-2 %) oder hoch (2-3 %) sein, je nach Verwendung. Bevor du die Ölmischung auf deine Haut aufträgst, solltest du auf jeden Fall an einer kleinen, versteckten Stelle einen Verträglichkeitstest machen.

Danach kannst du die Ölmischung auf die gewünschte Hautstelle massieren. Falls du Zweifel hast, lässt du dich am besten fachärztlich beraten oder informierst dich bei einem Experten oder einer Expertin für Aromatherapie. Entscheide dich unbedingt für hochwertige, rein natürliche Produkte.


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